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Klimaangepasste Grünflächen: So bereitet Rastatt seine Parks und Wiesen auf heiße Sommer vor

Die Hitzewelle macht deutlich, wie wichtig Bäume und naturnah gestaltete Grünflächen für das Stadtklima sind. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und bieten Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Die Stadt Rastatt entwickelt deshalb ihre Grünanlagen seit Jahren gezielt weiter und setzt auf Maßnahmen, die den Folgen des Klimawandels entgegensetzen.

Grünflächen werden anders gepflegt

Neben der Pflege des städtischen Baumbestands verfolgt die Stadt auf immer mehr Grünflächen ein naturnahes Pflegekonzept. An Standorten wie der Ludwigsfeste oder der Mozart-Beethoven-Straße entstehen artenreiche Wiesen, die gestaffelt gemäht werden. Bei der sogenannten Staffelmahd bleiben einzelne Bereiche zunächst stehen. Sie dienen weiterhin als Nahrungsquelle und Rückzugsraum für Insekten, bevor sie zu einem späteren Zeitpunkt gemäht werden. Gleichzeitig können dadurch viele Pflanzen ihre Samen abwerfen und sich dauerhaft etablieren. So entstehen Wiesen, die Artenvielfalt fördern und gleichzeitig das Stadtklima verbessern.

Bäume sorgen für spürbare Abkühlung

Wie groß der Einfluss von Stadtgrün ist, zeigen aktuelle Temperaturmessungen der Stadt Rastatt. Während sich Asphalt- oder Pflasterflächen an heißen Sommertagen auf über 60 bis 70 Grad aufheizen können, liegen die Temperaturen auf schattigen Wiesen unter großen Bäumen häufig nur zwischen 28 und 31 Grad. Auch Fahrzeuge profitieren vom Schatten. Ein Auto in der Sonne erreichte bei den Messungen 64,3 Grad. Bei einem Auto unter einer großen Platane wurden dagegen lediglich 22,3 Grad gemessen.

Gießgemeinschaft unterstützt die Stadt

Rund 51.000 städtische Bäume leisten einen wichtigen Beitrag zum Stadtklima und helfen, Hitzeinseln im Stadtgebiet zu verringern. Die anhaltenden Trockenphasen belasten viele dieser Bäume. Die Stadt Rastatt bewässert deshalb regelmäßig vor allem die Jungbäume sowie neu gepflanzte und besonders gefährdete Bäume. Angesichts des großen Baumbestands kann jedoch nicht jeder Baum zusätzlich gegossen werden. Aus diesem Grund gründete sich auf Initiative des Klimabündnisses Rastatt eine Gießgemeinschaft. Die ehrenamtliche Initiative übernimmt die Bewässerung von Stadtbäumen und ergänzt damit die bestehenden Maßnahmen der Stadt.

Auch private Maßnahmen können helfen

Auch auf privaten Grundstücken lässt sich mit einfachen Maßnahmen etwas für das Klima tun. Heimische Wildblumen und Stauden, Bäume und Sträucher, begrünte Fassaden oder die Nutzung von Regenwasser zur Bewässerung helfen dabei, Lebensräume zu schaffen und die Aufheizung von Flächen zu verringern.

Wer zudem einen Baum in seiner Nachbarschaft regelmäßig gießt, unterstützt den Erhalt des Stadtgrüns. Als Orientierung empfiehlt das Klimabündnis etwa 150 Liter Wasser pro Woche für kleine Bäume, rund 300 Liter für mittelgroße Bäume und je nach Größe 500 bis 1000 Liter für große Bäume. Trotz der großen Literanzahl bleiben die Kosten dabei aber überschaubar: 1.000 Liter Trinkwasser kosten je nach Tarif nur 5,40 Euro und damit etwa so viel wie drei Kugeln Eis. Wichtig ist, das Wasser langsam auszugießen, damit es tief in den Wurzelbereich einsickern kann. Wer dauerhaft einen Baum übernimmt, kann diesen mit einem Band kennzeichnen. Aus Rücksicht auf bestehende Markierungen sollten dafür keine roten oder gelben Bänder verwendet werden.

Interessierte erhalten weitere Informationen beim Klimabündnis Rastatt unter info@klimabuendnis-rastatt.de oder auf der Website www.klimabuendnis-rastatt.de.

Die Stadt Rastatt setzt bei immer mehr Grünflächen auf ein naturnahes Pflegekonzept, darunter auch Blühwiesen.
(Erstellt am 04. August 2026)