Am süd-östlichen Stadtrand, im Gewann Kolbengarten, liegt die knapp 0,8 Hektar große Streuobstwiese Oberwaldstraße. Auf der städtischen Fläche befinden sich vor allem verschiedene Apfelbäume – und die Wiese zeichnet sich durch einen erhöhten Blühpflanzenanteil aus.
Zur Zeit der Apfelreife gibt die Stadt Rastatt seit 2020 die Bäume zur Apfelernte im Rahmen der bundesweiten Aktion „Aktion gelbes Band - Deutschland rettet Lebensmittel“ an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rastatt frei.
Für den privaten Gebrauch dürfen alle Bäume, die mit einem gelben Band markiert sind, kostenlos beerntet werden. Damit leistet die Stadt Rastatt einen Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung und ermöglicht es deb Bürgerinnen und Bürgern eigene, frische und gesunde Lebensmittel aus der Region zu erhalten.
Auch sonst ist die Streuobstwiese an der Oberwaldstraße einen Besuch wert. In der Saison summt und brummt es auf der Wiese und der Duft der Apfelblüte im zeitigen Frühjahr lockt nicht nur Bestäuber aus dem Winterschlaf.
Blühflächen für mehr Vielfalt
Bunte Wiesen sind nicht nur schön anzuschauen, sondern bieten auch Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das Summen und Brummen der Insekten und die farbigen Tupfer der Blühpflanzen tragen erheblich zum Erholungswert in der Natur bei.
Die Wiesenfläche unterhalb der Apfelbäume wird schon seit Jahren durch den Eigenbetrieb der städtischen Gärtnerei gemäht. Das Ziel der Mahd: mehr tierisch- und pflanzliche Vielfalt schaffen und die Erholungsqualität für die Besuchenden zu verbessern. Es ist auch auf den Wiesenflächen an der Oberwaldstraße eine ökologisch verträglichere Mahd geplant, so dass es zukünftig zu einer weiteren Verbesserung der Vielfalt vor Ort kommt.
Was ist bisher erfolgt?
Bisher werden die Wiesenflächen nach Bedarf maximal zweischührig mit dem Schlegelmulcher gemäht. Dabei setzt die Stadt auf kleinere Mäher, die bei ihrer Arbeit die Bäume und ihre Kronen nicht beschädigen. Bei Bedarf werden Bereiche im Traufbereich der Bäume auch mit der Hand ausgemäht.
Zur Erhaltung des Gesundheitszustandes der Bäume werden diese regelmäßig im Pflege- und Erhaltungsschnitt geschnitten.
Wie geht es weiter?
Wiesen sind menschengemacht. Ohne Pflege verschwindet die Blütenpracht. Gleichzeitig führt zu viel des Guten für mehr Gras auf der Fläche. Die richtige Mischung macht es also.
Zukünftig soll die Wiesenfläche schonender gemäht werden. Dazu ist die Überlegung auch hier mit einem Balkenmäher die Mahd durchzuführen und das Schnittgut abräumen zu lassen. Die Balkenmahd ist schonender im Schnitt und damit für Pflanzen und Tiere besser geeignet, da bei der Mahd weniger verletzt wird. Damit die Blühpracht nicht auf einmal verschwindet, soll zukünftig in Streifen gemäht werden. Dadurch entsteht ein Mosaik aus verschiedenen Strukturen auf der Fläche, das den unterschiedlichen Ansprüchen der zahlreichen dort lebenden Tiere entgegenkommt. So werden etwa Nahrungsquellen, Brutplätze oder auch Überwinterungsquartiere geschaffen.
Ein kleinerer Bereich der Streuobstwiese ist seit dem Jahr 2026 zur Beweidung verpachtet. Hier werden Schafe als „Rasenmäher“ eingesetzt und auf natürliche Weise durch ihren Verbiss die Vegetation vor Ort kontrollieren.
Was ist das Ziel?
Wenn alles gelingt, dann entwickelt sich die Streuobstwiese Oberwaldstraße zu einem lebendigen Lebensraum der neben Erholung auch zum Entdecken einlädt. Denn extensiv gepflegte Grünflächen zeigen jedes Jahr ein neues Gesicht und sind unglaublich wandelbar.
Phasen von optisch wahrgenommener Ungepflegtheit oder Verwilderung sind ebenso erwünscht und wichtig, wie das Farbenspiel der Blüten der verschiedenen Arten. Damit ist das „Grün“ auf der Wiesenfläche mehr als nur eine Farbe – es lebt!
Die Wiesenfläche der Streuobstwiese Oberwald ist Teil der städtischen Biotopflächen „Blühwiesen“ und wird durch den Kundenbereich Ökologie und Grün betreut.

