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2. Rastatter Wirtschaftstreffen: Investition in Arbeitskräfte und Ausbildung stärken

Die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte stellt Unternehmen und Kommunen vor große Herausforderungen. Beim diesjährigen Rastatter Wirtschaftstreffen am Mittwoch, 14. Oktober, stand deshalb genau diese im Mittelpunkt. Mehr als 80 Führungskräfte und Beschäftigtenvertreter aus Rastatt sowie zahlreiche Mitglieder des Gemeinderats folgten der Einladung von Oberbürgermeisterin Monika Müller und der städtischen Wirtschaftsförderung zu den Murgtal-Werkstätten & Wohngemeinschaften gGmbH (MWW) in Rastatt. Im vergangenen Jahr stand beim 1. Wirtschaftstreffen die Frage im Mittelpunkt, wie Künstliche Intelligenz dazu beitragen kann, Mitarbeitende zu entlasten und betriebliche Abläufe effizienter zu gestalten. Beim diesjährigen Wirtschaftstreffen rückte nun der Mensch in den Fokus des Wirtschaftstreffens.

„Auf den ersten Blick mag es so aussehen, als gäbe es angesichts von Stellenabbau und wirtschaftlicher Stagnation keinen Fachkräftemangel. Doch ein genauerer Blick zeigt: Gerade bei Stellen, die besonderes Wissen oder Können erfordern, wird es zunehmend schwieriger, passende Bewerber zu finden. Zudem verlassen die geburtenstarken Jahrgänge die Arbeitswelt. Daher müssen wir schon heute Mitarbeiter gezielt fortbilden und für die neue Generation attraktive Angebote machen“, stellte Oberbürgermeisterin Monika Müller zu Beginn des Treffens fest.

Prof. Dr. Rupert Felder, Vorsitzender der Lebenshilfe Rastatt/Murgtal e.V, stellte als Gastgeber der MWW, gemeinsam mit der Geschäftsführung, das Unternehmen und seine Angebote vor und präsentierte die unterschiedlichen Bereiche, in denen Produktion, aber auch Wohnen und gemeinsames Leben ermöglicht werden. Mit etwa 1000 Mitarbeitenden und Beschäftigten sind die MWW einer der größeren regionalen Arbeitgeber. „Die Murgtalwerkstätten in Rastatt sind nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe der Inklusion, durch spezifische Arbeitsplätze wird Teilhabe am Arbeitsleben möglich. Die Aufgabe ist, auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Aufträge zu generieren, damit Menschen mit Behinderung Arbeit haben. Dazu haben wir unser Portfolio aus Digitalisierung von Papierakten, Aktenvernichtung, Gartenarbeiten oder der Wäscherei ergänzend zu den Arbeitsplätzen der mechanischen Fertigung aufgebaut“, so Felder.

Anschließend präsentierte die Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt ihren Arbeitgeberservice und informierte über die Unterstützungsmöglichkeiten für Unternehmen – von der Fachkräftegewinnung bis zur beruflichen Qualifizierung oder auch zur Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland.

Wie sich berufliche und akademische Ausbildung miteinander verbinden lassen und wie es gelingt, junge Menschen für diesen Weg begeistern, zeigte die Hochschule Karlsruhe gemeinsam mit SEW-Eurodrive am Beispiel des Ausbildungsmodells „StudiumPLUS“. Dabei wird ein Bachelorstudium mit einer handwerklichen oder kaufmännischen Berufsausbildung kombiniert. Die Verbindung von wissenschaftlichem Wissen und praktischer Erfahrung eröffnet Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten, qualifizierte Nachwuchskräfte auszubilden und auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten.

Neben den Fachvorträgen bot das Wirtschaftstreffen vor allem auch Raum für persönliche Gespräche und den Austausch zwischen den Teilnehmenden. Bei einem saisonalen Weißwurstfrühstück konnten Kontakte vertieft und die vorgestellten Angebote diskutiert werden. Führungen durch die Murgtal-Werkstätten ermöglichten zudem Einblicke in die Arbeit des gastgebenden Unternehmens, der als ein besonderer Arbeitgeber einen wichtigen Beitrag für die Teilhabe von Menschen mit besonderen Förderbedarfen leistet.

„Das Wirtschaftstreffen hat gezeigt, wie wichtig der Austausch und die Zusammenarbeit aller Beteiligten sind, um die Fachkräftegewinnung gemeinsam voranzubringen. Dafür braucht es neben passenden Unterstützungsangeboten auch passende Ausbildungskonzepte, gezielte Weiterqualifizierung und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Entscheidend bleibt, dass Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Arbeitsmarktinstitutionen ihre Erfahrungen und Kompetenzen bündeln, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu sichern“, so das positive Fazit der Wirtschaftsförderung Rastatt.

(Erstellt am 16. Oktober 2026)