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Humboldt-Vortrag in der Historischen Bibliothek

Er war Naturforscher, Entdecker und gilt als Mitbegründer der modernen Geographie und empirischen Naturwissenschaften: Alexander von Humboldt (1769–1859). Durch seine legendären Forschungsreisen, insbesondere nach Lateinamerika, prägte er das heutige Verständnis von Ökologie und der Vernetzung der Natur grundlegend. Der Vortrag, zu dem die Historische Bibliothek Rastatt am Mittwoch, 11. November, um 18 Uhr einlädt, trägt dem Rechnung.

Unter dem Titel „Naturforscher, Draufgänger, Netzwerker, Marketinggenie – Humboldt ohne Grenzen“ beleuchtet Bibliotheksleiter Dr. Uli Steiger an diesem Abend die vielen spannenden Facetten des preußischen Gelehrten, dessen Arbeiten auch Teil der kürzlich beendeten Sonderausstellung „Die Erfindung der Natur. Illustrierte Naturbücher von Plinius bis zu Humboldt“ waren. Die Veranstaltung findet im Saal der Historischen Bibliothek im Ludwig-Wilhelm-Gymnasium, Lyzeumstraße 11, statt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Faszination Alexander von Humboldt

In seinem Vortrag erläutert Dr. Uli Steiger die nach wie vor große Faszination, die das „ewige Idol“ bis heute auf Wissenschaftler, Künstler und die Gesellschaft ausübt. Der Referent zeigt dabei, dass es nicht den einen Humboldt, sondern viele Humboldts gab: den Naturforscher, den Schriftsteller, den Denker, den Europäer und den halben US-Amerikaner, aber auch den Selbstvermarkter. Zugleich wirft er einen Blick hinter die von Humboldt berechnend kultivierte Fassade.

Begründer moderner Forschung

Alexander von Humboldt war Naturforscher und Forschungsreisender, Universalgenie und Kosmopolit, Gelehrter und Mäzen. Seine große Südamerikareise von 1799 bis 1804 wurde als die zweite, die wissenschaftliche Entdeckung des Kontinents gefeiert. Naturwissenschaftliche Disziplinen wie die physische Geographie, die Klimatologie, die Ökologie oder die Ozeanographie sehen in Humboldt ihren Begründer. Sein Alterswerk, der fünfbändige „Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung“, ist in seinem umfassenden Ansatz bis heute einzigartig geblieben.

Mäzen und Netzwerker

Dabei investierte Humboldt sein Erbe nicht nur in die eigenen Unternehmungen. Selbstlos förderte er auch andere junge Wissenschaftler und Künstler, so zum Beispiel Justus von Liebig oder Felix Mendelssohn Bartholdy. Als geradezu besessener Netzwerker stand er über alle politischen, nationalen und disziplinären Grenzen hinweg in stetigem Briefkontakt mit Forschern, Künstlern und Staatsmännern und schuf so fruchtbare internationale Kooperationen.

Geheimnisumwittertes Marketinggenie

Seine bildgewaltigen Berichte über die Reisen und Expeditionen machten Alexander von Humboldt zum Star. Sie versetzten sein Publikum immer wieder in Erstaunen und vermittelten seiner Leserschaft jene Begeisterung und Freude an der Natur, die Humboldt selbst als „Naturgenuss“ bezeichnete – egal, ob bei Königen oder Bürgern, bei Wissenschaftskollegen oder Studienfreunden. Mit seiner Publicity in eigener Sache schuf Humboldt letztlich eine Marke, die ihn berühmt und unsterblich machte. Gleichzeitig gab er wenig von seinem Privatleben preis und blieb so stets in gewisser Weise geheimnisumwittert.

Alexander von Humboldt beim Botanisieren vor einer idealisierten Urwaldlandschaft, Gemälde von Friedrich Georg Weitsch, 1806
(Erstellt am 04. November 2026)

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