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Menschen besser auf Krisen vorbereiten: Rastatter Erfahrungen fließen in landesweites Projekt zur Krisenvorsorge ein

Wie können Städte und Gemeinden ihre Bevölkerung besser auf Krisen vorbereiten? Mit dieser Frage beschäftigt sich das landesweite Projekt „Gut vorbereitet für den Ernstfall – in unserer Kommune packen wir gemeinsam an“, das von der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Barbara Bosch, initiiert wurde. Rastatt gehört zu den fünf Kommunen in Baden-Württemberg, die ihre Erfahrungen im Rahmen von Fokusgruppen einbringen konnten.

Die erste Projektphase ist inzwischen abgeschlossen. Neben Rastatt wurden auch Erfahrungen aus Hochwasserereignissen, einem Innenstadtbrand und einem Zugunglück in weiteren Kommunen ausgewertet. Erstmals flossen dabei systematisch die Perspektiven aller Beteiligten in die Analyse ein.  

Klare Kommunikation und Vorbereitung für Krisen- und Katastrophen

Im Mittelpunkt der Rastatter Veranstaltung stand der Austausch über die Erfahrungen rund um den Bombenfund und die Evakuierung im Jahr 2025. Vertreter aus Verwaltung, Blaulichtorganisationen und Bürgerschaft kamen dazu im April dieses Jahres im Rathaus zusammen. Eine erste Auswertung der gesammelten Punkte hat gezeigt: Die Beteiligten wünschen sich unter anderem eine klare und niederschwellige Kommunikation über verschiedene Kanäle und für alle Bevölkerungsgruppen, eine stärkere Sensibilisierung und Vorbereitung der Bevölkerung für Krisen- und Katastrophensituationen – etwa durch Informationsveranstaltungen, sowie feste Strukturen und klare Zuständigkeiten, damit Bürger wissen, an wen sie sich konkret wenden können.

Bürgermeister Raphael Knoth: „Ein funktionierender Bevölkerungsschutz ist heute wichtiger denn je“

Bürgermeister Raphael Knoth betont die Bedeutung der gewonnenen Erkenntnisse für Rastatt und darüber hinaus: „Ein Blick in die Welt und auf unsere Erfahrungen vor Ort zeigt deutlich: Ein funktionierender Bevölkerungsschutz ist heute wichtiger denn je. Ob Bombenfunde, Stromausfälle, Cyberangriffe, Extremwetterereignisse oder andere Krisenlagen – auf den Ernstfall können wir uns nur gemeinsam vorbereiten. Dabei ist es besonders wichtig, Bürgerinnen und Bürger einzubinden.“

Staatsrätin Barbara Bosch: Erfahrung aus der Bevölkerung wichtig

Auch Staatsrätin Barbara Bosch unterstreicht den Ansatz des Projekts: „Ich habe dieses Projekt initiiert, weil wir alle merken, dass wir uns wappnen müssen. Die Bevölkerungsschutzorganisationen und Behörden tun dies, indem sie ihre Erfahrungen aus Kriseneinsätzen und Übungen auswerten. Doch eine Gruppe wurde dabei bislang nicht einbezogen: die Bevölkerung. Dabei hat sie als Betroffene ihre eigene Sicht auf das, was passiert ist. Diese Lücke möchte ich schließen.“

Methodenkoffer für alle Kommunen entwickeln

Das Projekt startet nun in die zweite Phase, die von der Baden-Württemberg Stiftung finanziert wird. Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse auf weitere Kommunen zu übertragen und konkrete Maßnahmen zur Krisenvorsorge vor Ort zu entwickeln. Ab Sommer 2026 sollen weitere interessierte Städte und Gemeinden gemeinsam mit der Allianz für Beteiligung an präventiven Konzepten arbeiten.

Vertreter aus Verwaltung, Blaulichtorganisationen und Bürgerschaft haben sich im Rathaus über den Bombenfund in Rastatt 2025 ausgetauscht.
(Erstellt am 11. Mai 2026)