Stadt Rastatt heizt Ameisenart Tapinoma magnum ein: Heißwasserdampfgerät erstmals getestet
An der Ecke Gartenstraße und Hindenburgstraße richteten Mitarbeitende der Stadt am Dienstag, 26. Mai, den Blick gezielt auf den Boden. Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: die Ameisenart Tapinoma magum, deren Vorkommen an eben dieser Stelle bereits bestätigt ist. Obwohl bei den hohen Temperaturen auf den ersten Blick nur wenige Tiere sichtbar waren, zeigte sich bei genauerem Betrachten schnell das Ausmaß der Kolonie. Zwischen den Pflanzen und entlang der Wege bewegten sich unzählige der Ameisen.
Am 26. Mai kam an eben dieser Ecke in Rastatt erstmals ein Heißwasserdampfgerät zum Einsatz, um die Kolonie zu zerstören und die weitere Ausbreitung zu verhindern. Mit einem schmalen, spitzen Aufsatz konnten die Mitarbeitenden tief in den Boden vordringen. Anschließend leitete das Gerät heißen Wasserdampf unter die Erde. Das soll die Kolonie bestenfalls vernichten.
Behandlung mit heißem Wasserdampf
Das eingesetzte Gerät kann Wasserdampf bis zu 130 Grad Celsius erzeugen. Für die Anwendung stehen zwei verschiedene Aufsätze zur Verfügung. Ein spitzer Aufsatz bringt den heißen Dampf tief in den Boden. Ein weiterer Aufsatz mit runder Kappe eignet sich für Pflasterflächen oder feste Untergründe, auf denen kein Eindringen in die Erde möglich ist.
Ziel der Behandlung ist es, die Nester im Untergrund zu erreichen und die weitere Ausbreitung der Ameisenart einzudämmen. Tapinoma magnum bildet sogenannte Superkolonien mit mehreren Königinnen und einer großen Anzahl an Tieren. Dadurch breiten sich die Kolonien schnell aus. Je nach ihrer Individuenanzahl und Koloniengröße können die Ameisen unter Umständen große Schäden verursachen.
Weitere Verdachtsfälle werden geprüft
Bislang gibt es in Rastatt eine bestätigte Stelle mit einem Vorkommen der Ameisenart, eben an der Ecke Gartenstraße und Hindenburgstraße. Zwei weitere Verdachtsfälle untersucht die Stadt derzeit. Sollte sich dort ebenfalls Tapinoma magnum nachweisen lassen, soll die Dampfbehandlung auch an diesen Orten erfolgen.
Meldung über den Mängelmelder der Stadt
Verdachtsfälle können Einwohnerinnen und Einwohner über den städtischen Mängelmelder melden. Für eine erste Untersuchung werden die Ameisen anschließend mit einer süßlichen Locksubstanz (zum Beispiel Honig) auf eine helle Unterlage gelockt und fotografiert. Anhand der Bilder lassen sich bereits wichtige Merkmale erkennen. Für eine eindeutige Bestimmung wird zusätzlich eine Probe an das Naturkundemuseum Karlsruhe geschickt.
Die Behandlung mit dem Heißwasserdampfgerät erfolgt ausschließlich auf öffentlichen Flächen. Auf privaten Grundstücken können Eigentümerinnen und Eigentümer die Ameisen zwar ebenfalls durch das Naturkundemuseum Karlsruhe bestimmen lassen. Die anschließende Behandlung zur Eindämmung muss allerdings selbständig erfolgen.
Hintergrund der Tapinoma magnum
Die Tapinoma magnum (Große Drüsenameise) ist eine Ameisenart, die aus dem Mittelmeerraum stammt. Sie wurde in Kehl 2020 erstmals in Deutschland nachgewiesen und breitet sich seitdem in Süddeutschland aus. In kurzer Zeit kann die Tapinoma magnum eine Superkolonie mit bis zu 1.000 Königinnen bilden. So ist es möglich, dass die Kolonie, deren Stärke bis zu einer Million Individuen betragen kann, sich über mehrere Hektar ausbreitet.
Mehr Infos zu den Merkmalen und dem richtigen Vorgehen gibt es auf der städtischen Website unter: www.rastatt.de/ameise-tapinoma-magnum.


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