Wohlfühlort Stadtbibliothek: Neue Klimaanlage macht´s möglich
„Ach, ist das ein Wohltat“, „Gott sei Dank, ist es hier schön kühl“, „Sehr angenehm“– diese oder ähnliche Stoßseufzer hat Lea Spiegelhalter, ihres Zeichens Leiterin der Rastatter Stadtbibliothek, während der zurückliegenden Hitzewelle häufiger gehört. Der Grund für die Begeisterungsstürme ist indes nicht zu sehen und verrichtet beinahe lautlos seit rund drei Monaten ihren Dienst. Die neue, Anfang März eingebaute Klimaanlage sorgt dafür, dass sich die Stadtbibliothek Rastatt mittlerweile an heißen Tagen zu einem richtigen Wohlfühl- und Rückzugsort entwickelt hat.
Zu heiß: Herausfordernde Architektur
Dass das nicht immer so war, wissen Rastatter Leseratten nur zu gut: In der Vergangenheit gehörte das Bibliothekshaus in den Sommermonaten mit seiner modernen Architektur und den großen Glasfronten nicht unbedingt zu den gefragtesten Plätzen in Rastatt – lagen dort die Temperaturen bei viel Sonnenschein gut und gerne und leider auch recht häufig über 30 Grad. Regelmäßig brachen deshalb auch die Nutzerzahlen über den Sommer ein. Doch diese Zeiten gehören nun der Vergangenheit an. Nach der Installation der rund 140.000 Euro teuren Kühlgeräte, die eine zweiwöchige Schließung des Medienhauses nötig gemacht hatte, gab es zunächst noch ein paar Startschwierigkeiten. Spiegelhalter berichtet von kleineren Schäden durch Kondenswasser, das auf ein Sachbuchregal getropft ist. Außerdem konnte wegen eines Defekts an einem der beiden Kühlgeräte im Erdgeschoss eine Zeit lang nicht die volle Kühlleistung gefahren werden – von Etage zu Etage stiegen die Temperaturen. „Doch jetzt läuft´s problemlos“, ist die Bibliothekschefin sichtlich zufrieden.
Zufluchtsort Stadtbibliothek: Hitze macht erfinderisch
Die Feuertaufe Ende Juni hat die neue Klimaanlage jedenfalls mit Bravour bestanden. Und jede Menge positive Reaktionen ausgelöst. Spiegelhalter erzählt von Menschen, die bei Temperaturen über 40 Grad weder zu Hause noch draußen zur Ruhe kamen und deshalb in die Bibliothek geflüchtet seien. Sogar der Naturkindergarten bei der Fohlenweide hatte nach einem Hilferuf an einem der bislang heißesten Tage des Jahres „Asyl“ in den kühlen Räumen der Stadtbibliothek erhalten. Ebenfalls für mehrere Tage in die Lernräume der Bibliothek siedelte die Sprachförderklasse (VKL) des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums um, da die Schüler im Schulgebäude unter dem Dach untergebracht sind und es dort zu warm wurde. „Die Hitze macht erfinderisch“, schmunzelt Spiegelhalter. „Schön, dass wir als kommunale Einrichtung jetzt die Möglichkeit haben, schnell und unbürokratisch zu helfen.“ Insgesamt können in der Stadtbibliothek 120 Sitzplätze zum Lernen, Lesen und Entspannen genutzt werden – nun auch wirklich ganzjährig. „Die Klimaanlage verbessert die Aufenthaltsqualität in den Sommermonaten immens“, bestätigt Spiegelhalter. „Das haben wir bereits bei unseren Abiturienten gesehen: Als es draußen brütend heiß war, konnten sie sich in den gekühlten Räumen konzentrierter auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten – eine große Erleichterung, wenn der Kopf sowieso schon vom vielen Pauken raucht.“
Heiß und kalt genießen
Was beim Besuch des Hauses deutlich wird: Die Rastatter Bibliothek hat sich in den letzten Jahren gemausert. Besonders das erste Obergeschoss mit dem offenen Lesebereich versprüht einen entspannten Charme – stehen den Nutzern dort mittlerweile neben dem gut sortierten Medienangebot auch kostenloses Trinkwasser aus einem Trinkwasserspender (normal oder gekühlt), ein Kaffeevollautomat (macht neben verschiedensten Kaffeespezialitäten wie Cappuccino, Latte Macchiato oder Espresso auch Kakao) sowie fair gehandelte Snacks aus einem Automaten zu moderaten Preisen zur Verfügung. „Also: Wem es zu heiß wird, gerne einfach vorbeikommen. In der klimatisierten Stadtbibliothek lässt es sich bei einer Zeitung und einem Kaffee gut aushalten“, wirbt Spiegelhalter.
Gelegenheit nutzen: Ferienlektüre, Reiseführer und E-Books
Für die nächsten Tage ist bereits die nächste Hitzewelle angesagt. Wer Lust bekommen hat, der gekühlten Stadtbibliothek einen Besuch abzustatten, kann dies gleichzeitig mit der Suche nach Urlaubslektüre für die anstehende Ferienzeit verbinden – angesagte Sommerromane für Erwachsene gibt es im zweiten Obergeschoss, Inspiration zu Reisezielen in Europa und Deutschland sowie regionale Ausflugstipps findet man im ersten Obergeschoss. Wer lieber mit leichtem Gepäck in den Urlaub starten möchte, kann immer und überall in der neuen App „Onleihe 3“ aus tausenden E-Medien auswählen. Mehr Infos unter https://www.rastatt.de/stadtbibliothek. Weitere kühle Orte in Rastatt unter https://www.rastatt.de/hitzekarte.

