Hochwasserschutz an der Murg: Großes Interesse an Informationsveranstaltung zum Projekt
Auf reges Interesse ist die öffentliche Informationsveranstaltung zum Projekt „Hochwasserschutz, Dammsanierung und Gewässerökologie Murg gestoßen, zu der die Stadt Rastatt am Dienstag, 10 März, in der Reithalle eingeladen hatte. Rund 90 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich umfassend über die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Murg zu informieren. Das Projekt verfolgt das Ziel, die Hochwassersicherheit nachhaltig zu verbessern und die Stadt Rastatt langfristig widerstandfähiger gegenüber extremen Wetterereignissen zu machen. Neben der erforderlichen Sanierung der Dämme ist in einem Teilabschnitt auch eine ökologische Aufwertung der Murg geplant. Dabei sollen Hochwasserschutz, Natur- und Umweltschutz sowie Städtebau und die Schaffung wertvoller Freiräume rund um die Murg in Einklang gebracht werden.
In ihrer Begrüßung betonte Oberbürgermeisterin Monika Müller, dass es einen hundertprozentigen Hochwasserschutz nicht geben könne. Gemeinsam mit ihren Partnern arbeite die Stadt jedoch daran, den Schutz für die Bevölkerung bestmöglich zu verbessern. Gleichzeitig unterstrich sie die verbindende Bedeutung der Murg für Rastatt und die umliegenden Gemeinden und machte deutlich: „Die Murg soll im Rahmen der Landesgartenschau eine zentrale Rolle einnehmen, Hochwasserschutz und das Leben am Fluss müssen zusammen gedacht und zusammengebracht werden.“
Peter Schneider, Referatsleiter im Landesbetrieb Gewässer beim Regierungspräsidium Karlsruhe, hob ebenfalls die Bedeutung der Murg für Rastatt hervor und sprach von einem ambitionierten Gemeinschaftsprojekt, das einige Herausforderungen beinhalte.
Im Mittelpunkt des Abends standen die Vorstellung des aktuellen Planungsstandes, die vorgesehenen baulichen Maßnahmen sowie deren Bedeutung für den Schutz der Bevölkerung vor zukünftigen Hochwasserereignissen. Fachplaner, sowie Vertreter der Stadt und des Regierungspräsidiums erläuterten die technischen Hintergründe, den geplanten Zeitablauf sowie die Berücksichtigung ökologischer Aspekte.
Bürgermeister Raphael Knoth machte dabei nochmals deutlich, dass nicht morgen schon die Bagger rollen werden, sondern es sich bei dem Projekt vielmehr um einen Marathon handele. „Wir befinden uns aktuell in der Vorplanung und wollen uns dafür vom Gemeinderat am 23. März die Genehmigung einholen, um anschließend mit dieser Planung und den Variantenvorschlägen weiterarbeiten zu können.“
Bis Ende 2027 wollen die Stadt und ihre Projektpartner die Planung abschließen. Danach folgt das Planfeststellungsverfahren. In diesem Verfahren haben Bürgerinnen und Bürger sowie Verbände und Behörden erneut die Möglichkeit, die Pläne einzusehen und Einwände vorzubringen. Der Baubeginn ist derzeit für 2030/31 vorgesehen.
Nach der Vorstellung des Projekts durch Martin Karnetzky von der wat-Ingenieursgesellschaft und Bernhard Mahn vom Ingenieurbüro Winkler und Partner hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich an den Infotischen zu „Planung und Bau“, „Umwelt und Natur“, „Urbane Murg“ und „Projektübersicht und Öffentlichkeitsbeteiligung“ vertieft über die verschiedenen Aspekte der Planung zu informieren und mit den Fachplanern und Vertretern der Stadt und des Regierungspräsidiums ins Gespräch zu kommen.
Besonders intensiv diskutiert wurden an dem Infoständen Fragen zu möglichen Auswirkungen auf den Baumbestand, angrenzende Grundstücke, zum Schachtelbach, zum weiteren Projektverlauf sowie zu naturschutzrechtlichen Belangen. Die anwesenden Experten gingen ausführlich auf die Fragen der Teilnehmenden ein und nahmen Anregungen auf.
Bis zum 17. März haben Bürger nun noch die Möglichkeit, Fragen und Hinweise zum Hochwasserschutzprojekt digital einzureichen.
Weitere Informationen gibt es unter auf der Projektwebsite.

