Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz: Stadt lädt zu Gedenkveranstaltung auf dem jüdischen Friedhof ein
Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Anlässlich dieses Jahrestags und in Erinnerung an die Opfer des Holocaust findet in Rastatt am Dienstag, 27. Januar, um 17.30 Uhr, eine Gedenkveranstaltung auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof statt (Ecke Gerwigstraße / Karlsruher Straße). Oberbürgermeisterin Monika Müller lädt alle Interessierten herzlich dazu ein, mit Vertretern des Gemeinderats, der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden/Rastatt sowie des Vereins Stolpersteine Rastatt gemeinsam ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht nötig. Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.
Im Vernichtungslager Auschwitz, das als Synonym für den nationalsozialistischen Massenmord gilt, ermordeten die Nazis während der NS-Zeit weit über eine Million Menschen, vor allem Juden sowie Sinti und Roma. Auch in Rastatt wurden zwischen 1933 und 1945 viele Menschen verfolgt, in Lager deportiert und umgebracht.
Der jüdische Friedhof in Rastatt wurde 1881 unter Beteiligung der Stadt, des katholischen und protestantischen Stadtpfarrers und reger Teilnahme der Bürgerschaft eingeweiht und war bis 1939 in Betrieb. Für die jüdischen Bürger Rastatts war dies damals ein Meilenstein der Emanzipation und Teilhabe. Vor 1881 mussten die Toten der jüdischen Gemeinde auf dem Friedhof in Kuppenheim beigesetzt werden. In Rastatt erfolgten insgesamt rund 150 Beisetzungen. Heute sind noch etwa 100 Grabsteine erhalten.
Mit dem Gedenken an diesem für das jüdische Leben in Rastatt so symbolträchtigen Ort wird nicht nur der Opfer der NS-Zeit erinnert, sondern auch ein Appell an die heutige Gesellschaft gerichtet – sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und Verantwortung zu übernehmen.
