Energie einsparen: Stadtverwaltung Rastatt gibt zehn Tipps

(25. Juli 2022) Die aktuelle Energiesituation in Deutschland macht es notwendig, nachhaltig und sinnvoll mit Energie umzugehen. Die Stadtverwaltung Rastatt und Klimamanager Martin Schursch geben deshalb zehn Tipps, wie jede und jeder ohne größeren Verzicht den eigenen Wärmeverbrauch reduzieren kann.

1. Raumtemperatur absenken
Der einfachste und effektivste Weg Heizenergie zu sparen, ist, die Raumtemperatur abzusenken. Pro ein Grad Celsius weniger Temperatur kann rund sechs Prozent an Energie gespart werden. Mitunter sind Räume zu sehr überhitzet. „Überprüfen Sie, ob die empfohlene Raumtemperatur bei Ihnen in den Räumen zutrifft. 20 bis 22 Grad in Küche und Wohnräumen; 22 bis 24 Grad im Badezimmer, 16 bis 18 Grad im Schlafzimmer; 16 Grad in den Kellerräumen und 22 Grad im Kinderzimmer. Darüber hinaus können Sie die Zimmertemperatur auch weiter absenken“, empfiehlt Schursch.

2. Aktivierung und Ausweitung der Nachtabsenkung
Viele Heizkessel oder Heizsysteme ermöglichen eine Absenkung der Temperatur über Nacht. Um einem Schimmelbefall vorzubeugen, sollte jedoch der Abfall der Zimmertemperatur über Nacht nicht mehr als drei bis vier Grad betragen. Dies erreicht man, indem die Abschaltzeiten verlängert oder verkürzt werden. Schursch rät, dies einfach mal am eigenen Gerät auszuprobieren. Eine Nachtabsenkung ist insbesondere bei älteren Gebäuden sinnvoll, die schlechter isoliert sind oder einen schlechteren Wärmeschutz aufweisen. Je nach Gebäude und Heizsystem ist ein Einsparungseffekt von fünf bis zehn Prozent möglich.

3. Richtige Einstellung des Thermostats
Die meisten Thermostate verfügen heutzutage über eine Skala von eins bis fünf und können manuell geregelt werden. Um die richtige Temperatureinstellung für den jeweiligen Raum zu finden, muss man wissen, welche Temperatur sich hinter welchem Wert befindet. „Eins steht für rund zwölf Grad, und die Einstellung fünf für ungefähr 28 Grad. Der Abstand zwischen zwei Stufen beträgt damit rund vier Grad“, erklärt der Klimamanager. Zudem werde der Raum nicht schneller warm, wenn das Thermostatventil auf fünf voll aufgedreht wird. Es bestehe eher die Gefahr, dass nach Erreichen der sinnvollen Zimmertemperatur vergessen wird, das Thermostatventil wieder herunterzudrehen und somit Energie verschwendet wird, weist Schursch hin.

4. Dämmung der Leitungsrohre
Nicht nur, dass es nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorgeschrieben ist, die zugänglichen Leitungsrohre zu dämmen, ist es darüber hinaus auch wirtschaftlich und energetisch sinnvoll dies zu tun. Je nach Heizwassertemperatur und Leitungsdurchschnitt können die Energieverluste bis zu 250 Kilowattstunde und laufenden Meter betragen. Durch eine gute Isolierung lassen sich diese Verluste um 70 bis 90 Prozent reduzieren. Eine gute Dämmung ist ungefähr genauso stark wie das Leitungsrohr an Durchmesser aufweist. „Diese Arbeiten können Sie auch selber durchführen. Die Materialien kosten nur wenige Euro“, sagt Schursch. 

5. Hydraulischer Abgleich und richtiges Einstellen der Heizungskurve
Um den Energieverbrauch weiter zu senken, kann es hilfreich sein, einen hydraulischen Abgleich durchzuführen. Dieser wird in aller Regel dann durchgeführt, wenn Veränderungen an der Gebäudesubstanz oder dem energetischen Zustand durchgeführt werden. Der städtische Klimamanager macht allerdings deutlich: „Der hydraulische Abgleich sollte durch einen Experten durchgeführt werden, der Ihnen die einzelnen Heizkörper richtig einstellt.“

6. Richtiges Lüften
Jede Wärmebrücke in der Hüllfläche eines Gebäudes stellt eine Schwachstelle dar. Daher ist es wichtig, die Wärmeverluste nach außen hin zu verringern. Eine Schwachstelle sind in der kalten Jahreszeit gekippte Fenster. Diese führen dazu, dass die unmittelbaren Wände um die Fenster herum stärker auskühlen. Zusätzlich ist der Durchlüftungseffekt sehr träge und es bedarf einer langen Zeit, bis der ganze Luftinhalt eines Raumes ausgetauscht wurde. Letztlich verbraucht es weniger Energie, kalte Luft aufzuheizen als ausgekühlte Wände zu erwärmen. Daher der Tipp: Kurz und per Stoß- und Querlüftung für frische Luft sorgen. 

7. Heizkörper(nischen) nicht zustellen
Damit der Heizstrom ungehindert auf die Raumluft übergehen kann, ist es sinnvoll und notwendig, dass die Heizkörper nicht verstellt sind mit Möbeln oder Gardienen. Ein Mindestabstand von 30 Zentimeter sollte eingehalten werden zwischen Heizkörper und Möbeln. Gardienen sollten zudem über den Heizkörpern enden und nicht bis zum Boden reichen. All dies verhindert, dass sich Hitze staut und schlechter an den Raum abgegeben wird. 

8. Heizkörpernischen dämmen
In Gebäuden aus den 60er und 70er Jahren trifft man überwiegend Heiznischen an. Diese weisen durch die Bauart eine geringere Wandstärke auf und einen damit verbundenen geringeren Wärmewiderstand. Damit geht über diese Fläche vergleichsweise viel Energie verloren. „Eine nachträgliche Dämmung mit Isoliermatten ist mitunter möglich. Diese können Sie auch selber anbringen“, so Schursch.

9. Warmwasserverbrauch senken
In den meisten Haushalten wird Brauch- und Heizwasser über den gleichen Heizkessel zur Verfügung gestellt. Somit hat der Verbrauch von erwärmten Brauchwasser einen direkten Einfluss auf den Gesamtwärmeverbrauch des Hauses. Für einmal Baden mit 150 Liter Wasser wird rund vier bis fünf Kilowatt oder 0,4 bis 0,5 Kubikmeter Erdgas benötigt. Beim Duschen nur rund ein Drittel. Aber auch hier können durch Wassersparköpfe und kürzere Duschzeiten noch mehr Energie eingespart werden.

10. Einstellung der Wassertemperatur
Bei einem Durchlauferhitzer, egal ob Strom oder Gas, lässt sich der Energieverbrauch reduzieren. Bei einem ausreichend hohen Warmwasserdurchsatz reicht es, die Temperatur des Durchlauferhitzers auf 55 Grad einzustellen. Bei einer vorher eingestellten Temperatur von 60 Grad lässt sich somit rund zehn Prozent Energie einsparen. „Wenn Sie beim Duschen die Duschtemperatur um ein bis zwei Grad reduzieren, können Sie auch hier schon den Energieverbrauch stark verringern“, betont der städtische Klimamanager Martin Schursch. 

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