„Starke Jugend, starke Stadt“: Jugendgipfel 2022 startet mit einer Demonstration

(20. Juli 2022) „Starke Jugend, starke Stadt“ skandierte die Jugenddelegation beim Einlaufen am Dienstag in die BadnerHalle und hob Pappschilder in die Höhe mit Forderungen wie „Unsere Zukunft in unseren Händen“, „Ganz dünnes Eis – Klimaschutz“ oder „Beleuchtung sorgt für Sicherheit“. Rund 200 Schülerinnen und Schüler waren in diesem Jahr der Einladung der Jugenddelegation zum Jugendgipfel gefolgt. Der Jugendgipfel sollte dieses Mal einer Demonstration gleichkommen, bei der sich Jugendliche zusammenfinden, um gemeinsam ihre Meinung kundzutun und Ideen für Rastatt zu entwickeln. Passend dazu stand der Jugendgipfel in diesem Jahr unter dem Motto „Deine Stimme ist wichtig“.

Große Mühe hatte sich die Jugenddelegation bereits bei den Vorbereitungen gegeben und eine eigene Zeitung im Stil der „Bild“ kreiert. Das Design ähnelte der Boulevardzeitung und trug den Namen „Wild. Unabhängig. Überparteilich“. Darin gaben die Jugendlichen bereits einen ersten Überblick über die Themen, die sie beschäftigen. Aufgegriffen wurden diese dann auch an den verschiedenen Diskussionsinseln in der BadnerHalle, an denen die Themen Schule, Jugendcafé, Jugendtreffplätze, Angebote der Jugendförderung und „Deine Idee für Rastatt“ diskutiert wurden. Auch das trinationale Jugendforum, das am 1. Oktober erstmals in Rastatt ausgerichtet wird, wurde besprochen.

Jugendcafé
Was lange währt, wird endlich gut: Das von Rastatts Jugendlichen bereits seit Jahren gewünschte Jugendcafé wird nun voraussichtlich tatsächlich wahr. Wo das Jugendcafé eröffnet wird, will die Stadtverwaltung bekanntgeben, sobald der Mietvertrag in trockenen Tücher ist. Die Vorzeichen stehen jedenfalls gut. Beim Jugendgipfel haben die Teilnehmenden schon einmal kräftig diskutiert, wie das Café, das von den Jugendlichen selbst bewirtet wird, gestaltet werden soll. So wünschen sie sich unter anderem Getränke-, Snack- und Spielautomaten, eine Chillecke mit Sitzsäcken, einen Tischkicker und eine große Pinnwand, an die Minijobs, Wünsche und Kritik gepinnt werden können. Auch einen Lernraum soll es geben. Und einmal im Monat wollen die Jugendlichen Events veranstalten wie einen Karaoke-Abend oder ein Tischkicker-Turnier. 

Schule
Alle Schülerinnen und Schüler, die bei der Diskussionsinsel „Schule“ dabei waren, wünschen sich Tablets für den Unterricht. So berichtete eine Teilnehmerin einer Klasse, in der bereits Tablets eingeführt wurden, dass bei weniger Gewicht in der Schultasche trotzdem alle Unterlagen immer parat seien und Papier eingespart werde. Mitschriebe könnten übersichtlicher gestaltet und mit Bildern und Skizzen versehen werden. Gleichzeitig sei die Arbeit mit dem Tablet „cooler“.

Auch die derzeitige Hitze in den Klassenräumen wurde angesprochen und der Wunsch nach einer Klimaanlage geäußert, die jedoch energieschonend über eine Solaranlage betrieben werden sollte. Wichtig war es den Schülerinnen und Schüler zudem, dass Lerndefizite, die während der Corona-Pandemie entstanden sind, durch Ferienkurse ausgeglichen werden. Ebenso war der einmütig Wunsch, verpasste Klassenfahrten und Events während der zwei Jahre nun nachzuholen. 

Nicht nur im Themenbereich „Schule“, sondern auch bei vielen anderen Inseln wurde die Busverbindung in Rastatt angesprochen. So klagten die Schülerinnen und Schüler über zu wenige und fehlende Verbindungen, insbesondere am Wochenende und in den Abendstunden. Gleichzeitig wünschen sie sich mehr Fahrradstellplätze und einen Ausbau des Radwegenetzes. 
 

Jugendtreffplätze/Sportplätze
Auf die Calisthenics-Anlage an der Murg, die auf Initiative der Jugendförderung entstanden ist, sind die Jugendlichen stolz. Aufgrund der großen Nachfrage wünschen sie sich nun eine weitere Anlage in zentraler Lage am besten mit überdachten Sitzmöglichkeiten. Gleichzeitig wollen sie mehr Vielfalt bei den Sportplätzen. So sollte es nicht überwiegend Fußballballplätze geben. Auch wünschen sie sich, ihre Freizeitaktivitäten auch in der Dämmerung und im Winter ausüben zu können. Dafür sollten zum einen die Plätze beleuchtet, zum anderen Sporthallen im Winter für die Jugendlichen geöffnet werden. 

Angebote der Jugendförderung
Überrascht von dem vielfältigen Angebot der städtischen Jugendförderung zeigten sich die Schülerinnen und Schüler. Erstmals stand die Arbeit der Jugendförderung auf der Agenda des Jugendgipfels. Das Fazit, das das städtische Team daraus zieht, ist eindeutig: Werbung und Information über die Angebote müssen verbessert werden. Neben dem neuen Instagram-Auftritt „jugendtreffs_rastatt“ wurde auch empfohlen, mehr in die Schulen zu gehen. Auch Feste und Feiern in und um den Jugendtreff standen auf der Wunschliste. 

Trinationales Jugendforum
Rastatt ist erstmals in diesem Jahr Ausrichter des trinationalen Jugendforums. Am 1. Oktober treffen sich Jugendliche aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz in der BadnerHalle, um einen Tag lang über die Entwicklungsmöglichkeiten der Grenzregionen zu sprechen. Mögliche Themen dafür hat die Jugenddelegation bereits bei ihrem Hüttenwochenende erarbeitet. Zusätzlich schlugen die Schülerinnen und Schüler am Dienstag vor, sollte man die Verkehrsanbindungen insbesondere ins Elsass verbessern und gemeinsame Events veranstalten, um den Austausch und Kontakt zu fördern. Dadurch wird die Sprache im Nachbarland erlebbar und bleibt nicht nur theoretisches Schulfach.  

Deine Idee für Rastatt
Bei der Themeninsel „Deine Idee für Rastatt“ konnten die Jugendlichen bunt gemischt alle Themen ansprechen, die ihnen wichtig sind. So schlugen sie mehr Shoppinggeschäfte für Jugendliche in der Innenstadt vor oder auch ein Outlet-Center, ähnlich dem in Roppenheim. Auch wurde der Wunsch nach mehr Bankautomaten geäußert, die gerade in den Dörfern zuletzt abgebaut wurden. Bei mehreren Diskussionsinseln angesprochen wurde zudem das Thema Sicherheit und Sauberkeit. Unwohl fühlen sich viele Jugendliche besonders am Abend am Bahnhof, im Schlosspark und an der Murg. Hier wünschten sie sich unter anderem eine bessere Beleuchtung an den Plätzen. Zugesichert wurde den Jugendlichen von der Stadtverwaltung schon jetzt, dass sie bei der Gestaltung des neuen Bahnhofvorplatzes mitwirken könnten. 

Wie geht es weiter?
Die gesammelten Wünsche der Schülerinnen und Schüler werden nun ausgewertet und an die jeweiligen Fachbereiche der Stadtverwaltung weitergereicht und dort auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Am 23. September, 16 Uhr, im Rossi-Haus stellt sich die Jugenddelegation neu auf. Mitglieder werden können alle Rastatter Jugendliche ab 14 Jahren. Gemeinsam legt die neue Jugenddelegation dann fest, welche Themen prioritär angegangen werden. 
 

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