Dokumentation mit Kunst gepaart: Rastatter Stadtmuseum zeigt Schwarz-Weiß-Fotografien von Matthias Hoffmann

(1. Juli 2022) Es sind die prägendsten Bauwerke Rastatts, die einem beim Eintritt ins Stadtmuseum direkt ins Auge stoßen. Die Pagodenburg, das Historische Rathaus oder auch das Schloss Favorite. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen dokumentieren den Zustand der historischen Gebäude in den 90er Jahren. Doch die Fotografien sind mehr als reine Archivbilder. Dem Fotografen Matthias Hoffmann ist es bei seinen Bildern gelungen, aus reinen Bestandsaufnahmen eindrucksvolle Kunstwerke zu kreieren. Das „Best-of“ seiner Werke, die die verschiedenen Örtlichkeiten von Rastatt zwischen 1995 bis 2002 zeigen, sind unter dem Titel „Bestandsaufnahmen“ ab sofort und bis November 2022 in insgesamt fünf Räumen des Stadtmuseums zu sehen. 

Ganz rein und unberührt zeigen sich die Fotoobjekte. Fast so, als wären die Aufnahmen zufällig entstanden. Durch das Spiel von Licht und Schatten bekommen die Bilder eine Tiefe, die dem Betrachter das Gefühl vermittelt, direkt vor dem fotografierten Gebäude zu stehen. Hoffmann hat sich bei seinen Motiven jedoch keineswegs nur auf die prominenten Bauwerke konzentriert. Vielmehr dokumentiert er ein Stück Rastatter Stadtgeschichte. Zu sehen sind etwa Aufnahmen der ehemaligen Georgenvorstadt, der Kaserne Canrobert oder der Badischen Waggonfabrik. Gleichzeitig widmet sich ein Raum im Stadtmuseum der modernen Architektur in Rastatt. 

Den ersten Auftrag für die Fotografien hatte Hoffmann 1993 von der Stadtverwaltung zunächst mit dem Zweck erhalten, den Bestand des ehemaligen Festungslazaretts und heutigem Zentralen Fundarchiv fotografisch zu dokumentieren. In den Aufnahmen erkannte man jedoch schnell das künstlerische Potenzial der Bilder. Es folgten Aufträge für die Produktion eines Rastatter Kalenders und weitere Fotoprojekte, die einst im Historischen Rathaus zu sehen waren. Beim gemeinsamen Besuch einer Fotografie-Ausstellung in Mannheim kam Museumsleiterin Iris Baumgärtner dann die Idee, ein Best-of der gesammelten und zwischenzeitlich archivierten Bilder Hoffmanns zu zeigen. 

Wie viel Arbeit damit verbunden ist, aus einem Foto ein ausdruckstarkes Bild zu erzeugen, kann der Betrachter nur erahnen. Stundenlang habe er manchmal mit seiner Großformatkamera vor einem Objekt gewartet, ehe beispielsweise die Wolken sich so formatierten, dass sie sich perfekt in das Bild einfügten, berichtet der Fotograf. Und dann fing die Arbeit erst richtig an. Was heute zum Teil mit wenigen Klicks digital bearbeitet werden kann, musste Hoffmann damals noch manuell in seiner eigenen Dunkelkammer aufwendig produzieren. Kontinuierlich wässerte er das Fotopapier wie in einem Aquarium, ehe er es trocknete und heiß aufzog. Jeder Abzug sah dabei anders aus. Diesen Vorgang wiederholte der Künstler so lange, bis das perfekte Schwarz-Weiß-Foto herauskam. Entstanden sind dabei zahlreiche Fotografien, die sowohl den Bestand vieler heutzutage nicht mehr vorhandener Gebäude dokumentiert und gleichzeitig einen hohen künstlerischen Anspruch erfüllen. 

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