„Grafik! Grafik! Die Städtische Galerie Fruchthalle zu Gast im Stadtmuseum“: Ausstellung ab 12. Dezember zu sehen

(10. Dezember 2021) Papier ist ein vielfältiger Werkstoff. Auch in der Kunst. Papier ist nicht nur Träger von Kunstwerken, sondern kann gleichzeitig auch Material von Kunstwerken sein. Die neue Ausstellung im Rastatter Stadtmuseum „Grafik! Grafik! Die Städtische Galerie Fruchthalle zu Gast im Stadtmuseum“ stellt den Werkstoff Papier und die verschiedenen Drucktechniken in den Fokus. Neben Werken der Karlsruher Künstlerin Peco Kawashima, die in diesem Jahr mit dem Hanna-Nagel-Preis ausgezeichnet wurde, sind Druckgrafiken aus dem Bestand der Galerie Fruchthalle zu sehen, unter anderem von Otto Dix, Karl Hubbuch und Erich Heckel. Das Stadtmuseum zeigt ergänzend Rohrfederzeichnungen von Karl Hubbuch, die in den Jahren 1944 bis 1946 entstanden sind. Zu sehen ist die Ausstellung ab Sonntag, 12. Dezember, und über die Dauer der umbaubedingten Schließung der Fruchthalle. 

Historie mit zeitgenössischer Kunst zu verbinden, das war die Herausforderung, der sich Stadtmuseumsleiterin Iris Baumgärtner und der Leiter der Städtischen Galerie Fruchthalle stellen mussten. Doch der „Brückenschlag“, wie Schmitt vielfach betont, ist gelungen. Das Foyer widmet sich ganz den Rohrfederzeichnungen des 1891 in Karlsruhe geborenen Malers Karl Hubbuch, der einst auch Rastatter Stadtrat war. Zu sehen sind Ansichten von Schloss Favorite, der Pagodenburg und dem Residenzschloss Rastatt. Hubbuch ist es auch, der die Verbindung zu den Ausstellungsräumen schafft. Direkt beim Betreten des ersten Raums fällt der Blick auf den Holzschnitt einer jungen Frau. Es zeigt vermutlich das Bildnis von Hubbuchs Tochter Miriam. „Spannend ist zu sehen, dass Hubbuch in seinen Werken die verschiedenen Druck-Techniken anwendet“, so Schmitt. Dies habe auch einen pädagogischen Nutzen, erklärte der Leiter der Galerie Fruchthalle, der gemeinsam mit Baumgärtner plant, Führungen und Workshops insbesondere für Schulklassen anzubieten. 

Unterteilt sind die Räume nach den verschiedenen Verfahren in den Drucktechniken des Hochdrucks, Flach- sowie Tiefdrucks. In jedem Raum wird dazu passend eine Original-Druckplatte ausgestellt. „Die Lithographie gehörte im 19. Jahrhundert zu den am meisten angewendeten Drucktechniken“, erklärte Baumgärtner. Dank dieser Druckform auf Steinplatten habe eine höhere Auflage angefertigt und auch Plakate gedruckt werden können. 

Auch Peco Kawashima, die als Gastkünstlerin ihre Werke im Stadtmuseum zeigt, verwendet für ihre Grafiken den Holzschnitt. Doch die gebürtige Japanerin beschränkt sich in ihrer Arbeit nicht nur auf das eindimensionale, gedruckte Bild, sondern sie gibt ihren Beobachtungen des Alltags eine greifbare Form. Im Stadtmuseum sind unter anderem die Arbeiten „Ein Frühlingstag“ zu sehen, symbolisiert durch eine menschengroße Blume, deren Blüte aus feinen Papierseiten besteht, und das dreidimensionale Wandbild „Es könnte sich verändern“, das zwei Figuren zeigt, die mit einem Faden verbunden sind. 

Das Highlight der Schau von Kawashima ist aber sicherlich eine Installation, die sie mit „108“ bezeichnet. Im Buddhismus und auch in der Heimat der Künstlerin hat die Zahl eine besondere Bedeutung. „108 Mal werden an Silvester in Japan die Glocken in den Tempeln geschlagen“, erzählte Kawashima. Und tatsächlich hängen im lichtdurchfluteten Arkadenraum des Stadtmuseum 108 aufwändig mit Seidenpapier gefertigte „Glocken“. Wer darunter hindurch läuft, erlebt die Leichtigkeit und Bewegung des Kunstwerks. 

Folgen Sie uns auf:


Ansprechpartner für die Presse

Pressestelle Stadt Rastatt

Telefon: 07222 972-1300
oder -1301

E-Mail: pressestelle@rastatt.de