Digitale Nachbarschaftsgespräche: viele Ideen und großes Engagement fürs Bahnhofsviertel und für Rheinau-Nord

(13. April 2021) Bürgerdialog gelingt auch digital. Das bewiesen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von zwei Nachbarschaftsgesprächen Bahnhofsviertel und Rheinau-Nord, die im März als Videokonferenzen stattfanden. Insgesamt 29 Teilnehmende hatten sich auf Einladung der Stadt Rastatt zum digitalen Nachbarschaftsgespräch Bahnhofsviertel eingefunden, während sich 35 beim Nachbarschaftsgespräch Rheinau-Nord vor den Bildschirmen versammelten. In beiden Gesprächen ging es darum, die bisherigen Ergebnisse der seit Anfang 2020 im Rahmen des Landesprogramms „Nachbarschaftsgespräche“ laufenden Beteiligungsprojekte zu reflektieren und weiterzuentwickeln. „Demokratie beginnt in der Nachbarschaft“, betonte Oberbürgermeister Hans-Jürgen Pütsch, der an beiden Digital-Dialogen teilnahm. Er zeigte sich beeindruckt vom konstruktiven Miteinander und gemeinsamen Willen, etwas positiv zu bewegen in den Stadtteilen. Auch wenn das digitale Format der Veranstaltungen ungewohnt war: Vorschläge und engagierte Wortbeiträge gab es zuhauf. Und so unterschiedlich die beiden Stadtviertel auch sein mögen: Die geäußerten Wünsche und Verbesserungsvorschläge ähneln sich doch sehr. In beiden Nachbarschaftsgesprächen auf der Wunsch- und To-do-Liste ganz oben stehen Sauberkeit, mehr Grün und Aufenthaltsqualität sowie Feste zur Stärkung des Wir-Gefühls.

Rückblick Nachbarschaftsgespräch Bahnhofsviertel
Zur Einstimmung zeigte Stadtarchivar Oliver Fieg einen virtuellen historischen Rundgang durchs Viertel, den Matthias Stickl von der Gemeinwesenarbeit mit aktuellen Fotos ergänzte. Anschließend präsentierte Stickl die Ergebnisse aus mehr als 50 persönlich geführten Gesprächen mit Anwohnern im Sommer 2020 und aus einer Onlineumfrage, die im Februar 2021 stattfand. Moderator Dr. Sven Fries von der begleitenden Stadtberatungsfirma Fries leitete dann in die Arbeitsgruppen über. Diskutiert wurde zu den Themen Wohnen und Wohnumfeld, Gewerbe und Dienstleistungen sowie sozialer Zusammenhalt und Sicherheit. Fazit: Die Teilnehmenden wünschen sich ihr Bahnhofsviertel insgesamt sauberer. Mehr Grün mit Blumen und Bäumen soll zur Steigerung der Aufenthaltsqualität beitragen. Zusammen mit Anwohnern und Geschäftsinhabern schön bepflanzte Blumenkübel in der Bahnhofstraße aufzustellen, für die dann Patenschaften übernommen werden, war eine weitere Idee. Spontan erklärte sich ein Teilnehmer bereit, eine Sitzbank zu spenden. Eine ansprechende Umgebung erhöhe auch das Sicherheitsempfinden und die Attraktivität als Einkaufsmeile, so die einstimmige Meinung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Mehrfach gewünscht wurde ein gemeinsames Fest im Stadtteil. Als Dankeschön an alle Teilnehmenden spendierte der Gewerbeverein RA³, der sich beim Projekt Nachbarschaftsgespräche Bahnhofsviertel seit Anbeginn engagiert, drei Einkaufsgutscheine im Wert zwischen 20 und 50 Euro. Wie geht es jetzt weiter? Die einzelnen Vorschläge sollen in den nächsten Wochen in Arbeitsgruppen noch stärker konkretisiert werden. 

Rückblick Nachbarschaftsgespräch Rheinau-Nord
Gut gestärkt und eingestimmt waren die Teilnehmenden am digitalen Nachbarschaftsgespräch Rhein-Nord. Denn die Organisatoren hatten zum Termin ein „Care-Paket“ zur Verfügung gestellt, mit einer Übersicht über die bisherige Projektarbeit und süßen Snacks. Nach einer Kennenlern-Runde läuteten Moderatorin Andrea Katz, deren Institut das Nachbarschaftsprojekt Rheinau-Nord wissenschaftlich begleitet, und Karin Hub von der Gemeinwesenarbeit Rheinau-Nord dann die Gruppenarbeit ein. Zunächst ging es in Kleingruppen um einen Austausch und eine Gewichtung der bis dato erarbeiteten Vorschläge. Fünf Themenfelder stehen besonders im Fokus von Veränderungswünschen: mehr Angebote für Kinder und Jugendliche, mehr Sicherheit, Verkehrsberuhigung, mehr öffentliches Grün und Sauberkeit sowie Stärkung der Gemeinschaft in der Rheinau. Und was genau sollte zur Umsetzung getan und geplant werden? In der finalen Gruppenarbeit lieferten die Teilnehmenden hierzu wieder viele Ideen, zum Beispiel: Für Kinder und Jugendliche stehe eine Erneuerung der Spielplätze an und eine Erweiterung des Spiel- und Bolzplatzes. Zu einem besseren Sicherheitsgefühl könnte eine neue Beleuchtung am Murgdamm und im Park beitragen, außerdem eine Verstärkung von Polizeistreifen zu Fuß. Beim Verkehr wurde ein Modellprojekt Tempo 30 im Stadtviertel angeregt und generell eine Verlangsamung des Durchgangsverkehrs. Mehr Abfallbehälter und mehr Hundekotbeutel-Spender seien wichtig für mehr Sauberkeit, zu der auch eine „Aktion sauberer Stadtteil“ vorgeschlagen wurde. Zu mehr Grün könnte, so ein weiterer Vorschlag, ein Blühwiesen-Projekt beitragen, für das es auch Fördermittel gebe. Fürs Gemeinschaftsgefühl schließlich soll ein Fest „von der Rheinau für die Rheinau“ auf die Beine gestellt werden. 

Oberbürgermeister Pütsch bedankte sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das großartige Engagement. Ohnehin sei sein Ziel, zukünftig stärker auch in den Stadtteilen präsent zu sein und den direkten Dialog mit der Bürgerschaft zu suchen. Bereits in Planung ist ein Stadtteilspaziergang in der Rheinau zum Thema Verkehr und öffentliches Grün.

Für die weitere Projektarbeit in den beiden Stadtvierteln sind neue Mitwirkende herzlich willkommen. Kontakt:

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