Schulsozialarbeiter unterstützen Kinder auch während des Lockdowns

(19. Februar 2021) Eltern von kleineren Kindern können ein wenig aufatmen. Am kommenden Montag starten die Grundschulen in Baden-Württemberg in den Präsenzunterricht im Wechselbetrieb. Während zwei Klassenstufen in der einen Woche die Schule besuchen können, lernen die beiden anderen Klassenstufen in dieser Woche zu Hause. Und das im Wechsel. Fernlernen steht also weiterhin für die Schülerinnen und Schüler auf dem Programm. Dass das nicht allen Kindern gleichermaßen leicht gelingt, das hat das Team der städtischen Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter in Rastatt über die vergangenen Monate erlebt. Ihre Unterstützung bieten sie deshalb auch weiterhin an. 

Schulen erhalten weitere 400 Tablets
„Über die schulischen Onlineportale, über E-Mail, meist aber über das klassische Telefongespräch halten wir den Kontakt zu den Kindern, Jugendlichen und Eltern“, erzählt Franziska Neamtu. Die Sozialpädagogin arbeitet an der August-Renner-Realschule. Auch mit den Lehrkräften stehen sie in regelmäßigem Kontakt. Hat ein Kind zum Beispiel Schwierigkeiten am Online-Unterricht teilzunehmen, springen häufig die Schulsozialarbeiter ein und lösen mit den Familien das Problem gemeinsam. Tanja Reibold-Orhan von der Karlschule berichtet zudem, dass es in den vergangenen Monaten immer mal wieder vorgekommen sei, dass technische Geräte in den Familien fehlten, insbesondere dann, wenn mehrere Kinder gleichzeitig Fernunterricht hatten. Abhilfen schaffen sollen weitere 400 Tablets, die die Stadt Rastatt bereits bestellt hat und die in Kürze an die Schulen verteilt werden, sagt Pascal Delante vom städtischen Kundenbereich Schulen. Insgesamt verfügen die städtischen Schulen dann über 800 Tablets, die sie nach eigenem Ermessen an ihre Schülerinnen und Schüler ausleihen können. 

Schulsozialarbeiter unterstützen bei der Anmeldung zur Notbetreuung
Oft seien es aber gar nicht die fehlende technische Voraussetzungen, die Probleme verursachen. Manchmal fehle einfach ein ruhiger Lernort in der Wohnung, wenn mehrere Kinder und die Eltern gleichzeig von zu Hause aus arbeiten müssen, berichtet Christina Jablonka von ihrer täglichen Arbeit. Auch gelinge es nicht allen Kindern, in den eigenen vier Wänden diszipliniert zu lernen und zu arbeiten. „Und je länger der Lockdown anhält, desto schwerer fällt es ihnen“, so Jablonka. Ein direktes Gespräch sei in solchen Fällen das Beste. „So können wir schnell helfen, besonders dann, wenn die Familien nicht ganz so gut Deutsch sprechen“, sagt Jablonka. Die Schulsozialarbeiter vereinbaren dann Termine mit den Familien und besuchen sie entweder zu Hause oder treffen sich mit ihnen in der Schule – natürlich mit FFP2-Masken ausgestattet und den nötigen Infektionsschutzabstand. Im direkten Kontakt gelinge die Verständigung deutlich besser, etwa wenn sie beim Antrag für ein digitales Leihgerät unterstützen oder bei der Anmeldung zur Notbetreuung, die auch mit der Schulöffnung am kommenden Montag weiterhin genutzt werden kann. „Wir konnten auch schon mit Familien Lösungen finden, wenn zu Hause kein Internet zur Verfügung steht. Hier gab es nicht nur einmal die Möglichkeit, dass Kinder das W-LAN-Netz der Nachbarn mitzubenutzen durften“, freut sich die Sozialpädagogin über die erfahrene nachbarschaftliche Solidarität.

Außerschulische Programme werden online angeboten
Neben der individuellen Hilfestellung arbeitet das Team der Schulsozialarbeit auch daran, die Angebote, wie das außerunterrichtliche Sprachförderung Programm ISI (Interkulturelle Bildung- Sprache Integration) auch als Online Angebot anzubieten. Seit Ende Januar konnten so drei Gruppen an der Hansjakobschule und Hans-Thoma-Schule wieder stattfinden. „Das klappt sehr gut, die Kinder sind mit viel Eifer und Freude dabei“, berichtet Beate Walter-Kölmel. 
Und auch das Präventionsangebot „Stark ohne Gewalt“, das unter normalen Umständen in allen fünften Klassen als Tagesprojekt durchgeführt wird, soll noch in diesem Schuljahr in einer Onlinevariante durchgeführt werden. „Wir haben die Inhalte so angepasst, dass wir die Kinder auch zu Hause mit einem spannenden Angebot erreichen können“, erzählt Patrick Seckler. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen Franziska Neamtu und Stephanie Müller hat er das Standardprogramm entsprechend umgebaut. „Wir hoffen, dass wir in Abstimmung mit den weiterführenden Schulen auch passende Termine im teilweise sehr engen Stundenplan finden“, so die drei Sozialarbeiter unisono.

Alle Schulsozialarbeiter sind auch während geschlossener oder nur teilweise geöffneten Schulen weiterhin über E-Mail, Telefon und die jeweilige Schulplattform erreichbar. Eine Übersicht der Kontaktdaten gibt es zudem hier auf der städtischen Internetseite. 

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