Stadt ist gewappnet für mögliches Hochwasser/Förster bittet zum Schutz der Wildtiere von Spaziergängen am Rhein abzusehen

(28. Januar 2021) Dauerregen und einsetzende Schneeschmelze lassen die Pegelstände von Rhein und Murg derzeit steigen. Nach Angaben der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) Baden-Württemberg könnte der Murgpegel an der Hindenburgbrücke in den kommenden Tagen auf 2,4 Meter ansteigen. Die Teams der städtischen Wasserwirtschaft und der Technischen Betriebe sind vorbereitet. Doch für Wildtiere, die im Rheinauenwald leben, kann das Hochwasser lebensbedrohlich werden. Der städtische Förster Martin Koch bittet deshalb Bürgerinnen und Bürger, zum Schutz der Tiere auf Spaziergänge auf dem Hochwasserdamm am Wochenende zu verzichten.

Schon seit Tagen bereiten sich die Teams der Technischen Betriebe auf den kommenden Hochwasserbetrieb vor. Sandsäcke, Dammbalken und mobile Pumpen sind gerichtet. Und auch die Dienstpläne für die 24-stündige Rufbereitschaft und für den Hochwasserdienst sind geschrieben. „Wir sind gewappnet für das Hochwasser“, sagt Tibor Sindek, Leiter des Kundenbereichs Wasserwirtschaft. Fest im Blick haben er und seine Kollegen dabei das Kanalnetz. Denn steigt der Pegel der Murg an, kann das Regenwasser über den Kanal nicht mehr in die Murg fließen. Die Folge: Das Hochwasser würde zurückdrücken und könnte zu einem Überlaufen des Kanalnetzes und somit zu Überschwemmungen in der Stadt führen. Damit das nicht passiert, werden bei Hochwasser die Ausläufe des Kanalnetzes mittels Schiebern abgesperrt und das Wasser mit Druck in die Murg gepumpt. Die Hochwasserpumpwerke und die Absperrschieber werden in diesen Tagen deshalb besonders häufig durch die Mitarbeiter vor Ort und zusätzlich elektronisch vom Büro aus kontrolliert.

Doch nicht nur die Pegelstände an der Murg werden zum Wochenende hin steigen, auch der Rhein wird aller Voraussicht nach über die Ufergrenze treten. Das Schöpfwerk des Riedkanalzweckverbandes am Einlauf in den Goldkanal bei Steinmauern wird deshalb ebenfalls aktiviert und durch städtische Mitarbeiter im Hochwasserdienst überwacht. Steigt der Rhein am Pegel Plittersdorf mit dauerhafter oder gar weiter steigender Tendenz über den Messwert von sieben Meter an, werden die Rheinhochwasserdämme regelmäßig durch Teams der jeweiligen Ortsteilfeuerwehren der Feuerwehr Rastatt kontrolliert. Wirkt ein Damm instabil, kann die sogenannte Dammwache sofort eingreifen und weitere Maßnahmen einleiten. 

Wildtiere nicht aufschrecken
Der Scheitel der Hochwasserwelle wird laut HVZ in der Nacht von Samstag auf Sonntag erwartet. Für die Wildtiere, die in den Rheinauen leben, bedeutet das, dass sie sich ab Freitagabend über den Hochwasserdamm aus dem Überflutungsgebiet in Sicherheit bringen werden. Deshalb bittet der städtische Förster, Spaziergänge auf dem Hochwasserdamm, vor allem am kommenden Samstag, zu unterlassen. „Die Wildtiere reagieren auf Menschen, die auf dem Damm spazieren gehen, und flüchten sehr häufig in ihr eigenes Verderben, also zurück in den überfluteten Bereich“, erklärt Koch. Dort gebe es für die Tiere dann faktisch keine Überlebenschance – vor allem dann nicht, wenn der Pegel des Rheins so stark ansteigt, wie die Prognosen es für dieses Wochenende voraussagen. 

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