Erstmals PFC-Grenzwerte in Wintersdorf überschritten/Grünflächen sollten nicht mit Grundwasser bewässert werden

(16. November 2020) Bei einer Grundwasseruntersuchung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) wurde erstmals in Wintersdorf der PFC-Grenzwert überschritten, der als schädlich gilt. Auch in den Badeseen Sauweide und Sämannsee wurden vereinzelt erhöhte Werte der per- und polyfluorierten Chemikalie festgestellt. Da PFC im Verdacht steht, gesundheitsgefährdend zu sein, empfiehlt der Fachbereich Tiefbau und Wasserwirtschaft der Stadt Rastatt schon jetzt, Grundwasser nicht mehr zur Bewässerung von Grünflächen, Sportanlagen und von heimischen Gärten zu nutzen. Durch die Bewässerung mit PFC-haltigem Grundwasser können sich die schädlichen Substanzen in Pflanzen oder im Boden anreichern. Auch Besitzer von Gartenpools sollten in der kommenden Badesaison nicht aufs Grundwasser zurückgreifen. Mit dem Angelsportverein Wintersdorf steht die Stadt bereits in Kontakt. Bislang gibt es für Angler noch keine Einschränkungen. 

Wintersdorf blieb bislang verschont von PFC, da die Schadstofffahne, also die Fließrichtung des belastenden Grundwassers, nach dem Grundwassermodell der LUBW am Riedort vorbeiführt. Doch bei flächenhaften Grundwasseruntersuchungen wurde nun festgestellt, dass bei einigen Messstellen in der Dorfstraße und der Eisenbahnstraße der PFC-Gehalt knapp über der kritischen Quotientensumme von 1,0 liegt, die das Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg 2018 als Grenzwert festgelegt hat, sowie in den beiden Seen Grenzwerte für Einzelparameter aus der Gruppe der PFC überschritten wurden.

Die großflächigen Verunreinigungen in Mittelbaden beschäftigen die Behörden seit vielen Jahren. Die nun nachgewiesenen PFC-Werte in Wintersdorf sind möglicherweise auf Papierschlämme zurückzuführen, die auf landwirtschaftlichen Feldern in Hügelsheim aufgebracht wurden, in Verbindung mit dem Einsatz von Feuerlöschschaum bei einem Einsatz am Baden-Airpark. Den nun erhöhten PFC-Wert in Wintersdorf führt die LUBW auf den Vorfall am Baden-Airpark zurück. Dabei seien die PFC-Substanzen über das Grundwasser in den am Flughafen verlaufenden Rheinniederungskanal gesickert und über die Fließrichtung des Kanals in das Grundwasser nach Wintersdorf gelangt. 

Um einen detaillierten Überblick zu bekommen, an welchen Stellen PFC im Grundwasser in Wintersdorf nachweisbar sind, bitten die Stadt und der Landkreis Rastatt private Brunnenbesitzer und auch Vereine, die einen Brunnen zur Bewässerung ihrer Grünflächen nutzen, sich zu melden. Die Brunnen werden danach auf PFC untersucht. Die Beprobung kann selbstständig durchgeführt werden, alternativ unterstützt Janis Dumas vom Fachbereich Tiefbau und Wasserwirtschaft Brunnenbesitzer und bringt die Proben zur Auswertung in ein Labor. Telefonisch erreichbar ist Dumas unter 07222 972-5111 oder per E-Mail an janis.dumas@rastatt.de. Die Kosten für die Beprobung müssen die Brunnenbesitzer selbst tragen. Die Analyseergebnisse werden danach dem Landratsamt Rastatt vorgelegt, das über das weitere Vorgehen entscheidet. Kontaktperson beim Landratsamt ist Manuela Binz, Telefon 07222 -381-4205, E-Mail: m.binz@landkreis-rastatt.de 

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