Volkstrauertag setzt Impuls für Frieden und Völkerverständigung: Stadt und Landkreis Rastatt gedenken der Weltkriegsopfer

(15. November 2020) Es ist nicht nur ein stiller Gedenktag, in diesem Jahr wurde der Volkstrauertag auch in aller Stille und im kleinsten Kreis begangen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste auf die öffentliche Gedenkstunde verzichtet werden. Stattdessen haben am Sonntag Dr. Jörg Peter, Vertreter des erkrankten Rastatter Landrats Toni Huber, Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch sowie Philipp Degler vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge an die Toten der beiden Weltkriege gedacht. An den Gedenkstätten des Stadtfriedhofs legten sie Blumenkränze nieder. 

„Der Volkstrauertag ist ein Protest gegen das Vergessen, gegen das Verdrehen von Wahrheiten und gegen alles, was Leben zerstören will. Er schreibt den Menschen ins Stammbuch: 75 Jahre Frieden sind keine Selbstverständlichkeit!“, mahnte Peter. Eines der deutlichsten Zeichen gegen Krieg und Hass sei das geeinte Europa. Offene Grenzen seien ein großes Signal für den Frieden. „Wie selbstverständlich dieses Signal für uns geworden ist, haben wir gerade in diesem Jahr erlebt, als die Schranken wegen der Corona-Pandemie für einige Zeit wieder geschlossen wurden.“ 
Eine Seuche habe das Leben erfasst, die sich wie ein Schatten über das Land lege, auch über den Volkstrauertag. Das Virus erzeuge Ängste und Unsicherheiten. Und dennoch „eint das Virus die Menschen auf der Welt auf eine noch die dagewesene Weise“, führte Peter aus. Es sei eine weltweite Anstrengung für menschliche Zwecke, völlig unabhängig davon, welche Egoismen in manchen Staaten regieren. Vielleicht berge die Krise auch einen kleinen Anfang, einen neuen Impuls, der den Umgang der Menschen über Ländergrenzen hinweg neu auslote. „Vielleicht ist es gerade der Volkstrauertag, der diesen Impuls aufgreift, gleichsam verstärkt und zu einem von Frieden und Verständigung geprägten Bewusstsein formt. Wenn das gelingt, dann kann der Volkstrauertag als das verstanden werden, was man ihm gerne zuschreibt: als Weltfriedenstag“, so der Erste Landesbeamte des Landkreises Rastatt.

Allein im Zweiten Weltkrieg verloren über 60 Millionen Menschen ihr Leben durch kriegerische Handlungen, Völkermord in Lagern, Bombardierung, Flucht, Vertreibung und Verschleppung. Etwa 6,3 Millionen Deutsche starben. Mit dem rückblickenden Wissen, welches Leid die Menschen damals erfahren mussten, werden die Errungenschaften der vergangenen 75 Jahre nochmals deutlicher, hob OB Pütsch hervor. „Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs leben wir in Frieden und in einer gefestigten Demokratie. Welch´ ein Segen, den wir uns immer wieder bewusst machen müssen“, betonte Pütsch. Dazu gehöre es auch, die Erinnerung wachzuhalten und an die zu denken, die ihr Leben lassen mussten in den sinnlosen Kriegen der Vergangenheit. „Ich bin sehr dankbar, dass der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hier unermüdlich Aufklärung betreibt, zum Seelenfrieden unzähliger Familien beigetragen hat und die Tradition dieses Gedenktags pflegt“, richtete Pütsch seine Worte auch an Degler als Ortsbeauftragten des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge. 

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