Legionellen im Trinkwasser: Sporthalle der Carl-Schurz-Schule gesperrt

(8. Oktober 2020) Legionellen in der Kaltwasserleitung der Sporthalle der Carl-Schurz-Schule zwingen die Stadt Rastatt dazu, die Halle bis auf Weiteres zu sperren. Das Ergebnis einer vorangegangenen Untersuchung von Wasserproben aus den Rohren der Halle zeigte am vergangenen Montag Bakterien in unerwartet hoher Konzentration. Legionellen können beim Einatmen von Wasserdampf unter anderem Lungenentzündungen hervorrufen. Die Stadt hat sofort gehandelt, das Rastatter Gesundheitsamt informiert und zunächst die Sanitärräume gesperrt. Am gestrigen Mittwoch entschied man dann gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und der Schulleitung die Halle komplett zu sperren, bis in rund einer Woche die Ergebnisse einer erneuten mikrobiologischen Beprobung der Kaltwasserleitung vorliegen. 

Bei der jährlichen Untersuchung von Wasserproben auf Legionellen wurde in der Schulsporthalle bereits im Herbst letzten Jahres eine hohe Kontamination im Warmwasser festgestellt. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wurden daraufhin die Duschen gesperrt. Anfang des Jahres erfolgte zunächst eine thermische Desinfektion der Leitungen. Dabei wurden die Rohre mit stark erhitztem Wasser durchspült, um die Legionellen abzutöten. Der erhoffte Effekt stellte sich jedoch nur zum Teil ein. Denn trotz dieser Maßnahme ergab eine erneute Beprobung immerhin noch eine mittlere Kontamination mit Legionellen. Da die Ergebnisse jedoch unter den kritischen Grenzwerten lagen, konnte man von einer erneuten Schließung der Duschen absehen. Hinzu kam, dass während des Corona-Lockdowns ohnehin die Halle gesperrt und eine Nutzung der Dusche auch danach nicht möglich war. Die Stadt betont in diesem Zusammenhang, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Menschen bestand. 

Ende August wurden die Leitungen schließlich nochmals chemisch gereinigt und desinfiziert. Bei der nun erfolgten Nachbeprobung der Warmwasserleitung, bei der auch das Kaltwassernetz untersucht wurde, zeigte sich beim Kaltwasser eine sehr hohe Legionellen-Kontamination von über 29.000 KBE (koloniebildende Einheit) pro 100 Milliliter. Ab einem Wert von mehr als 10.000 KBE pro 100 Milliliter spricht man von einer sehr hohen Kontamination, die in der Regel mit einem sofortigen Duschverbot verbunden ist. 

An einer Messstelle im Warmwasser wurde gleichzeitig eine hohe Kontamination von 4.000 KBE pro 100 Milliliter festgestellt.
Derzeit geht die Stadt davon aus, dass die Ursache des Legionellenbefalls in den veralteten Rohrleitungen liegt. Aus diesem Grund sollen diese im Sommer kommenden Jahres komplett ausgetauscht werden. Bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten bleiben die Duschräume gesperrt. 

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