Wir sind Rastatt! Lebensgeschichten aus der Barockstadt


Wer sind die Menschen, die in Rastatt leben? Wo war ihre Heimat? Konnten sie sich in Rastatt gut integrieren? Fühlen sie sich als Rastatter? In einem Film von Till Siebler, der in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums erstellt wurde, erzählen zugewanderte Menschen von ihren Lebensgeschichten und dem Weg von ihrer Heimat in die Barockstadt. Neun Rastatterinnen und Rastatter stellen ihre Geschichte im Film und mit kurzen Zitaten vor.

 

 


Dragica Jakovljevic, seit 3 Jahren in Rastatt

In Kroatien war ich Lehrerin. In Deutschland habe ich am Anfang in einer Firma Arbeit gefunden, wo nur Ausländer gearbeitet haben. Das war für mich sehr schwierig, weil ich Deutsch lernen wollte. Deshalb bin ich durch Rastatt gelaufen und habe geschaut, wo es einen Kindergarten gibt. Ich bin einfach in einen reingegangen und habe gefragt: „Habt ihr vielleicht einen Job für mich?“ 


Almir Svraka, seit 32 Jahren in Rastatt 

Unsere Eltern haben uns sehr offen erzogen. Wir schauen nicht, welche Religion jemand hat oder aus welchem Land jemand kommt. Wir sehen den Menschen. Das ist sehr wichtig, darauf bin ich stolz.


Geneviève Moch, seit 35 Jahren in Rastatt 

Wenn man die Sprache nicht kann, dann spüren wir mehr, sind empfindsam. Man muss aufpassen, die Dinge nicht zu persönlich zu nehmen. Für dieses Gefühl arbeite ich noch heute.


Krista Kessler, seit 32 Jahren in Rastatt

Als wir in Rumänien waren, waren wir die Deutschen. Und als wir in Deutschland waren, hieß es: „Ach, ihr seid Rumänen. “Das ist das Dilemma.


Gülsün Akcakoca, seit 26 Jahren im Landkreis Rastatt, seit 15 Jahren in der Stadt Rastatt 

Heimat ist nicht nur ein Ort für mich. Für mich ist Heimat ein Gefühl des Vertrauens, der Erinnerungen, die man hat, und Erfahrungen, die man sammelt. 
 


Shakila Bahrami, seit 4 Jahren in Rastatt

Für mich als eine Frau war Deutschland sehr gut. Ich darf jetzt zur Schule gehen und möchte später eine Ausbildung machen. Ich möchte, dass auch meine Kinder in Deutschland lernen. Und ich hoffe, wir bekommen das richtige Dokument, damit wir in Rastatt bleiben dürfen.“
 

Ali Bahrami, seit 4 Jahren in Rastatt 

Als ich im Pflegeheim mit meiner Arbeit begann, nannte mich eine Bewohnerin ‘Taliban‘. Das hat mir furchtbar wehgetan, weil wir wegen diesen Sachen geflohen sind. Dann habe ich Tag für Tag gearbeitet, und die Leute haben mich kennengelernt, was für ein Mensch ich bin. Jetzt akzeptieren sie mich.


Pier-Emilio Baroni, seit 38 Jahren in Rastatt 

Ich bleibe immer Italiener, aber nach all den Jahren ist Rastatt mein Zuhause. 

 


Heinrich Juhn, seit 48 Jahren in Rastatt

Als Flüchtling bin ich hier zu Gast, muss dankbar und froh sein, aber auch meine Kultur weiter pflegen, die darf einem niemand wegnehmen, das ist klar.


Fotos: Till Siebler
Film: Till Siebler 
Unser Dank gilt den Schülern und Schülerinnen von zwei 11. Klassen des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums für deren Interviewführung unter Leitung der Lehrerinnen Katharina Huber und Christiane Weigel

 

Kontakt:

Stabsstelle für Chancengleichheit und Integration

Kaiserstraße 48
Tel. 0 72 22 / 972-1030
Fax 0 72 22 / 972-1039
E-Mail: chancengleichheit-und-integration@rastatt.de

Petra Heinisch-Hildenbrand
Zi. 321
Tel. 0 72 22 / 972-1030
E-Mail: petra.heinisch-hildenbrand@rastatt.de

Susanne Detscher
Zi. 322
Tel. 0 72 22 / 972-1031
E-Mail: susanne.detscher@rastatt.de