Vorwurf des sexuellen Missbrauchs in Kita Wintersdorf: Erzieher war auch an Kita Rheinau-Nord beschäftigt/Keine Anzeichen für Übergriffe

(15. September 2020) Mit großer Bestürzung haben Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch und die Rastatter Stadtverwaltung in der vergangenen Woche auf die Mitteilung der Staatsanwaltschaft Baden-Baden reagiert, wonach ein Erzieher des kirchlichen Kindergartens St. Michael in Wintersdorf mehrere Kinder der Einrichtung sexuell missbraucht haben soll. Inzwischen ist bekannt, dass der 50-Jährige von Januar bis Dezember 2016 auch als pädagogische Fachkraft in der Kindertagesstätte Rheinau-Nord befristet beschäftigt war. Aufgrund „unverschuldeter Ausfallzeiten“ war seine tatsächliche Präsenz in der Einrichtung sehr gering. Darüber informierte Bürgermeister Arne Pfirrmann in Vertretung von Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch am Montag, 14. September, die Öffentlichkeit. „Bislang gibt es jedoch keinerlei Anzeichen, dass es in der Kita Rheinau-Nord zu sexuellen Übergriffen gekommen ist“, betonte Pfirrmann, ohne jedoch ausschließen zu können, dass die polizeilichen Ermittlungen zu einem anderen Ergebnis kommen. 

In einem nächsten Schritt wird die Stadt am 29. September die Eltern der 25 Kinder zu einem Gespräch einladen, die in diesem Zeitraum die Kindergartengruppe des beschuldigten Erziehers in Rheinau-Nord besucht haben. Gemeinsam mit dem Rastatter Verein Feuervogel, der sich um Betroffene sexueller Gewalt kümmert, will man sich austauschen und den Eltern Tipps an die Hand geben, wie sie ihre Kinder auf das Thema ansprechen. „Auch wenn uns bislang keine Fälle in unserer Einrichtung bekannt sind, können wir natürlich die Sorgen der Eltern nachvollziehen“, so Pfirrmann. 

Kristina Kessler, Leiterin der Kita Rheinau-Nord, ging in diesem Zusammenhang auf die umfangreichen Schutzmaßnahmen ein, die in den vier städtischen Kitas präventiv getroffen wurden. Im Rahmen der Qualitätsmanagement-Zertifizierung haben alle vier Kitas spezielle Kinderschutzkonzepte erarbeitet, nach denen sie auch verfahren. Insbesondere die enge Abstimmung zwischen den pädagogischen Fachkräften, der Organisation und der Stadt als Träger ließen den Erzieher/innen kaum Freiräume für abweichende Handlungen, erklärte Kessler. In der Kita Rheinau-Nord verfolge man zudem ein offenes Konzept, bei dem es beispielsweise keine festen Gruppen gibt. Auch die Räume seien möglichst transparent gestaltet. Joachim Hils, Fachbereichsleiter Jugend, Familien und Senioren, berichtete, dass die Stadt bei ihren Einrichtungen wenn notwendig bauliche Veränderungen vornehmen will, sowohl bei bestehenden als auch bei den anstehenden Neubauten. Beispielhaft nannte er die Kita Amalie Struve sowie die Kita Rheinau-Nord, die etwa bei ihren Intensivräumen bereits jetzt Trennwände aus Glas nutzten und so ausreichend Transparenz erzeugten. Im engen Austausch hierzu befinde man sich auch mit anderen Trägern von Kindertageseinrichtungen in Rastatt. Bei einer gemeinsamen baulichen Begehung will man am 28. September ein besonderes Augenmerk auf den betroffenen Kindergarten St. Michael in Wintersdorf legen, sagte Hils. 

Auch mit den Schulleitern der Grundschule Ottersdorf und der derzeit in Wintersdorf untergebrachten Hans-Thoma-Schule steht die Stadt im engen Austausch, falls betroffene Wintersdorfer Kita-Kinder inzwischen bereits eingeschult wurden. Bei einer Informationsveranstaltung am morgigen Mittwoch sollen Lehrer mit Unterstützung des Vereins Feuervogel und der Schulsozialarbeiterin auf das Thema sensibilisiert werden.

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