Neubau der Technischen Betriebe macht sichtbar Fortschritte

(7. August 2020) Auf der Baustelle der neuen Technischen Betriebe in der Plittersdorfer Straße sind die Fortschritte nicht zu übersehen. Die Rohbauarbeiten sind abgeschlossen. Letzte Holzelemente, die die Außenfassade des Obergeschosses zieren, wurden in den vergangenen Tagen montiert. Jetzt beginnt im Inneren der Ausbau der Technikgewerke und der Haustechnik. Wenn alles nach Plan läuft, so der zuständige Architekt Klaus Krug vom Architekturbüro „DU plus“ aus Rastatt, ist das Gebäude im März 2021 bezugsfertig.

Arbeitsreiche Monate liegen hinter den beteiligten Baufirmen. Innerhalb eines Jahres wurde ein zweigeteiltes Gebäude hochgezogen. Nachdem bereits im März 2019 mit den Abbrucharbeiten der alten Gebäude begonnen wurde, folgte im Juli vergangenen Jahres der Spatenstich für den Neubau. In ihm werden zukünftig nicht nur die Technischen Betriebe untergebracht, sondern auch der Kundenbereich Grünflächen mit der Stadtgärtnerei. Für das derzeit größte Bauprojekt der Stadt belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 14,2 Millionen Euro. Erforderlich wurde der Neubau unter anderem aufgrund baulicher Mängel des alten Gebäudekomplexes. Zudem können dort Synergieeffekte erzielt werden. 

Die Dimension des neuen Bauhofs erschließt sich von der Plittersdorfer Straße aus betrachtet nicht auf den ersten Blick. Denn während im Erdgeschoss hauptsächlich Büroräume für die Mitarbeiter der Verwaltung untergebracht sind, bietet das Untergeschoss, das sowohl über eine Treppe als auch einen Fahrstuhl erreichbar ist, Platz für Werkstätten und Lagerflächen, für einen lichtdurchfluteten Sozial-und Pausenraum samt Terrasse sowie einen geräumigen Umkleidebereich mit fast 400 Spinden. Der Clou daran: Ohne vorher durch das Hauptgebäude gehen zu müssen, gelangen die Mitarbeiter/innen über eine Art Schleuse direkt von draußen in die Sanitärräume, in denen ihnen Duschen aber auch Kleidertrocknungsschränke zur Verfügung stehen. 

Um die beiden Bereiche optisch voneinander abzugrenzen, haben die Planer auf unterschiedliche Materialien beim Fassadenbau gesetzt. „Während die untere Geschossebene aus massivem Beton gefertigt wurde, haben wir im Erdgeschoss vorzugsweise mit Holz gearbeitet“, sagt Architekt Klaus Krug. Verwendet wurde dabei heimisches Nadelholz. Der Bau mit Holz habe nicht nur ökologische Vorteile, weil man mit nachhaltigen Rohstoffen arbeitet, sondern auch zeitliche. Denn der Rohbau aus Beton habe knapp ein Jahr gebraucht, der Holzbau hingegen sei innerhalb von sechs Wochen gesetzt gewesen, erklärt Krug. Ein Aspekt, der sich besonders in Corona-Zeiten bezahlt macht. Schlechtes Wetter und das coronabedingte Einreiseverbot polnischer Arbeitskräfte hatten die Arbeiten im Zeitplan immer wieder zurückgeworfen. „Wir arbeiten aber mit Kräften daran, die Zeit wieder aufzuholen“, so der Rastatter Ingenieur. 

Direkt mit dem Sozial- und Verwaltungsgebäude verbunden und gleichzeitig durch eine massive Brandwand getrennt, schließt sich das zweigeschossige rund 1.300 Quadratmeter große Werkstatt- und Lagergebäude an. Darin untergebracht sind Maler-, Schreiner- und Elektriker-Werkstätten sowie großflächige Lagerräume, in denen etwa Hochwasserschutzmaterialien, Sandsäcke oder auch die Weihnachtsmarkthütten aufbewahrt werden. Die Arbeiten seien so weit vorangeschritten, dass in wenigen Wochen bereits die Werkstatt-Maschinen eingebaut werden können, meint Krug. 

Neben den Mitarbeitern der Technische Betriebe und des Grünbereichs, die künftig im Neubau Platz finden werden, wurde auch darauf geachtet, dass die Tier- und Pflanzenwelt nicht zu kurz kommt. So werden unterhalb des begrünten Daches Nistkästen für Fledermäuse oder Mauersegler angebracht, und auf dem Besucher- und Mitarbeiter-Parkplatz werden alle paar Meter Bäume gepflanzt. „Wir haben uns bei den Planungen bemüht, so viele Bäume wie möglich stehen zu lassen. Für alle anderen werden Ersatzbäume gepflanzt“, berichtet Krug. Voraussichtlich im September, wenn das große Stahlgerüst, das im Augenblick noch den Neubau einhüllt, entfernt wurde, kann mit den Arbeiten rund um die Außenanlage begonnen werden. 

Hintergrund:
Der Gemeinderat hatte bereits 2015 den Neubau der Technischen Betriebe beschlossen, weil die Gebäude in einem schlechten Zustand und verträgliche Arbeitsbedingungen hinsichtlich Arbeitsschutz, Gesundheit und Hygiene nicht mehr gegeben waren. Im Vorfeld hatte die Unfallkasse Baden-Württemberg mehrfach die baulichen Mängel kritisiert und darauf gedrängt, zügig Neubaumaßnahmen umzusetzen. Bereits 2010 war die problematische Situation Thema bei einer Klausurtagung mit dem Gemeinderat. In einer Machbarkeitsstudie, deren Ergebnis Ende 2012 vorlag, wurde nicht nur die Beseitigung der baulichen Mängel durch Neubauten unter die Lupe genommen, sondern insgesamt die Neustrukturierung der Technischen Betriebe. Ziel war, die bisher auf verschiedene Standorte verteilten Arbeitsbereiche der Technischen Betriebe möglichst an einem Standort zu konzentrieren und dadurch Arbeitsabläufe zu optimieren. Verzögert wurde das Projekt nochmals, nachdem sich die Stadt 2017 vom damals beauftragten Architekturbüro trennte. Im gleichen Jahr wurde das Architekturbüro „DUplus“ mit ins Boot geholt, das seitdem das Großprojekt betreut. 

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