Zusammenleben in Rheinau-Nord: Land fördert zweites Nachbarschaftsprojekt in Rastatt

(4. August 2020) Gleich zwei städtische Projekte, die es sich zum Ziel gesetzt haben, das soziale und kulturelle Miteinander in Rastatt zu stärken, haben es in das Förderprogramm des Landes „Nachbarschaftsgespräche. Zusammenleben – aber wie?“ geschafft. Nachdem die Nachbarschaftsgespräche im Bahnhofsviertel im August bereits in ihre zweite Runde gehen, wurde nun auch für Rheinau-Nord das Beteiligungsprojekt mit knapp 15.000 Euro Fördergeld bewilligt. Im engen Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern möchte die städtische Gemeinwesenarbeit Rheinau-Nord zusammen mit den beiden zivilgesellschaftlichen Partnern, der Bürgervereinigung Rastatt-Rheinau und dem SKM-Rastatt, Verein für soziale Dienste im Landkreis Rastatt e.V., den Stadtteil noch lebenswerter gestalten und den Zusammenhalt der Bewohner untereinander stärken.

Berührungsängste zwischen den Bevölkerungsgruppen abbauen
Die drei Projektpartner wollen dafür nach den Sommerferien mit den Bewohner/innen vor Ort ins Gespräch gehen. Sie möchten erfahren, welche Themen die Menschen in Rheinau-Nord bewegen, welche Bedürfnisse und Wünsche sie haben, aber auch, was sie sich unter einer gelungenen Integration vorstellen. Rund 1.900 Menschen leben derzeit in Rheinau-Nord, einem Stadtviertel, das schon seit seiner Erschließung in den 1970er Jahren vom Zuzug von Migranten geprägt war. „Durch die vielen Zuzüge innerhalb kürzester Zeit hat sich ein neues heterogenes Stadtviertel gebildet“, so Roland Walter, der sich in seiner Funktion als zweiter Vorsitzender der Bürgervereinigung Rheinau-Nord für die Nachbarschaftsgespräche engagiert. Eine planmäßige „Willkommenskultur“ habe zu diesem Zeitpunkt jedoch gefehlt. Als Folge sei eine gewisse Distanz zwischen den Bevölkerungsgruppen geblieben, so Walter weiter. Die Bürgervereinigung verspricht sich von dem Projekt unter anderem, dass Berührungsängste und eventuelle Ressentiments zwischen den Einwohnern des Stadtviertels Alt-Rheinau und Rheinau-Nord abgebaut werden.

Auf „stille Gruppen“ bewusst zugehen
Karin Hub von der Gemeinwesenarbeit Rheinau-Nord rückt die aktive Beteiligung der Bürger am Projekt in den Fokus: „Wir möchten die Menschen im Stadtteil miteinander ins Gespräch bringen. Darum ist es besonders wichtig, dass sich viele unterschiedliche Menschen aktiv am Projekt beteiligen.“ Die drei Projektpartner wollen deshalb auch gezielt die eher „stillen Gruppen“ berücksichtigen, also ältere Menschen mit Einschränkungen, Kinder und Jugendliche oder auch jene Bürger, die nicht so gut Deutsch sprechen und häufig unterrepräsentiert seien, erklärt Hub. 

Unterstützungsleistung anbieten
Der SKM-Rastatt wolle im Rahmen des Projekts auf seine Unterstützungsangebote als Betreuungsverein aufmerksam machen. Gleichzeit will er im Stadtteil dafür werben, sich ehrenamtlich für Menschen mit Unterstützungsbedarf einzusetzen, so der Geschäftsführer Andreas Funk. „Die Unterstützung für Menschen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr selbständig regeln können, ist besonders erfolgreich, wenn diese Unterstützung von Menschen aus dem vertrauten Lebensumfeld gegeben wird“, ist Funk überzeugt. 

„Mein Herz schlägt für Rheinau-Nord“
Dass in Rastatt gleich zwei dieser Projekte gefördert werden, freut besonders Miguel Rodriguez, Kundenbereichsleiter für die Kommunale Sozialarbeit: „Bei unserer Fremdevaluation der städtischen Gemeinwesenarbeit im vergangenen Jahr wurde genau dieser aktivierende und beteiligende Ansatz empfohlen. Verwaltung und Politik sollen auf die Menschen zugehen und so die Hürden, sich aktiv zu beteiligen, möglichst gering halten.“ Wie das am besten gelingen kann, hat die Projektbegleitgruppe bei einem ersten Treffen unter dem Motto „Mein Herz schlägt für Rheinau-Nord“ zusammengetragen. Teilgenommen haben daran auch Vertreter/innen aus verschiedenen Institutionen des Stadtteils, der Kita Rheinau-Nord, der Gustav-Heinemann-Schule sowie Bürger und Bürgerinnen des Stadtteils. 

Weitere Information zu den Nachbarschaftsgesprächen in Rheinau-Nord gibt es bei Karin Hub von der Gemeinwesenarbeit Rheinau-Nord per Telefon unter 07222 972-9160 oder per E-Mail an karin.hub@rastatt.de

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