Erster digitaler Jugendgipfel: Zentrale Jugendtreffplätze weiterhin weit oben auf der Wunschliste

(23. Juli 2020) „Ausbarockt – endlich modern“: Passender hätte das Motto des diesjährigen Rastatter Jugendgipfels nicht ausfallen können. Denn erstmalig fand der Jugendgipfel am Dienstag online statt und nicht wie in den Jahren in der BadnerHalle. Geplant war das ursprünglich so nicht. Während der Titel bereits seit mehreren Monaten feststand, fiel die Entscheidung, eine digitale Veranstaltung anzubieten, erst Ende Mai und war der Corona-Pandemie geschuldet. Die Resonanz auf das Online-Angebot blieb dabei deutlich unter den Erwartungen der Jugenddelegation und auch des Jugendbeteiligungsreferenten Florian Seeland. Und dennoch wurde deutlich, welche Themen die Jugendlichen in Rastatt bewegt: der Wunsch nach Jugendtreffplätzen, nach mehr Sicherheit im öffentlichen Raum und nach einer besseren technischen Ausstattung der Schulen. 

Digitales Angebot setzt auf Freiwilligkeit der Jugendlichen
Statt Workshops, Themeninseln und Diskussionstischen bestand das Equipment der Jugenddelegation in diesem Jahr lediglich aus Laptops und Headsets, die sie im Jugendtreff aufgestellt hatte. Fünf Jugendliche waren der Einladung gefolgt und hatten sich pünktlich um 14 Uhr per Videochat hinzugeschaltet. Anders als sonst fand der Jugendgipfel in diesem Jahr am Nachmittag, also außerhalb der Schulzeit statt. Für Seeland eindeutig einer der Gründe dafür, warum so wenige am Jugendgipfel teilgenommen haben. „Aufgrund der ohnehin verkürzten Unterrichtszeit durch die Corona-Pandemie mussten wir dieses Jahr auf die Kooperation mit den Rastatter Schulen verzichten und mehr auf die Freiwilligkeit der Jugendlichen setzen“, erklärte der Jugendbeteiligungsreferent im Anschluss an den Gipfel. Nichtsdestotrotz sei die 45-minütige Diskussionsrunde interessant und produktiv gewesen, so das Fazit aller Beteiligten. 

Schlosspark soll sicherer werden
Weit oben auf der Wunschliste der Jugendlichen steht die Realisierung eines Jugendtreffplatzes, auf dem sie sich treffen und auch grillen können. Der Schlossplatz sei zwar schön und auch zentral, „aber dort halten sich häufig Betrunkene auf, und Scherben liegen auf dem Boden“, so Willi Maß von der Jugenddelegation. Viele Jugendliche fühlten sich dort unwohl und forderten mehr Polizeikontrollen. Sein Kollege David Dan schlug deshalb vor, Jugendlichen einen alternativen Platz zur Verfügung zu stellen, den man auch abschließen könnte, wie beispielsweise eine Grillhütte, die Jugendliche günstig mieten könnten.

Wunsch nach Jugendcafé weiterhin oben auf der Agenda
Immer noch präsent ist der Wunsch der Jugendlichen nach einem innerstädtischen Jugendcafé. Drei Raumangebote hatten es in den vergangenen Jahren in die engere Auswahl geschafft und wurden doch immer wieder entweder seitens der Stadt, der Jugendlichen oder der Eigentümer abgelehnt, erklärte Seeland. Von einer kurzfristigen Lösung etwa durch die Aufstellung eines umgebauten Bauwagens halten die Jugendlichen nichts. „Wir wollen lieber eine richtige und dauerhafte Lösung, als eine schnelle“, so die Schülerin Tamara Matity. 

Calisthenics-Anlage am Murgdamm kommt im Herbst
Dass Geduld auch belohnt wird, können die Jugendlichen beim wachsenden Angebot an qualitativ hochwertigen Angeboten an Sportplätzen sehen. Ein Wunsch, den sie in den vergangenen Jahren geäußert hatten. So entstand ein neuer Basketball- und Fußballplatz in Ottersdorf bei der Schule, in der Alten Bahnhofstraße sind die Arbeiten für die Realisierung eines Sportplatzes in Vorbereitung, und im Herbst wird eine Calisthenics-Anlage am Friedrichring zwischen Festplatz und Murgdamm errichtet. 

Digitalisierung: Jugendliche wünschen sich mehr Transparenz
Auch wenn in den letzten Jahren bereits viel investiert wurde, um die Digitalisierung an den Schulen voranzutreiben, sehen einige Schüler weiterhin Verbesserungsbedarf. Zudem wünschen sich die Jugendlichen frühzeitige Beteiligung und mehr Transparenz beim Thema Digitalisierung der Schulen. Kenan Ünlü kritisierte etwa, dass notwendige technische Ausstattung an den Schulen zum Teil fehle, Technik nicht funktioniere oder einige Lehrer diese nicht bedienen könnten. Schwierig sei es beim Thema Digitalisierung zudem, die richtigen Ansprechpartner zu finden, da die Zuständigkeiten entweder bei den Schulen, dem Schulamt, der Stadt oder dem Land liegen, führte Timo Rauscher aus. 

Nachhaltiges Essen an Schulen
Diskutiert haben die Jugendlichen auch über das Thema Nachhaltigkeit an Schulen. Wie Tamara Matity berichtete, wünschen sich einige Jugendliche, dass das Essensangebot dort nachhaltiger sein sollte. Dann wären Mitschüler auch eher bereit, in den Schulen zu essen und würden nicht zum Discounter gehen, ist die Schülerin überzeugt. 

Kombibad: „Die Luft ist raus“
Anders als in den Vorjahren wurde über die Realisierung des Kombibads kaum noch diskutiert. „Die Luft ist bei vielen raus“, so Ulrich Fahr und begründet es damit, dass den Jugendlichen etwas Greifbares fehle. Der Stadt macht er dabei aber keine Vorwürfe. Es sei eben auch der Corona-Krise geschuldet, dass Gelder zur Umsetzung des Vorhabens fehlten. 

Am Freitag, 9. Oktober, beginnt das neue Arbeitsjahr der Jugenddelegation. Zur Auftaktveranstaltung im Ratssaal des Historischen Rathauses sind alle interessierten Jugendlichen herzlich eingeladen. Coronabedingt ist in diesem Jahr eine Anmeldung beim städtischen Jugendbeteiligungsreferenten, Florian Seeland, erforderlich per E-Mail florian.seeland@rastatt.de oder telefonisch unter 0152 / 22 57 66 78.

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