„Eindrucksvolles Konzept der etwas anderen Art“: Bewertungskommission zur Landesgartenschau war zu Gast in Rastatt

(20. Juli 2020) „Rastatt kann auch Landesgartenstadt!“ brachte es Bürgermeister Arne Pfirrmann auf den Punkt. Beim knapp dreistündigen Besuch der achtköpfigen Bewertungskommission zur Landesgartenschau 2032/34/36 am 15. Juli in der Barockstadt präsentierte die Stadtverwaltung an acht Stationen die Besonderheiten ihres Konzepts. Und sie ließ, unterstützt von Schlossherr Michael Hörrmann und drei Experten aus den Bereichen Natur- und Klimaschutz, keinen Zweifel daran: Landesgartenschau 2032? In Rastatt natürlich! Die vom zuständigen Landesministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz entsandte Bewertungskommission zeigte sich jedenfalls beeindruckt von Rastatts Landesgartenschau „der etwas anderen Art“. „Anders“ ist Rastatts Konzept wegen seines klaren Fokus auf Natur- und Klimaschutz, auf naturnahe Erholungs- und Bildungsräume und die Verbindung zwischen historischer Innenstadt und vielfältigstem Landschafts- und Naturraum. 

In Vertretung des erkrankten Oberbürgermeisters – dieser hatte am Vortag einen Fahrradunfall erlitten – begrüßte Bürgermeister Arne Pfirrmann die Bewertungskommission in der Sala Terrena im Residenzschloss. Coronabedingt musste die Stadt auf das eigentlich vorgesehene bunte Besuchsprogramm mit Bürgerbeteiligung verzichten und konnte auch nur mit insgesamt acht städtischen Vertretern teilnehmen. Zur Begrüßung gab es trotzdem traditionell Musikalisches, stimmungsvoll dargeboten vom Fanfarencorps Türkenlouis Rastatt, der sich im Schlossgarten aufgestellt hatte. 

Viel mehr als eine begeisternde Vision für einen Sommer

Nach der Vorstellung der Teilnehmer erläuterte Bürgermeister Arne Pfirrmann Rastatts Konzept zur Landesgartenschau anhand eines Films der städtischen Pressestelle. Anschließend fasste er zusammen: Warum haben wir uns beworben? Was trägt uns? Warum sollte Rastatt den Zuschlag erhalten? Für Pfirrmann ganz klar: Die enge Verknüpfung zwischen Historie und Natur, zwischen barocker Tradition und innovativen Zukunftsprojekten sei in Rastatt einmalig. Mit der Landesgartenschau entstehe viel mehr als eine begeisternde Vision für einen Sommer. Es gehe ganz konkret um einen Masterplan für Rastatts Zukunft und die Zukunft der ganzen Region – als grüne, nachhaltige und inklusive Entwicklung von Stadt- und Naturraum für alle Generationen. Die seit dem vergangenen Jahr erlebbare Begeisterung der Rastatter für die Landesgartenschau und die große Unterstützung durch den Gemeinderat, die Landtags- und Bundestagsabgeordneten und vieler Entscheidungsträger aus Stadt und Region machten deutlich: Die Landesgartenschau werde ein ganz neues Lebensgefühl in die Stadt bringen und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.

Klares Plädoyer und klare Zusage von den Staatlichen Schlössern und Gärten

Nicht nur ein begeistertes Plädoyer für die Landesgartenschau in Rastatt, sondern die klare Zusage zum Mitmachen kam von Schlossherr Michael Hörrmann. Als er nach seiner Rede die Türen öffnete und den eindrucksvollen Blick freimachte auf die Schlossachse, ging ein Raunen durch die Delegation. 

Die Schlossachse, erklärte Bürgermeister Knoth, soll während des Veranstaltungssommers autofrei sein und zur fußgänger- und radfahrerfreundlichen Wegeverbindung zwischen Bahnhof und Landesgartenschau-Gelände werden. Knoth übernahm die Moderation während der anschließenden Fahrt in einem E-Bus des Daimler-Konzerns aufs 43 Hektar große Gelände. An der Murg, im geplanten Landschaftspark Oberwiesen, im Klimaschutzschutzpark Kolbengarten, im Rastatter Bruch, auf dem Kasernengelände Merzeau und Peré und schließlich im Stadtpark wurde Station gemacht und die Planung an Ort und Stelle skizziert. 

Drei Experten machen sich stark fürs Konzept

Landschaftsarchitektin Elke Ukas, die von der Stadt mit der Erarbeitung der Machbarkeitsstudie zur Landesgartenschau beauftragt war, erläuterte Details zur Planung. An einzelnen Stationen wurden ihre Ausführungen von Experten ergänzt. Landwirt Simon Schaaf äußerte sich zur Bedeutung der Landwirtschaft für die Landesgartenschau und sagte seine Unterstützung zu. Martin Klatt, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes Rastatt, unterstrich die Bedeutung der Landesgartenschau für Natur- und Klimaschutz. Und Dr. Christian Damm vom Rastatter Aueninstitut betonte, wie die ökologische Kostbarkeit der Altrhein-Auenlandschaft die Landesgartenschau bereichern werde. Fachbereichsleiter Markus Reck-Kehl schließlich stellte das innovative Wohnprojekt zur Landesgartenschau vor, das auf zehn Hektar auf dem Kasenengelände Merzeau und Peré entstehen soll.


Lob von der Kommission für Fokus Natur-Erleben

Abschluss-Station des Besuchsprogramms war der Stadtpark, der zur Landesgartenschau deutlich verschönert und vergrößert werden soll. Dies sei auch ein häufig geäußerter Wunsch bei der Bürgerbeteiligung gewesen, sagte Projektleiterin Kristin Burgert. 

Und was sagte die Bewertungskommission? Marc Calmbach, der als Referent für Landesgartenschauen und Gartenschauen im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg die Delegation anführte, äußerte sich anerkennend: Es sei der Stadt gelungen, ein sehr eindrückliches Bild vom Konzept zu vermitteln und vom Potenzial, das in der Stadt stecke. Der Ansatz, Natur-Erleben in den Mittelpunkt zu stellen, wurde von vielen Teilnehmern ausdrücklich gelobt. Einen kleinen Punktabzug gab es höchstens fürs durchgehende Regenwetter. Aber wie nannte es Calmbach: Der Regen passe doch wunderbar zu den „Wetlands“ in Rastatts Konzept, der Niedermoorlandschaft, die im Rastatter Bruch wieder entstehen soll. 

Im Oktober wird der Ministerrat eine Entscheidung fällen, welche Stadt den Zuschlag für die zu vergebenden Landesgartenschauen 2032/34/36 bekommen wird. 

Am Nachmittag des Besuchstags der Kommission konnten sich die Bürgerinnen und Bürger im Infozelt im Stadtpark über die Landesgartenschau informieren. Trotz Regen waren es einige, die vorbeikamen und Fragen stellten. 

Folgen Sie uns auf:


Ansprechpartner für die Presse

Pressestelle Stadt Rastatt

Telefon: 07222 972-1300
oder -1301

E-Mail: pressestelle@rastatt.de


Rastatts Film zur Landesgartenschau-Bewerbung: