Hand in Hand mit der Stadt Klimaschutz betreiben: Klimabeirat tritt erstmals zusammen

(2. Juli 2020) Das Ziel ist ihnen gemein: Die Folgen des Klimawandels verringern und aktiv Klimaschutzmaßnahmen in Rastatt umsetzen. Darauf verständigte sich der neu gegründete Klimabeirat der Stadt Rastatt gemeinsam mit Bürgermeister Raphael Knoth und dem Klimamanager der Stadt, Martin Schursch, kürzlich bei einer Auftaktveranstaltung in der BadnerHalle. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener kommunaler Energie-, Klima- und Umweltorganisationen, -Vereine und -Initiativen waren mit den Fraktionsvorsitzenden des Rastatter Gemeinderats zur konstituierenden Sitzung gekommen. Sie alle bilden den Klimabeirat, der in Zukunft im engen Austausch mit dem städtischen Arbeitskreis Klima und Energie stehen wird und auch eigene Beschlussvorschläge in den Gemeinderat einbringen kann. 

Der neue Klimabeirat setzt sich im Einzelnen zusammen aus den Fraktionsvorsitzenden sowie Vertreter/innen des Klimabündnisses Rastatt, des Energieberaternetzwerks der Energieagentur Mittelbaden, der NaturFreunde Rastatt, der Jugendzeitung Ravolution, der Rastatter Jugendbewegung von Fridays for Future und des KIT-Aueninstituts. Ihr zentraler Wunsch – das wurde an diesem Abend deutlich: Die Bevölkerung sollte bei allen Klimamaßnahmen mitgenommen werden. Dazu gehöre es auch, dass die Stadt noch aktiver berichtet, welche Klimaprojekte sie bereits umsetzt und wie dadurch die Lebensqualität in Rastatt gesteigert werde. Verständigt hat sich der Klimabeirat zudem darauf, dass Klimaschutzziele für einzelne Sektoren definiert werden sollten.

Stadt Rastatt hat bereits seit 1994 ein Klimaschutzkonzept

Dass für die Stadt Rastatt Klimaschutz ein wichtiges Anliegen ist, wurde nicht erst durch die Klimadebatte deutlich, die vor rund zwei Jahren die Aktivistin Greta Thunberg angestoßen hatte. Bereits 1994 hat die Stadt ihr erstes Klimaschutzkonzept erarbeitet. 2013 wurde dieses evaluiert, und der Gemeinderat beschloss, einen verwaltungsinternen Arbeitskreis einzurichten sowie einen Beirat ins Leben zu rufen, der einmal jährlich zusammentritt und die Aktivitäten der Verwaltung konstruktiv begleitet. Maßnahmen zum Klimaschutz wurden seitdem zahlreich umgesetzt: Unter anderem wurde die Straßenbeleuchtung in der Stadt größtenteils auf energiesparsame LED-Lampen umgerüstet, die solare Stromerzeugung sowie die Fernwärmeversorgung wurden ausgebaut, und auch das Thema emissionsarme Mobilität wird von der Stadtverwaltung forciert verfolgt. Doch um den Beirat blieb es bislang still. 

CO2-Ausstoß bis 2050 um 90 Prozent senken

Mit Martin Schursch, der seit vergangenem Jahr als Klimamanager bei der Stadt Rastatt tätig ist, wurde der 2013 verabschiedete Beschluss nun umgesetzt. Denn wie Bürgermeister Knoth betonte, habe die Corona-Krise gezeigt, wie verletzlich die Gemeinschaft ist. „Wir müssen uns bewusst sein, dass es gegen den Klimawandel, anders als gegen Covid-19, keinen Impfstoff geben wird“, so Knoth. Umso bedeutsamer sei es, jetzt zu handeln – auch auf kommunaler Ebene. Wie sich das Klima und die Emissionen, also der Ausstoß von Schadstoffen, in den vergangenen 30 Jahren in Rastatt entwickelt haben, machte Schursch deutlich: „Lag die Emission 1990 bei rund 478 Kilotonnen, liegen wir 2020 bereits bei 516 Kilotonnen.“ Das Klimaschutzgesetz der Landesregierung sieht hingegen vor, dass der CO2-Ausstoß des Landes bis zum Jahr 2050 um 90 Prozent gesenkt werden soll. Rastatt müsste demzufolge in 30 Jahren seinen CO2-Ausstoß auf 47,8 Kilotonnen drücken. „Daher müssen wir jetzt Maßnahmen ergreifen“, verdeutlichte Schursch.

Ökostrom, Photovoltaik-Anlagen und Baumpflanzaktion

Wie das gelingen kann, darüber will sich die Stadt nun zukünftig verstärkt mit dem Klimabeirat austauschen. Mit vielfältigen Ideen brachte dieser sich bereits in der ersten Sitzung ein. So wurde etwa gefordert, dass die Stadtwerke klimaneutral werden und nur noch Ökostrom anbieten sollten. Andere Teilnehmer/innen sahen Entwicklungspotenzial im Ausbau städtischer Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen. Und auch die Umsetzung der Baumaktion, bei der die Stadt Rastatt 1.000 Bäume für Privatgärten in diesem Herbst spenden will, um damit die Wärme zu reduzieren und eine bessere CO2-Speicherung zu ermöglichen, wurde als dringende Maßnahme genannt. Andere Teilnehmer/innen forderten hingegen, stärker auf die Sektoren Verkehr und Industrie zu schauen – den beiden Hauptproduzenten von Emissionen. 

Konkrete Maßnahmen wurden an diesem ersten Sitzungsabend noch nicht beschlossen. Im Herbst will sich der neu gegründete Beirat erneut treffen. Im Fokus sollen dann der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen und der Austausch mit den Stadtwerken stehen. Um die Rastatter Jugend stärker noch einzubinden, wird bei der nächsten Sitzung zudem die Jugenddelegation der Stadt Rastatt teilnehmen. Auch die Kammergruppe Baden-Baden/Rastatt der Architektenkammer Baden-Württemberg wird sich zukünftig als weiteres Mitglied in den Klimabeirat einbringen. 

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