Mit den schwarzen Vasen ins Schwarze getroffen: Jasmin Schmidt gewinnt den Rastatter Kunstpreis

(3. Juni 2020) 16 starke Nachwuchskünstlerinnen und -künstler haben sich im vergangenen Jahr auf den Rastatter Kunstpreis beworben. Das Rennen machte schließlich Jasmin Schmidt, Absolventin der Kunstakademie Nürnberg, mit ihrem Entwurf „Favorite Vessels“. Ihr Werk, das in Anlehnung an die schwarzen Porzellanvasen aus der Sammlung der Markgräfin Sibylla Augusta entstand, ist bis April 2022 im dritten Obergeschoss der SchlossGalerie zu sehen. Bei einer kleinen Feierlichkeit überreichten Bürgermeister Arne Pfirrmann und Jörn Kausch, Vorsitzender des Rastatter Kunstvereins, der 38-Jährigen den mit 8.000 Euro dotierten Kunstpreis. 

Bereits zum zweiten Mal hatte der Rastatter Kunstverein gemeinsam mit der Stadt Rastatt und in Zusammenarbeit mit der Schlossgalerie-Verwaltung den Rastatter Kunstpreis ausgelobt. Doch statt einer Vernissage konnten die Veranstalter in diesem Jahr nur zu einer kleinen Preisverleihung einladen. Im Vorfeld habe man sich überlegt, ob diese in Corona-Zeiten überhaupt stattfinden könne, meinte Bürgermeister Pfirrmann. Doch die Antwort fiel eindeutig aus. „Wir können nicht nur, wir müssen. Denn wir müssen Kunst wieder einen Raum geben“, so Pfirrmann. Einen besonderen Raum haben die fünf Vasen in der SchlossGalerie gefunden. Dank der klaren Wand, der schönen Lichtverhältnisse und der modernen Architektur erinnere das dritte Obergeschoss nun mehr an das Guggenheim-Museum als an ein Einkaufszentrum, bemerkte Jörn Kausch, Vorsitzender des Kunstvereins. 

Peter Hank, Leiter der Galerie Fruchthalle, lobte die Künstlerin für die Umsetzung des Grenzgangs zwischen Malerei und Plastik. Für die schwarzen Vasen hat Schmidt unterschiedliche Materialien verwendet, wie etwa Papier, Leinen- und Baumwollstoffe. Diese hat sie miteinander vernäht, reliefartig auf entsprechend zugesägte Holzrahmen gezogen und dann anschließend mit floralen, landschaftlichen oder konstruktiven Dekors in Öl bemalt. Durch die verschiedenen Gefäßformen und Oberflächenstrukturen wirken die Vasen fast wie skulpturale Wandobjekte und strahlen eine Lebendigkeit aus. „Mit den schwarzen Vasen hat die Künstlerin ins Schwarze getroffen“, so Hank. 

Die größte Herausforderung in der Umsetzung des Entwurfs lag für Jasmin Schmidt darin, dass sie aufgrund der coronabedingten Schließung von Schloss Favorite die Originale nie zu Gesicht bekam. Stattdessen musste sie sich an den Abbildungen aus einem Kunstkatalog orientieren. An den Vasen fasziniert hat Schmidt besonders der Widerspruch, der sich im schwarzen Porzellan zeigt. Das Preisgeld will die Künstlerin für weitere Projekte verwenden. Unter anderem plant sie, eine kleine Publikation zum Rastatter Kunstwerk herauszubringen. 

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