Länderfreundschaft in Zeiten von Corona: Rastatt unterstützt deutsch-französischen Solidaritätsaufruf

(24. April 2020) „Die Grenzen schließen sich, nicht aber unsere Herzen“ lautet der deutsch-französische Solidaritätsaufruf, den nun auch Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch und die Ortsvorsteher/in der grenznahen Ortsteile Wintersdorf, Ottersdorf und Plittersdorf unterzeichnet haben. Gemeinsam mit etwa 200 anderen Amtsträgern aus der Pfalz, dem Elsass und Baden wird in der Erklärung an den Wert der deutsch-französischen Freundschaft in Zeiten der Corona-Pandemie erinnert. Initiatoren des Manifests „hiwe und driwe“ sind der Birkenhördter Bürgermeister Matthias Ackermann und sein Kollege René Richert aus der französischen Gemeinde Riedseltz. Anlass ist die durch die Corona-Krise derzeit angespannte Situation im deutsch-französischen Grenzverkehr.
„Die Verbundenheit und der Zusammenhalt mit unseren französischen Nachbarn ist gerade in diesen Zeiten von größter Bedeutung“, betont OB Pütsch. Umso erschreckender sei es für ihn gewesen, als er von Erfahrungen einiger französischer Grenzpendler gehört habe, die in Deutschland ausgegrenzt und rücksichtlos behandelt worden seien. „Gerade in Krisen sollten wir alle zusammenhalten, das Virus kennt ohnehin keine Grenzen“, sagt Pütsch. Man dürfe zudem nicht verkennen, welch wichtigen Beitrag die Grenzpendler auch für das Florieren der deutschen Wirtschaft und das Funktionieren des Gesundheitssystems täglich leisteten. Deshalb hofft Pütsch auch, dass die Landesregierung die strengen Regelungen für französische Berufspendler lockert, sodass es ihnen auch wieder möglich ist, nach der Arbeit problemlos in Deutschland einzukaufen.
Im steten Austausch zu Bürgermeistern, Vereinen und Freunden aus dem Elsass stehen deshalb auch die Stadt Rastatt und die Ortsteile. Ottersdorf etwa pflegt seit Jahren einen engen Kontakt zum Turnverein aus Munchhausen. „Im Juni hätte der Verein sein 90-jähriges Bestehen gefeiert. Nun muss das ausfallen“, bedauert Ortsvorsteher Stefan Lott, der gemeinsam mit zahlreichen Ottersdorfern das Jubiläumsfest besucht hätte. Umso mehr freue er sich, wenn alle nach der Krise wieder gemeinsam feiern könnten. Auch Daniela Schneider, Ortsvorsteherin aus Wintersdorf, hält den Kontakt zum Rathaus in Beinheim. Sie schätzt den Austausch und sieht die Möglichkeit des grenzüberschreitenden Arbeitens als Win-win-Situation für beide Länder. „Für mich wäre es unvorstellbar, dass die vielen Facetten des deutsch-französischen Miteinanders durch solch ein Virus zerstört wird“, sagt Schneider. Mathias Köppel, Ortsvorsteher in Plittersdorf, schließt sich seiner Kollegin an: „Es kann nicht sein, dass alles, was wir in den letzten 50 Jahren aufgebaut haben, durch so eine Krise zunichte gemacht wird.“ Umso wichtiger sei es gerade jetzt, die Situation gemeinsam zu meistern.

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