Jury kürt Gewinnerin des Rastatter Kunstpreises: Werk ab Sommer in Schlossgalerie zu sehen

(7. Aril 2020) Die Gewinnerin des diesjährigen Rastatter Kunstpreises steht fest. Jasmin Schmidt, Absolventin der Kunstakademie Nürnberg, konnte mit ihrem Entwurf „Favorite Vessels“ die Jury überzeugen. Bereits zum zweiten Mal wurde der gemeinsam vom Rastatter Kunstverein und der Stadt Rastatt ausgelobte und in Zusammenarbeit mit der Schlossgalerie-Verwaltung durchgeführte Kunstpreis vergeben. Die temporäre Gestaltung der großen Wand im obersten Stock der Rastatter Schlossgalerie mit dem Werk der Künstlerin soll im Sommer 2020 starten.

Das Feld von 16 Bewerberinnen und Bewerbern machte es den Juroren nicht leicht, sich aus den überwiegend hochqualifizierten Einreichungen auf eine Bewerbung zu einigen. Doch am Ende traf die Jury, bestehend aus Bürgermeister Arne Pfirrmann und Galerieleiter Peter Hank als den beiden Vertretern der Stadt Rastatt, Jörn Kausch und Manfred Emmenegger-Kanzler vom Kunstverein Rastatt sowie Claudia Pickert-Schneider als Vertreterin der Schlossgalerie, eine einvernehmliche Wahl. Den erstmals im Jahr 2018 ausgelobten und mit 8.000 Euro dotierten Kunstpreis hatte zuvor Paula Förster gewonnen, deren Wandgestaltung voraussichtlich noch bis Juni 2020 in der Schlossgalerie zu sehen ist. Wenn es die gegenwärtigen Umstände zulassen, soll die neue Siegerarbeit noch vor der Sommerpause installiert werden. 

Entwurf nimmt Bezug auf schwarze Porzellan-Vasen der Sammlung von Schloss Favorite

Der von Jasmin Schmidt eingereichte Entwurf besticht ebenso durch die Klarheit des künstlerischen Ausdrucks wie durch den Ortsbezug, den sie mit ihrer Arbeit herstellt. Unter dem Titel „Favorite Vessels“ zeigt die Künstlerin fünf nebeneinander gehängte Vasen im Überformat, die aus unterschiedlichen Textilen ausgeschnitten und in überwiegend schwarz gehaltenen Farbtönen in haptischer Weise bemalt sind. Die in sich wechselnden Formen der schlanken und bauchigen Gefäße nehmen direkt Bezug auf die schwarzen Porzellan-Vasen der Sammlung von Schloss Favorite, worauf der Titel der Arbeit auch anspielt. Die einzeln präsentierten und dennoch relativ zueinander stehenden Gefäßformen, die für sich genommen die Ambivalenz von innere Leere und äußerer Fülle demonstrieren, bieten in ihrer verhaltenen, schwarzen Dominanz einen höchst ästhetischen Kontrast zum weißen, lichtdurchfluteten Obergeschoss der Schlossgalerie. In formaler Hinsicht zeigen sie ein gelungenes Wechselspiel zwischen dem konstruktiven Architekturumfeld und der klassischen Vasenstruktur, lautet das Urteil der Jury. 

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