Liebe und Trauer in Zeiten von Corona/ Zahl der anwesenden Gäste beschränkt

(24. März 2020) Abstand halten statt Umarmungen: Gerade bei Trauungen und Beerdigungen trifft diese Regelung viele Menschen besonders hart. Doch um die Ausbreitung und die Folgen des Coronavirus einzudämmen, gelten auch hier klare Vorschriften. Das Rastatter Standesamt nimmt Trauungen zwar noch vor, allerdings dürfen bis auf das Brautpaar keine weiteren Gäste anwesend sein. Auch Beerdigungen werden weiterhin durchgeführt, aber nur im kleinen Kreis mit maximal zehn Personen und unter freiem Himmel. Trauerhallen bleiben geschlossen.

Das Verständnis für die neue Regelung sei bei den Rastatter Brautpaaren groß, berichtet Standesbeamtin Beate Straub. „Die meisten sind froh, dass die Trauung überhaupt stattfinden kann.“ Vier Eheschließungen wurden in der vergangenen Woche bereits unter den veränderten Bedingungen gefeiert. Mit den Paaren steht sie im engen Kontakt, wenn auch wegen der Schließung der Rathäuser derzeit nur telefonisch oder per E-Mail.

Die Standesbeamtin informiert regelmäßig die Heiratswilligen über die neuen Richtlinien und bietet ihnen gleichzeitig an, die Trauung zu verschieben. Doch bislang will der Großteil der Paare am geplanten Termin festhalten, sagt Straub. Auch bei der Trauung selbst, etwa im Rossi-Haus, wird auf Handhygiene und ausreichend Abstand geachtet. „Beim Eintritt ins Trauzimmer müssen sich alle die Hände desinfizieren, und auch die Stühle stehen weit auseinander“, erzählt Straub. Auf den Händedruck zur Gratulation muss sie derzeit jedoch verzichten. 

Bestattungen im kleinsten Kreis
Distanz zueinander zu wahren, ist das Gebot der Stunde, auch beim Abschiednehmen eines geliebten Menschen am Grab. Tanja Poschadel, Leiterin der städtischen Friedhöfe, spricht von einer „traurigen und bedrückenden Situation“. Doch das Verständnis für die getroffenen Maßnahmen ist bei allen vorhanden. „Viele Angehörige sind erleichtert, dass eine Abschiednahme überhaupt noch möglich ist“, erzählt Poschadel. Denn eigentlich fallen Trauerfeiern unter das Versammlungsverbot, das die Landesregierung in ihrer Rechtsverordnung über infektionsschützende Maßnahme gegen das Coronavirus verabschiedet hat.

Doch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport hat diese Regelungen gelockert und so dürfen Beerdigungen weiter stattfinden – wenn auch im kleinsten Kreis. „Angehörige müssen uns vorab eine Liste mit den anwesenden Gästen schicken“, sagt Poschadel. So lasse sich zum einen feststellen, dass tatsächlich nicht mehr als neun Personen kommen, denn der Pfarrer oder Trauerredner gilt als zehnte Person. Und zum anderen lasse sich der Kontaktkreis schnell ermitteln, falls sich im Nachgang herausstellt, dass eine Corona-infizierten Person an der Beerdigung teilgenommen hat.

Am Grab selbst gilt ebenfalls die 1,50 Meter-Abstandsregelung von den anwesenden Personen, ausgenommen davon sind Familien, die im selben Haushalt leben. „Auch wenn uns das allen schwerfällt, es sind notwendige Maßnahmen“, sagt Poschadel. 

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