Farbenprächtige Bilder, die zum Träumen einladen/Stadtmuseum zeigt Werke von Marianne Gaiser

(12. März 2020) Viele Jahre blieben Marianne Gaisers Bilder und Kunstwerke im Verborgenen. Die Kunst war für die gebürtige Rastatterin etwas Privates. Bei einem Besuch bei Familie Gaiser entdeckte Iris Baumgärtner, Leiterin des Rastatter Stadtmuseums, in deren Atelier farbintensive Bilder und Keramikskulpturen, die allesamt aus den Händen von Marianne Gaiser stammten. Zehn Jahre sollten vergehen, ehe sich die Autodidaktin auch dank des Zuspruchs ihres Mannes, dem Architekten Heinz Gaiser, den Mut aufbrachte, ihre Werke im Rastatter Stadtmuseum der Öffentlichkeit zu präsentieren. Für die lange Wartezeit werden die Besucherinnen und Besucher des Stadtmuseums nun mit der Ausstellung „Ein musisches Zeitfenster – Malerei und Kunst am Bau“ mehr als belohnt. Die über 100 Werke wurden in Absprache mit dem Ehepaar Gaiser von Iris Baumgärtner ausgesucht und für die Räume des Stadtmuseum perfekt in Szene gesetzt. Das Ergebnis können Besucher bis zum 7. Juni auf zwei Etagen des Stadtmuseums sehen.

 Wer die Ausstellung im Erdgeschoss betritt, dem stechen sofort die farbintensiven Malereien ins Auge. Sie zeigen Landschaften, wie etwa Bilder aus zahlreichen Urlauben der Familie in der Bretagne, oder aber auch Pflanzen und Blumen, bei denen der Betrachter fast schon den Duft der Blüten riechen kann. Peter Hank, Leiter der Städtischen Galerie Fruchthalle, führte das bei einem Rundgang durch die Ausstellung auf Gaisers Art des Malens zurück, die geprägt sei durch eine Schärfe und Farbigkeit, wodurch die Bilder leicht und lebendig wirken. Genau das hebe Gaisers Werke von jenen ab, die man klassischerweise unter dem Stichwort „naive Kunst“ laufen lassen würde. 

Angefangen zu malen hat die gelernte Textilkauffrau in den 60er Jahren. Als ihr Mann durch seine Tätigkeit als Architekt immer stärker eingebunden war, schaffte sie sich einen Freiraum und nutze die Zeit, um sich der Kunst zu widmen. Im Fokus standen dabei seit jeher Naturaufnahmen. Doch nicht nur in der Malerei verwirklichte sich die Mutter dreier Kinder, sondern auch in keramischen Arbeiten. Überzeugt von ihrem Talent, entschloss sich Heinz Gaiser seine Frau beim Bau der Höhenkapelle Hohritt bei Sasbachwalden mit ins Boot zu holen. Und so entwarf und baute die heute 86-Jährige die schmückenden Glasfenster der Kapelle. Auch in Rastatt entdeckt man an vielen Orten Gaisers Arbeiten, etwa an der Evangelische Petruskirche und der St. Laurentiuskirche in Niederbühl. Wenn das Sonnenlicht einfällt, zeigen sich die prächtigen Farbenspiele auf den Glasfenstern von einer besonderen Intensität. Einige Entwürfe und Fotografien ihrer Glasarbeiten sowie fertige Keramiken finden die Besucherinnen und Besucher im Untergeschoss des Stadtmuseums.

Das Stadtmuseum ist donnerstags bis samstags von 12 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. 

Folgen Sie uns auf:


Ansprechpartner für die Presse

Pressestelle Stadt Rastatt

Telefon: 07222 972-1300
oder -1301

E-Mail: pressestelle@rastatt.de