Die Erinnerung wachhalten: Kranzniederlegung am Holocaust-Gedenktag

(27. Januar 2020) Der 27. Januar ist ein Tag des Erinnerns. Erinnern an die unvorstellbaren Gräueltaten der Nationalsozialisten. Vor 75 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, in dem über eine Million Menschen vor allem jüdischen Glaubens ermordet wurden. Auch Rastatt gedachte am Montag bei einer Zeremonie gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden der Opfer des Holocausts. An der Gedenktafel vor dem Rastatter Bahnhof legte Stadtrat Roland Walter in Vertretung für Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch einen Kranz nieder. 

Vom Rastatter Bahnhof aus wurden die jüdischen Bürger Rastatts am 22. Oktober 1940 in das Lager Gurs, in den französischen Pyrenäen, verschleppt. Der Bahnhof sei für die Rastatter Juden der Ausgangspunkt ihres Martyriums gewesen, das für viele in Ausschwitz endete, sagte Walter in seiner Ansprache. Daher sei es auch der richtige Ort, an die Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft zu gedenken. Walter betonte, dass die Stadt, die sich in der Tradition des Rastatter Friedens als Friedensstadt versteht, sich für ein friedliches, solidarisches und sicheres Zusammenleben in kultureller Vielfalt einsetzt. Auch in Zukunft wolle man gemeinsam gegen jede Art von Gewalt, Hass und Ausgrenzung vorgehen. 

In seiner Ansprache ging Walter auch auf die Rede von Alt-Bundespräsident Roman Herzog ein, der anlässlich der Proklamation des Gedenktages einst sagte: „Die Erinnerung darf nicht enden. Sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.“

Auch der Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden, Daniel Naftoli Surovtsev, machte in seiner Rede deutlich, dass für ihn das Wort Holocaust nicht nur mit Opfern und Schuldgefühlen in Verbindung gebracht werden sollte. Holocaust sollte vielmehr mit Erinnerungen verbunden werden und daraus ableitend mit guten Taten. „Das Geheimnis der Erlösung ist die Erinnerung“, so der Rabbiner. Anstatt eine gemeinsamen Schweigeminute abzuhalten, lud er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zeremonie, darunter auch viele Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde und des Rastatter Gemeinderats, dazu ein, sich gegenseitig an die Hand zu nehmen und so gemeinsam der Opfer zu gedenken.  

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