Herausragendes Ereignis mit weltpolitischer Relevanz: Tagungsband blickt auf Rastatter Frieden aus regionaler Sicht

(29. November 2019) Im Rastatter Schloss wurde vor mehr als 300 Jahren Weltgeschichte geschrieben. In der Nacht vom 6. auf den 7. März 1714 handelten der Habsburger Prinz Eugen und der französische Marschall Villars den Rastatter Frieden aus und beendeten damit den Spanischen Erbfolgekrieg. Ein Konflikt, der seit 1701 vielen Ländern Europas Tod und Verwüstung gebracht hatte. 2014 erinnerte die Stadt Rastatt unter anderem mit einem Festakt und einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein an dieses herausragende Ereignis. Unter dem Titel „Rastatt 1714 und der Traum vom Frieden“ ist nun ein aus der Tagung resultierender Sammelband erschienen. Stadtarchivar Oliver Fieg, zugleich Mitautor und Herausgeber, stellte das 220 Seiten starke Buch am Dienstag, 26. November, im Stadtmuseum vor. 

„Heute, genau vor 306 Jahren, trafen in Rastatt die beiden Verhandlungsführer ein, um den Krieg zu beenden“, erklärte Fieg. Villars bezog den linken, nach Frankreich ausgerichteten Flügel des Schlosses, Eugen und seine Gefolgsleute den rechten. Monatelange Verhandlungen folgten, in denen Rastatt im Mittelpunkt des Weltgeschehens stand, und deren gütliche Einigung den europaweit ersehnten Frieden brachte. Welche Bedeutung der langjährige Krieg und der ausgehandelte Frieden für die Menschen links und rechts des Oberrheins hatte, thematisierten bei der Tagung im Jahr 2014 Referenten aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Die Tagung habe das Ziel verfolgt, interdisziplinäre Forschungen zusammenzuführen, sagte Professor Konrad Krimm, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft. „Das Band konzentriert sich zwar auf den Oberrhein, behält aber immer das große Ganze im Blick“, so Krimm. Dem „Traum vom Frieden“ nähern sich die zwölf Autoren des im Jan Thorbecke Verlag erschienen Buches aus kunsthistorischer, geografischer, historischer und politischer Perspektive. Herausgeber Oliver Fieg etwa betrieb dezidierte Archivforschung im Nationalmuseum Paris und widmete seinen Aufsatz dem zugleich „faszinierenden und widersprüchlichen“ Feldherren Claude Louis Hector de Villars. 

Nach dem Erfolg der Tagung zum Rastatter Frieden kündigte Krimm bereits jetzt an, dass die Arbeitsgemeinschaft im kommenden Jahr eine weitere Tagung in Rastatt ausrichten will. Diese beschäftige sich mit der Zeit nach der Herrschaft des Türkenlouis und vor der Wiedervereinigung der Markgrafschaft Baden-Baden mit der Markgrafschaft Baden-Durlach. 

Frisch aus dem Druck: Verlagsleiter Jürgen Weis (von links), Historiker Konrad Krimm, Autor Carl-Jochen Müller sowie Oliver Fieg, Stadtarchivar und zugleich Herausgeber des Sammelbandes, präsentieren gemeinsam das Buch „Rastatt 1714 und der Traum vom Frieden“. Foto: Stadt Rastatt

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