Mahnmal in Plittersdorf erinnert an Gräueltaten: Französische Widerstandskämpfer wurden vor 75 Jahren ermordet

Zwölf Widerstandskämpfer wurden am 24. November 1944 in Plittersdorf ermordet. Foto: Stadt Rastatt

(26. November 2019) 75 Jahre nachdem am 24. November 1944 zwölf Mitglieder der französischen Widerstandsorganisation Réseau Alliance am Rhein bei Plittersdorf von der Gestapo ermordet und ihre Körper in den Rhein geworfen wurden, haben Deutsche und Franzosen am vergangenen Samstag gemeinsam den Widerstandskämpfern gedacht. Bei der Gedenkfeier an der Fähranlegestelle in Plittersdorf enthüllte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch zusammen mit Mireille Hincker, Ehrenvorsitzende der Organisation Le Souvenir Francais, eine Gedenktafel für die zwölf Getöteten. 

„Das damals geschehene Unrecht kann nie wieder gut gemacht werden“, sagte Oberbürgermeister Pütsch vor rund 200 Gästen. Er unterstrich, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Verbrechen als mahnendes Beispiel der Geschichte wach zu halten. „Heute, nach über sieben Jahrzehnten des Friedens in Europa, ist die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich einer der Grundpfeiler des europäischen Friedensprojektes“, betonte Pütsch. Jean-Luc Ball, Bürgermeister aus dem französischen Seltz, sieht die Stele als Mahnmal an nachfolgende Generationen, dass solche Gräueltaten nie wieder passieren. Er freute sich, auch Angehörige der damals ermordeten jungen Männer begrüßen zu können. Sie nahmen an der bewegenden Zeremonie teil, an der Kinder die Bilder der Opfer hochhielten und für sie weiße Rosen an der Gedenkstele niederlegten.

„Für diese zwölf Männer war das kollektive Schicksal ihres Vaterlandes und der besetzten Länder in Europa wichtiger als ihr eigenes“, betonte Mireille Hincker und blickte auf die Geschichte zurück: „Uns bleibt das Andenken an die Getöteten, die sich für die Freiheit ihres Vaterlandes einsetzen.“ Pfarrer Père José Luis de Almedia und Albrecht Berbig sowie Priester Michael Dafferner sprachen Gebete, bevor Oberbürgermeister Pütsch gemeinsam mit Mireille Hincker die Gedenkstele enthüllte. Die Namen der zwölf Getöteten sind auf der von Michael Welsch aus Sinzheim gestaltete Stele zu lesen.

Musikalisch wurde die Einweihungsfeier durch den Musikverein Plittersdorf und den Kinderchor der Grundschule Plittersdorf umrahmt. Kinder aus Plittersdorf und Seltz warfen anschließend gemeinsam mit Kindern der Angehörigen von der Deutschland und Frankreich verbindenden Fähre Blütenblätter in den Rhein und gedachten so den Opfern eines hinterhältigen Verbrechens, das als Teil der „Schwarzwälder Blutwoche“ in die Geschichte einging.

Erinnerung an die Ermordeten: Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch enthüllte bei einer Gedenkfeier gemeinsam mit Mireille Hincker die Gedenktafel in Plittersdorf. Foto: Stadt Rastatt
Deutsche und französische Kinder und Jugendliche legten Fotos und weiße Rosen zur Erinnerung vor der Stele ab. Foto: Stadt Rastatt

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