Dem Eschensterben Paroli bieten: Städtischer Forst setzt auf natürliche Aufforstung

(22. November 2019) Extreme Trockenheit, Hitze, Pilzbefall – dem Rastatter Stadtwald setzt der Klimawandel zu. Das großflächige Absterben der Eschen, aber auch die weiter voranschreitende Erkrankung des Bergahorns verändert das Erscheinungsbild des Stadtwaldes seit mehreren Jahren. Wer durch den Stadtwald spaziert, stößt immer wieder auf abgestorbene Bäume und kahle Flächen. In den kommenden Wochen nun werden die städtischen Förster, mit Motorsägen und Äxten ausgestattet, zahlreiche junge Bäume fällen. Was zunächst widersprüchlich wirkt, ist Teil der städtischen Aufforstungsstrategie. Denn nach den Fällungen wächst eine neue und artenreiche Waldgeneration aus vier bis sechs Laubholzarten heran. 

Die städtischen Forstwirte pflanzen seit zwei Jahren auf den von Schäden besonders betroffenen Flächen im Stadtwald sogenannte Vorwälder. Diese setzen sich aus sehr schnell wachsenden Baumarten, wie der Roterle, der Schwarzpappel oder der Birke, zusammen. In großen Abständen gepflanzt, um eine Konkurrenz der Bäume um Licht, Wasser und Nährstoffe zu vermeiden, ermöglichen die Vorwälder eine natürliche Regeneration der Wälder. Samen von benachbarten Waldbeständen können sich ansiedeln. So entstehen Naturverjüngungsflächen, die gegebenenfalls später mit Stieleichen, Kirschen oder Nussbäumen als Saat oder Pflanzung noch ergänzt werden. „Bereits nach zehn bis 15 Jahren werden die gepflanzten Vorwälder zugunsten der darunter entstandenen Mischwälder gefällt. Sie haben dann in diesem Zeitraum für reichlich Blattmasse gesorgt und damit das Klima im Wald deutlich verbessert“, erklärt Martin Koch, Leiter des städtischen Forts. Außerdem werde durch die rasch wachsenden Bäume die Bodenfeuchtigkeit zugunsten der natürlichen Waldentwicklung maßgeblich verbessert. Während der Wintermonate bieten Vorwälder zudem eine Art Frostschutz für die darunter stehenden Sämlinge. 

„Letztlich profitieren aber auch die Waldbesucher von dieser Art der Waldentwicklung“, so Koch. Denn durch das schnelle Wachsen der Bäume entsteht in nur wenigen Jahren ein dichter Wald mit vitalen Baumkronen. Trotz der großflächigen Baumfällungen, die nun im Stadtwald anstehen, werden also im kommenden Frühjahr neue und artenreiche Waldflächen entstanden sein. 

Joris Hartmann und Johanna Schneider, die derzeit ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Stadt Rastatt machen, säen Nussbäume unter einem Vorwald im Stadtwald. Foto: Stadt: Rastatt

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