Abstimmungsgespräch Stadt und Kleingärtner: Verlagerung der Kleingartenanlage soll weiter vorbereitet werden, um dauerhaft einen attraktiven Standort garantieren zu können

(25. Oktober 2019) Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Rastatt und der Bezirksgruppe der Gartenfreunde Rastatt

Die Ankündigung des Daimler-Konzerns, die geplante Erweiterung des Mercedes-Benz Werks Rastatt zeitlich zu verschieben, war kürzlich Hauptthema bei einem der regelmäßigen Treffen von Vertretern der Stadt Rastatt, der Bezirksgruppe der Gartenfreunde Rastatt, des Landesverbandes der Gartenfreunde und des Vereins der Gartenfreunde Oberwald. 

Zunächst hatten die Bezirksgruppe und der Verein der Gartenfreunde Oberwald nach den aktuellen Informationen des Daimler-Konzerns die Hoffnung und den Wunsch geäußert, die Anlage endgültig am bisherigen Standort zu belassen und die Pachtflächen langfristig vertraglich abzusichern. Die Verwaltung sieht dies kritisch, da Daimler ausdrücklich betont hat, dass die Erweiterung zeitlich nur geschoben und die Südost-Fläche weiterhin als Erweiterungsstandort angesehen wird. Eine zukunftssichere, vertragliche Absicherung des bisherigen Standortes ist aus Sicht der Verwaltung daher nicht möglich.

Im Gespräch, das in konstruktiver Atmosphäre verlief, verständigte man sich darauf, den gut begonnenen Prozess zur Vorbereitung einer erforderlichen Verlagerung der Kleingartenanlage Oberwald fortzusetzen. Ziel der Verwaltung und der Kleingärtner ist es, einen dauerhaften, attraktiven Standort in der Nähe der bisherigen Anlage zu finden, der den Kleingärtnern nicht nur eine kurz- oder mittelfristige, sondern eine nachhaltige Zukunftsperspektive bietet. Ohne den konkreten Druck einer zügigen Erweiterungsplanung habe man jetzt die große Chance, so Stadtverwaltung und Kleingärtner, die Umsiedlung der Kleingärtner in einem strukturierten Prozess verlässlich und zur Zufriedenheit aller zu Ende zu führen. Angestrebt ist in jedem Fall eine Konsenslösung, betont die Stadtverwaltung. Unbedingt vermeiden will man jedoch die Fehler vergangener Jahre, als bereits eine Verständigung auf einen Alternativstandort am Westring erfolgt war, dieser dann jedoch nicht umgesetzt wurde.

Ein abrupter Stopp der Bemühungen um einen attraktiven und dauerhaften Standort, der gegebenenfalls sogar Teil der perspektivischen Landesgartenschau in Rastatt sein könnte, wäre daher das falsche Signal und würde nur eine vermeintliche Sicherheit für die Kleingärtner suggerieren, so die Gesprächsteilnehmer. 

„Unser gemeinsames Ziel ist es, einen attraktiven und dauerhaften Standort für die Kleingartenanlage Oberwald zu finden“, betont Bürgermeister Raphael Knoth. „Denn egal, ob in fünf, zehn oder 15 Jahren – und egal, wer die handelnden Personen und politischen Entscheidungsträger sind: Der jetzige Standort der Kleingartenanlage Oberwald wird immer wieder für eine Erweiterung des Mercedes-Benz Werkes zur Diskussion stehen. Wir sollten daher nicht erneut den Fehler begehen und strategische, auf der Zeitschiene mittelfristig umsetzbare Prozesse von einer eher kurzfristig ausgerichteten Unternehmenspolitik abhängig zu machen.“ 

Jürgen Wahl, Vorsitzender der Bezirksgruppe der Gartenfreunde Rastatt, ergänzt: „Die auf den ersten Blick begeisternde und von uns  gewünschte  Erhaltungsperspektive für die bestehende Kleingartenanlage Oberwald ist ohne Sicherheit für eine künftige Nutzung nicht im wirklichen Interesse aller Beteiligten. Rastatt, seine Bürgerinnen und Bürger, Arbeitgeber und Arbeitnehmer brauchen verlässliche Zukunftsperspektiven. Diese sind nur mit vorausschauenden Flächenplanungen machbar – mit Flächenplanungen, die bei Bedarf umgehend umgesetzt werden können. Damit Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden können: Arbeit ist Zukunft. Heute mehr denn je. Aber auch wir Kleingärtner und das Kleingartenwesen sind auf langfristige Kontinuität und Perspektiven angewiesen. Ohne Sicherheit sind alle künftigen Investitionen in die Kleingartenanlage sowohl wirtschaftlich, als auch ökologisch im Falle einer zeitlich nicht absehbaren Räumung voll und ganz vergeblich. Vom verlorenen, ideellen Einsatz der Gartenfreunde einmal ganz abgesehen. Deshalb beteiligen sich die Rastatter Gartenfreunde, schweren Herzens, aber aus Einsicht und der Verantwortung aller für unser Rastatt heraus, an einer strukturierten Umsiedlungsplanung für die Gartenanlage „Oberwald“. Sollten sich bis zum Abschluss dieser Planungen neue Erkenntnisse ergeben, welche einen sicheren, dauerhaften Verbleib auf der bisherigen Fläche doch noch möglich machen, nehmen wir gerne in Kauf, dass unsere gesamten Bemühungen umsonst waren.“

Michael Ams, Stellvertretender Vorsitzender der Bezirksgruppe ergänzt: "Solange die Südost-Fläche als Erweiterungsfläche für das Mercedes-Benz Werk möglich ist, müssen wir die Voraussetzungen für eine mögliche Verlagerung der Anlage schaffen, ob uns das gefällt oder nicht. Alles andere wäre verantwortungslos gegenüber den Gartenfreunden im Oberwald". 

Ziel der Verwaltung und der Kleingärtner ist es, einen dauerhaften, attraktiven Standort in der Nähe der bisherigen Anlage zu finden, der den Kleingärtnern eine nachhaltige Zukunftsperspektive bietet. Foto: Stadt

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