Stadtmuseum Rastatt

Heinz Gaiser "Architekturzeichnung, Bilder, Projekte"


Sonderausstellung des Stadtmuseums Rastatt- Archiv

vom 17. Juni bis 21. November 2010 im Stadtmuseum Rastatt

„… der Mensch schafft Kunst - und manchmal sogar Baukunst“ 

Heinz Gaiser zählt seit knapp 50 Jahren zu den viel beachteten Architekten in Baden-Württemberg, der bisher an über 220 öffentlichen Wettbewerben teilnahm und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde.

Nach seinem Architekturstudium bei Egon Eiermann an der Technischen Universität Karlsruhe folgte ein Paris-Aufenthalt in den Jahren 1958/59. Hier war Gaiser bei Pierre Vago, dem international bekannten Architekten und Architekturkritiker und Herausgeber der einflussreichen Zeitschrift „L’Architecture d’aujourd’hui“ (Die Architektur heute) tätig. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gründete Gaiser bereits 1961 sein eigenes Architekturbüro in Rastatt, das er 1968 nach Karlsruhe verlegte, wo er mit wechselnden Partnern und seit 1999 in Sozietät mit Jochen Delgmann und Olivia Gaiser arbeitet. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gründete das Büro eine Niederlassung in Dresden.


Vielleicht durch seine Lehrer Eiermann und Vago angeregt, gilt das Interesse Heinz Gaisers der Architektur im öffentlichen Raum, die häufig auch mit städtebaulichen Planungen verbunden ist.
Dies zeigen schon die frühen Arbeiten wie der Krankenhausneubau und das UHU-Verwaltungsgebäude in Bühl (1962), gefolgt von dem Kirchenbau Hohritt bei Sasbachwalden im Schwarzwald (1967) bis hin zu späteren Planungen wie das Kurzentrum in Bad Säckingen oder die Stadtplanung Dresden-Neustadt, die in hohem Maße eine städtebauliche Einbindung forderten.

Im Laufe seines Schaffens respektierte Gaiser die Bedeutung der vorhandenen Bausubstanz und des überkommenen Stadt- und Ortsbildes und entwirft und baut seine Architektur in diesem Zusammenhang. So beugt er sich nicht dem Diktat einer Rasterarchitektur. Er versucht eine klare und aufrichtige Formgebung seiner Bauten entsprechend ihrem Zweck und deren Einbindung in das bauliche Umfeld.

Für Rastatt selbst entwarf Gaiser zwei repräsentative Sakralbauten, die Kirche in Niederbühl 1971 und zwei Jahre später Zwölf Apostel im Stadtteil Röttererberg, nach über 200 Jahren die ersten großen Kirchenbauten seit der Residenzzeit.

 

Gaiser entwickelt bis heute jeden Entwurf in vielen Varianten über Handskizzen und Zeichnungen. In einigen Projekten arbeitete er mit seiner Ehefrau Marianne Gaiser zusammen, die Keramikwandgestaltungen und Glasfenster entwarf.

In den Zeichenmappen Heinz Gaisers finden sich ebenso freie Entwürfe für utopische Bauten, Landschaften und Architekturstudien. Diese sind vorwiegend Bleistiftzeichnung aber auch Aquarelle, die oft in Serien angelegt dazu dienen, geeignete Lösungen zu finden und ebenso als Proportionsstudien dienen.

 

Die Auseinandersetzung mit der Architekturgeschichte, vornehmlich mit der französischen Kathedralgotik und den Architekten der klassischen Moderne wie Frank Lloyd Wright und Le Corbusier, ist für Heinz Gaiser wesentlich. Seine architekturtheoretischen Erkenntnisse veröffentlichte er in Vorträgen und Aufsätzen.

Die Ausstellung gibt einen Einblick in das vielgestaltige Werk von Heinz Gaiser. Im Mittelpunkt stehen die Architekturskizzen und Handzeichnungen. Diese werden ergänzt durch Pläne, Ansichten, Modelle und Fotografien von Bauten und Projekten.


Bildergalerie

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Werke von Heinz Gaiser

Kontakt

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Im Vogelschen Haus
Herrenstraße 11
76437 Rastatt
Telefon 07222 / 972-8400
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