Nach fast 50 Jahren bei der Stadt Rastatt: Dieter Kleisinger in den Ruhestand verabschiedet

(17. September 2019) Viele Rastatter kennen ihn persönlich: Dieter Kleisinger saß 17 Jahre lang bei jeder Gemeinderatssitzung neben dem Oberbürgermeister. Er organisierte unzählige repräsentative Veranstaltungen der Stadt, wie den Neujahrsempfang und die Matinee zum 3. Oktober, und baute über viele Jahre Rastatts Städtepartnerschaften auf und aus. Insgesamt 46 Jahre arbeitete Dieter Kleisinger bei der Stadtverwaltung Rastatt, darunter viele Jahre in leitender Position, so als Chef des Fachbereichs Zentrale Steuerung und Gemeindeorgane und zuletzt als Leiter der Stabsstelle Bürgerbeteiligung und Datenschutz. Mit einem großen Dankeschön für seinen „engagierten Einsatz zum Wohle der Stadt“ verabschiedete ihn Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch nun bei der Gemeinderatssitzung am 16. September in den Ruhestand. Er habe die Zusammenarbeit mit Kleisinger sehr geschätzt, so der OB. Pütsch lobte die große Erfahrung und das breite Wissen der Führungskraft – und seine absolute Loyalität. Es sei außerdem immer spürbar gewesen, dass Dieter Kleisinger nicht nur seinen Job erledigt habe, sondern „stets mit viel Herzblut dabei“ gewesen sei. Der so Gelobte bekam donnernden Applaus vom Gemeinderat und bekannte: „Es war mir eine große Freude und große Ehre, für die Stadt Rastatt zu arbeiten.“

Von der Pike auf gelernt: Kaum einer kennt die Verwaltung so wie er
Dieter Kleisinger startete als 17-Jähriger 1973 seine Laufbahn bei der Stadt Rastatt und hat im Lauf der Jahre eine steile Karriere hingelegt. Seine Ausbildung hatte er ein Jahr zuvor beim Landratsamt Rastatt begonnen, dann folgte der Wechsel zur Stadt und der ehrgeizige junge Mann begann eine duale Ausbildung zum Diplomverwaltungswirt mit Studium an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl. In den Folgejahren arbeitete er beim früheren Rechts- und Ordnungsamt, bevor er 1982 zum Hauptamt wechselte und nach wenigen Jahren zur Nummer Zwei beim Personal- und Organisationsamt aufstieg. 1992 wurde er Leiter des neugegründeten Amtes für Organisation und Technikunterstützte Informationsverarbeitung. Sieben Jahre später wurde ihm die Leitung des Fachbereichs Zentrale Steuerung und Gemeindeorgane übertragen mit den drei Kundenbereichen Gemeindeorgane und Repräsentationen, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit 2016 leitet er die Stabsstelle Bürgerbeteiligung und Datenschutz. Lange Zeit übernahm Kleisinger zusätzliche Verantwortung als stellvertretender Geschäftsführer der BadnerHalle GmbH und unterrichtete an der Badischen Gemeindeverwaltungsschule den Verwaltungsnachwuchs. Überdies war er Vorsitzender der Arbeitsgruppe Haupt- und Organisationsämter des Städtetags Baden-Württemberg. 

Verhandlungsgeschick, Freundlichkeit und Geduld 
An zentraler Stelle im Dezernat des Oberbürgermeisters hat Kleisinger insgesamt vier Oberbürgermeister erlebt. Es gibt kein Thema in Rastatt, über das er nicht Bescheid weiß, ging doch fast zwei Jahrzehnte lang jede Gemeinderatsvorlage und jeder Ratsbeschluss über seinen Tisch. Mit viel Verhandlungsgeschick, Freundlichkeit und Geduld, aber vor allem mit der ihm eigenen Höflichkeit und Besonnenheit gelang ihm dabei nicht selten der diplomatische Spagat, zwischen Verwaltung und Politik zu vermitteln und einen Konsens zu finden. Die Bürger mitnehmen und den Service verbessern sind seine Maximen, wie bei dem von ihm zuletzt erfolgreich realisierten Projekt, dem städtischen Mängelmelder. Nach fast einem halben Jahrhundert und einem ganzen Berufsleben bei der Stadt, fällt der Abschied nicht leicht. „Ich bin unendlich dankbar für die Möglichkeit, die Entwicklung Rastatts über so viele Jahre miterleben und aktiv mitbegleiten zu dürfen und über die unterschiedlichsten Erfahrungen und Momente, die ich mit Bürgern, Gästen der Stadt oder im Gemeinderat erlebt habe“, so der künftige Neupensionär. 

Die Liebe bleibt…
Viel hat er in seiner Zeit bei der Stadt Rastatt erlebt: „Man kann sich das heute kaum vorstellen, aber als ich bei der Stadt angefangen hatte, standen im Ratssaal noch Körbchen mit Zigarren und Zigaretten für die Gemeinderäte bereit. Unverheiratete Damen mussten stets mit „Fräulein“ angesprochen werden, wir hielten Katastrophenschutzübungen in atombombensicheren Kellern ab und als die ersten Computer kamen, wusste niemand, wohin mit den schweren Dingern“, schmunzelt der Wahl-Plittersdorfer, wenn er sich an die eine oder andere Begebenheit zurückerinnert. „Eigentlich müsste ich ein Buch schreiben“, scherzt er. Dafür hätte er auch gar keine Zeit, denn der Motorradliebhaber freut sich auf ausgiebige Touren auf seiner Maschine, mehr Muße fürs Kochen und für seinen Garten. Und natürlich auf mehr gemeinsame Zeit mit seiner Frau Andrea. Dieses besondere Fräulein hat er übrigens vor vielen Jahren bei der Stadt Rastatt kennen und lieben gelernt. 

OB Pütsch verabschiedet nach fast 50 Jahren bei der Stadt Rastatt Dieter Kleisinger in den Ruhestand (links, mit seiner Frau Andrea). Foto: Stadt Rastatt.

Folgen Sie uns auf:


Kontakt:

Pressestelle Stadt Rastatt

Telefon: 07222 972-1300
oder -1301

E-Mail: pressestelle@rastatt.de