Volkslieder mit emotionaler Tiefe: Seniorenchor gibt erstes öffentliches Konzert am 21. September

(2. September 2019) Ein paar Lockerungsübungen, ein kurzes Einsingen und einige Korrekturen des Dirigenten. Dann setzt der Rastatter Seniorenchor an diesem Probennachmittag zu seinem ersten Lied an und sorgt direkt für einen Gänsehautmoment. „Senzenina“ erklingt es im Atrium des Rossi-Hauses – mal leise, mal laut, mal als Solo oder im Chor. „Senzenina“, was im Deutschen so viel bedeutet wie „was haben wir getan?“, ist ein südafrikanisches Volkslied. Es erzählt von der Verzweiflung der schwarzen Bevölkerung Südafrikas und ihrer Hoffnung auf ein Ende der Apartheit. Dem Seniorenchor gelingt es, die Emotionen des Liedes stimmgewaltig zu transportieren. Sein Können will der gemischte Chor nun bei seinem ersten öffentlichen Konzert am Samstag, 21. September, im Rossi-Haus präsentieren. Beginn des Konzertes mit dem Titel „Ein Strauß Buntes“ ist um 18 Uhr, der Eintritt ist kostenlos. 

„Wenn man weiß, um was es in einem Lied geht, singt man ganz anders“, erklärt Rudi Fritz, der gemeinsam mit seiner Frau mitsingt. Der 2015 gegründete Chor des Seniorenbüros hat sich auf Volkslieder spezialisiert. Nicht etwa Volksmusik, wie sie heutzutage immer populärer wird, sondern Volkslieder, die zum Teil Jahrhunderte alt sind. Die Unterscheidung ist Dagobert Müller wichtig. Der 79-Jährige ist Leiter des Chors, studierter Musiker und Dirigent. Als Müller mit seiner Frau vor vier Jahren von Marquartstein in Bayern nach Rastatt zog, erkundigte er sich beim städtischen Seniorenbüro, welche musikalischen Angebote es in der Stadt gibt. Da es bis dahin nur ein Offenes Singen gab, schlug er dem ehrenamtlichen Leiter des Seniorenbüros, Hans Fitzek, vor, einen Seniorenchor zu gründen. Aber es sollte nicht irgendein Chor sein, sondern einer, der mit seiner Musikrichtung eine Nische bedient. Schließlich einigte man sich auf einen Chor, der seinen Fokus auf volkstümliche deutsche und internationale Lieder legt. „Volkslieder spiegeln das Denken und Fühlen der Menschen in einer besonderen Form wider“, begründet Müller die damalige Entscheidung.

Knapp 30 Sängerinnen und Sänger zählt der Chor inzwischen. Die Altersspanne der Mitglieder reicht von 60 bis knapp 90 Jahre – der Stimmkraft des vierstimmigen Chors merkt man das Alter nicht an. Ein gewisses Niveau einzuhalten ist sowohl den Sängern als auch dem Dirigenten wichtig. „Die Proben sollen nicht nur als geselliges Singen verstanden werden, sondern wir proben intensiv. Jeder Sänger muss lernen, auf die Zeichen des Dirigenten zu achten“, sagt Rudi Fritz, der bereits seit 50 Jahren singt. Und so kommt es auch mal vor, dass Interessenten erkennen müssen: das ist zu anspruchsvoll für mich“, räumt Dagobert Müller ein. Er bedaure das, aber schließlich seien Sänger nur dann für den Chor geeignet, wenn sie Töne treffen und halten können. Konzentriert und fokussiert laufen deshalb auch die wöchentlichen Proben ab. In jüngster Zeit noch intensiver als ohnehin üblich, damit fürs Konzert am 21. September jeder Ton geschliffen sitzt. 

Wer zudem Lust hat, beim Seniorenchor mitzusingen, kann zu den wöchentlichen Proben immer freitags um 15 Uhr ins Rossi-Haus kommen oder sich beim Rastatter Seniorenbüro telefonisch melden unter 07222 972-9422. Das Seniorenbüro in der Herrenstraße 13 hat dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 9 bis 11 Uhr geöffnet. 

Intensiv bereitet sich der Rastatter Seniorenchor für sein erstes öffentliches Konzert am 21. September im Rossi-Haus vor. Foto: Stadt Rastatt

Folgen Sie uns auf:


Kontakt:

Pressestelle Stadt Rastatt

Telefon: 07222 972-1300
oder -1301

E-Mail: pressestelle@rastatt.de