Wechsel an der Spitze der Stadtbibliothek: Barbara Brünner verabschiedet sich in den Ruhestand

37 Jahre lang hat Barbara Brünner (links) die Stadtbibliothek geleitet, nun verabschiedet sie sich in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin, Birgit Stellmach, freut sich auf die neue Herausforderung.

(30. Juli 2019) Sie war von der ersten Stunde an mit dabei, hat die Stadtbibliothek in Rastatt aufgebaut und sie zu einem „Wohnzimmer der Stadt“ entwickelt. Nach 37 Jahren als Leiterin der Stadtbibliothek geht Barbara Brünner an diesem Mittwoch, 31. Juli, in den Ruhestand. Die Antwort auf die Frage, worauf sie sich in dem neu beginnenden Lebensabschnitt am meisten freut, fällt eindeutig aus: Zeit zum Lesen zu haben. Der Stadtbibliothek wird sie deshalb auch weiterhin treu bleiben, nun allerdings als Kundin. 

„Der Aufbau war eine spannende Zeit. Ich konnte aussuchen, welche Bücher wir zukünftig anbieten werden“, erzählt die Diplom-Bibliothekarin, die 1982 nach Rastatt kam und zuvor in Biberach an der Riß und Karlsruhe tätig war. Wichtig sei es ihr gewesen, ein Angebot zu schaffen, das jeden anspricht. Als die Bibliothek in Rastatt dann unter ihrer Leitung 1984 eröffnet wurde, sei die Begeisterung in der Bevölkerung groß gewesen, erinnert sich die 65-Jährige. Seitdem hat sich viel getan in den 1.000 Quadratmeter großen Räumlichkeiten. Die Medien-Palette ist heute deutlich vielfältiger als zu Beginn und reicht von Büchern und Hörbüchern, über Musik-CDs und Spielfilmen bis hin zu Konsolen- und Gesellschaftsspielen.

Bücher, vor allem zeitgenössische Romane und regionale Krimis, stehen bei Brünner ganz klar weiterhin hoch im Kurs. Für sich als Medium neu entdeckt habe sie zudem Musik-DVDs. „Ich war immer zu klein, um auf Konzerte zu gehen. Zu Hause kann ich die Musik richtig laut aufdrehen“, erzählt die gebürtige Oberschwäbin, die sich dadurch das Konzerterlebnis quasi ins Wohnzimmer holt. Zu ihren Favoriten zählen die Rolling Stones, Sting oder die Eagles. Die Begeisterung für Musik teilt sie dabei mit ihrem Mann. 

Vor medialen Veränderungen ist sie nie zurückgeschreckt. Vielmehr betrachte sie das Internet und das digitale Angebot als „geniale Weiterentwicklung“. Besonders Freude habe es ihr deshalb auch gemacht, die Onleihe aufzubauen. Die Plattform für digitale Medien greift dabei auf ein Angebot von 20 Bibliotheken aus der Region zurück. Brünner war auch hier wieder von Anfang an dabei und koordinierte das Projekt. „Es macht mir Spaß, mich zu vernetzen“, begründet sie ihre Motivation.

Ihre Fähigkeit, auf Menschen zugehen zu können, kam ihr während ihrer gesamten Berufszeit zugute. Der Kontakt zu den Kunden war ihr immer wichtig. „Jeden Tag trifft man andere Menschen, andere Charaktere, mit denen man sich austauschen kann“, berichtet sie von ihrem abwechslungsreichen Beruf. Sich selbst begreift sie dabei nicht als wandelndes Lexikon. „Aber ich weiß, wo ich es finde“, scherzt Brünner. 

Von Beginn ihrer Tätigkeit an war es ihr wichtig, die Lese- und Medienkompetenz insbesondere von Kindern zu fördern. Viele Kindergarten und Schulklassen werden regelmäßig durch die Räume geführt. Und seit der Eröffnung wird jeden Freitag ein Kindernachmittag organisiert mit einer Mischung aus Kindertheater, Kinderkino, Vorlese- und Bastelrunde. Aber auch für Erwachsene bot Brünner immer wieder etwas Neues an und veranstaltete zahlreiche Abende im Kellertheater der Stadtbibliothek, bei denen regionale Künstler auftraten. 

Die Abendveranstaltungen für Erwachsene will die künftige Leiterin der Stadtbibliothek, Birgit Stellmach, weiter ausbauen. Sie denkt dabei insbesondere an Veranstaltungen für junge Erwachsene, wie etwa Poetry-Slam-Abende im Kellertheater. Stellmach, die bis dato stellvertretende Leiterin war, ist bereits seit 1994 Stadtbibliotheks-Team. „Ich freue mich, dass es jetzt losgeht“, sagt die 57-Jährige. Sie betrachte die Aufgabe als tolle Herausforderung, die neue Anreize setze und sie fordere.

Alles umkrempeln will die gebürtige Bremerin allerdings nicht, sondern auf Bewährtes zurückgreifen. „Ich kann an all das Gute, was Barbara Brünner hinterlässt, anknüpfen“, betont Stellmach. Was die Zukunft betrifft, teilen die beiden Frauen einen Wunsch: Den räumlichen Ausbau der Stadtbibliothek für ein noch breiteres Medienangebot und für noch mehr Aufenthaltsqualität im „Wohnzimmer der Stadt“, wie Barbara Brünner ihre jahrzehntelange Wirkungsstätte nennt. 

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