Idealer Lebensraum für Schmetterlinge: Infotafel informiert über Tagfalter in Plittersdorf

(12. Juli 2019) Kaisermantel, Kleiner Eisvogel oder Brombeer-Perlmuttfalter – so exotisch ihre Namen klingen, so vielfältig sind Schmetterlinge in ihrem Vorkommen. In Deutschland leben etwa 3.700 Schmetterlingsarten, rund 190 davon gehören zu den Tagfaltern. Eine Vielzahl von ihnen tummelt sich in einem Waldstück bei Plittersdorf. Um auf diese faszinierenden Insekten und ihren Lebensraum aufmerksam zu machen, hat die Stadt Rastatt gemeinsam mit den Naturfotografen Rainer Deible und Brigitte Kunz und in Kooperation mit der Ortsverwaltung Plittersdorf einen Erlebnisweg geschaffen, an dem Spaziergänger besonders viele Schmetterlinge beobachten und sich an einer Wegtafel über die heimischen Falter informieren können.

„Wir wollten Spaziergängern die heimische Natur näherbringen und sie dafür sensibilisieren, mit offenen Augen durch den Wald zu gehen“, erklärt Rainer Deible, der gemeinsam mit der Naturfotografin Brigitte Kunz vor rund einem Jahr die Idee der Infotafel entwickelte. Wenn es warm ist und die Sonne scheint, kann man am sogenannten Schmetterlingsweg über 20 verschiedene Tagfalterarten im Waldstück nahe des Plittersdorfer Schützenhauses entdecken. Der Wald an dieser Stellte biete einen idealen Lebensraum für Insekten. Die Falter finden am Wegesrand Wiesenschaumkraut, Knoblauchsrauke, Brombeerblüten und -beeren aber auch Hundekot, den insbesondere der Kleine Schillerfalter bevorzuge, klärt Deible auf. Der Weg, der Richtung Rheindamm führt, sei zudem weit entfernt von Maisfeldern und überdüngten Landschaften, auf denen es Insekten schwerer haben, Nahrung sowie Brutplätze zu finden. Damit solche wertvollen Lebensräume wie in Plittersdorf erhalten bleiben, hat der städtische Forst bereits seit vielen Jahren seine Waldrandpflege angepasst. „Wir mulchen entlang des Weges nur einmal im Jahr und außerhalb der Vegetationszeit“, berichtet Uwe Kirst vom städtischen Forst. Zudem sei die Bepflanzung am Waldrand stufenweise aufgebaut. Während am Wegesrand krautige Pflanzen und kleinere Sträucher stehen, die Sonne und Licht durchlassen, wachsen die größeren Bäume und Sträucher im anschließenden geschlossenen und hohen Wald. So können sich Brombeerbüsche, die häufig an lichtdurchfluteten Stellen stehen und die für viele Falter Lebensraum und Nahrung zugleich bieten, bestens entwickeln. Eingenistet hat sich darin etwa der gleichnamige Brombeer-Perlmuttfalter, auf den Spaziergänger in Plittersdorf zuhauf treffen. Deible geht davon aus, dass die seltene Art durch die Klimaerwärmung hier heimisch wurde. Denn vor zehn Jahren sei ihr Vorkommen in nördlichen Ländern sehr selten. 

„Ich war fasziniert und überrascht, als ich hörte, welch Vielfalt an Faltern es hier gibt“, so der Plittersdorfer Ortsvorsteher Mathias Köppel, der die neue Infotafel begrüßt. Sie schaffe ein Bewusstsein dafür, welche Schätze vor der eigenen Haustür zu finden sind. Ginge es nach dem Ortsvorsteher, so könnten es mehr solcher Infotafeln geben. Er hofft, dass das Hinweisschild auch dazu diene, die Menschen für die Natur zu sensibilisieren und sie Müll nicht achtlos in den Wald werfen. 

Brombeer-Perlmuttfalter. Foto: Rainer Deible
Kaisermantel. Foto: Rainer Deible
Kleiner Schillerfalter. Foto: Rainer Deible
Ortsvorsteher Mathias Köppel, Naturfotograf Rainer Deible und Uwe Kirst vom städtischen Forst (von links) vor der Schmetterlingstafel in Plittersdorf. Foto: Stadt Rastatt

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