Baumkontrolle im Stadtwald: Umsturzgefährdete Bäume müssen gefällt werden

(17.  Mai 2019) Mehrere hunderttausend Bäume stehen im Rastatter Stadtwald. Viele von ihnen grenzen direkt an Straßen und Waldwegen an. Damit ein morscher Baum bei einem Sturm nicht plötzlich umknickt und zur Gefahr für Spaziergänger und Verkehrsteilnehmer wird, sind die städtischen Forstwirte Michael Kahne und Patric Frisch derzeit im Einsatz, um den Gesundheitszustand und die Verkehrssicherheit der Bäume entlang der öffentlichen Straßen zu kontrollieren. 

Rund 4.000 Bäume werden jährlich von den Rastatter Förstern im Stadtwald auf ihre Standhaftigkeit untersucht. Der Kontrollzyklus sieht vor, dass Bäume entlang von Verkehrsadern einmal im belaubten und einmal im unbelaubten Zustand begutachtet werden. Kommen die Förster bei ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass ein Baum durch einen plötzlichen Gipfelbruch oder einen Sturm droht umzustürzen, ziehen sie die städtischen Baumkontrolleure für eine weitere Untersuchung hinzu. Diese können dann durch eine sogenannte Bohrwiderstandsmessung relativ rasch erkennen, ob ein Baum noch standsicher ist. Dafür bohren die Experten eine feine Nadel rund 50 Zentimeter tief in den Stamm. Trifft die Nadel auf gesundes Holz, ist der Bohrwiderstand hoch. Ist der Widerstand jedoch niedrig, ist es ein eindeutiges Indiz dafür, dass die Nadel auf morsches Material gestoßen ist. So lässt sich punktgenau feststellen, in welcher Tiefe der Stamm fault und wie standfest der Baum noch ist.

Erst wenn diese zweite Untersuchung ergibt, dass von dem Baum eine Gefahr für den Verkehrsraum oder für Fußgänger ausgehen könnte, wird der Baum gefällt. Das Totholz wird in vielen Fällen nicht abtransportiert, sondern bleibt im Stadtwald. Dort dient es einer großen Anzahl von Insekten, Vögeln und Kleinsäugetieren als Nahrung und Unterschlupf. Die seit rund 30 Jahren im Stadtwald Rastatt praktizierte naturnahe Waldbewirtschaftung fördert ganz gezielt den Erhalt von absterbenden Bäumen. 

Bei der derzeit stattfindenden Kontrolle haben die Forstwirte einige besonders gefährdete Bäume bereits identifiziert. So müssen eine große Stieleiche im Bereich des Waldeingangs westlich von Ötigheim und eine Pappel im Rastatter Oberwald im Verlauf des Sommers gefällt werden. Beide Bäume sind stark durch Pilze geschädigt und akut umsturzgefährdet.

Die beiden Forstwirte Michael Kahne und Patric Frisch kontrollieren die Bäume im Rastatter Stadtwald auf ihre Standfestigkeit. Foto: Stadt Rastatt

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