Wiesenblumen für städtischen Rasen: Rastatt setzt auf biologische Vielfalt

(25. April 2019) Bunte, blühende Wiesen und Parkflächen auf denen sich Schmetterlinge, Bienen und andere Tiere tummeln können - das ist schon seit vielen Jahren erklärtes Ziel der Stadt Rastatt für ihre Grünflächen. Unter dem Motto „Förderung der biologischen Vielfalt“ werden derzeit weitere Rasenflächen in Rastatt in Blumenwiesen verwandelt, um die Lebensbedingungen für Insekten zu verbessern. 

In den vergangenen Tagen bearbeitete der Kundenbereich Ökologie und Grün des Fachbereichs Stadt- und Grünplanung gemeinsam mit einem Landwirt Rasenflächen entlang der Badener Straße, der Kehler Straße und an der Stadionstraße. Für die jetzt anstehenden Saatarbeiten wurde der Boden der insgesamt rund 4.000 Quadratmeter großen Fläche maschinell aufgelockert, anschließend ein spezielles Saatgut für Blühwiesen verteilt. Auch im Gewann Heizenköpfle soll hinter der Grenzstraße auf gleiche Weise ein rund 800 Quadratmeter großes Biotop für Insekten entstehen. Bis auf den Wiesen aber bunte Blumen blühen, kann es noch ein wenig dauern. Denn die städtischen Experten setzen auf Langlebigkeit. Bei den aktuellen Neuansaaten geht es weniger darum, dass die Blumen rasch blühen – und dann aber nach ein bis zwei Jahren wieder ausgetauscht werden müssen. Ziel ist vielmehr, dass die Wiesen vielfältig und dauerhaft belebt sind und ihr natürliches Aussehen zurückbekommen. 

Bereits im Jahr 2000 hatte die Stadt Rastatt in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband des Naturschutzbundes (NABU) und mit der Förderung der Umweltstiftung Rastatt das Projekt „Blumenwiesen“ konzipiert, bei dem es darum ging, die Grünpflege unter ökologischen Gesichtspunkten auszuweiten. Seitdem hat sich in Rastatt einiges getan: Wiesen und Rasen werden nur noch zweimal im Jahr statt monatlich gemäht. Und auch das Mähgut wird heute direkt geräumt und nicht mehr auf den Wiesen gelassen, wo es früher verrottete. Denn eine Wildwiese gedeiht am besten auf mageren, also nährstoffarmen Böden. Wird der Rasen weniger häufig gemäht und das Mähgut direkt abtransportiert, verbessern sich die Wachstumsbedingungen für Wildblumen und Wildkräuter. Der Fachbereich Stadt- und Grünplanung plant zudem, künftig das Gras als Grünfutter oder Heu verwerten zu lassen.

In das Projekt sind seit damals rund 28.000 Quadratmeter der Grünanlage Mozart-/Beethovenstraße aufgenommen worden und eine Glatthaferwiese entlang der Baldenaustraße mit einer Fläche von rund 11.000 Quadratmetern. Für diese Fläche besteht inzwischen seit einigen Jahren ein Pflegepachtvertrag der Stadt Rastatt mit dem Landwirt, der für die Stadt nun die Arbeiten ausführt. Auf zusätzlichen Flächen, wie zum Beispiel beim Tennisclub Fohlenweide, entlang der Rauentaler Straße oder in der Zentralen Grünanlage Rheinau-Nord, wird inzwischen ebenfalls nur noch zweimal im Jahr gemäht. Dort wird jedoch lediglich im Sommer das Mähgut geräumt. Im Herbst bleibt das gemähte Gras als Mulch auf den Flächen liegen.

Mit Blick auf die bereits positiven Erfahrungen beabsichtigt der Fachbereich Stadt- und Grünplanung auch in den kommenden Jahren, schrittweise weitere Flächen in diesen natürlicheren Zustand zurückzuführen.

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