Waldbegehung: Rastatter Forst setzt auf klimastabile Baumarten

(9. April 2019) Der Eschenbestand im Stadtwald Rastatt hat sich in den letzten Jahren mehr als halbiert. Grund dafür ist eine Pilzart, die vor etwa zwölf Jahren über Polen den Weg in den heimischen Wald fand. In der Folge des Befalls der Eschenkronen durch den Pilz führt ein weiterer pflanzlicher Schädling, der Halimasch, zum kompletten Absterben und zum Umfallen der Eschen. Als „mittelschwere Katastrophe“ beschreibt der städtische Förster Martin Koch die Auswirkungen des Eschensterbens. Der Bestand ist von einst 23 Prozent auf rund zehn Prozent im Stadtwald Rastatt zurückgegangen. Der Kundenbereich Forst hat ein Waldentwicklungsprogramm für die nächsten zehn Jahre erarbeitet, das er am 5. April bei einer Waldbegehung dem Gemeinderat anschaulich vorstellte. Die Forsteinrichtung 2019 bis 2028 ist Thema auf der Gemeinderatssitzung Ende April.

„Durch den massiven Pilzbefall und den abgestorbenen Wurzeln wurden die Eschen so brüchig, dass sie schon bei jedem kleinen Wind umknickten“, erklärte Forstrevierleiter Koch. Das Forstamt sah sich gezwungen, umsturzgefährdete Bäume zu fällen, ganze Flächen wurden kahlgeschlagen. Im Zeitraum von 2019 bis 2028 sollen nun auf einer Fläche von 236 Hektar neue Bäume wachsen. Die Forstbetriebe setzen dafür zum einen auf eine Naturverjüngung und zum anderen auf den bewussten Anbau. Ziel ist es, klimastabile Mischbestände zu etablieren. Der Zustand des Stadtwaldes Rastatt ermöglicht durch die natürliche Verjüngung verschiedener Baumarten eine teilweise Wiederbewaldung. Aber der Blick muss vor dem Hintergrund der Erwärmung des Weltklimas auch auf alternative Baumarten gelenkt werden. „Wir müssen dynamischer denken und offen sein für Baumarten auch aus Ländern, die jetzt schon eine höhere Jahresdurchschnittstemperatur haben“, sagte Koch. Auf einer ein Hektar großen Fläche etwa, auf der einst Eschen standen, sollen nun rund 600 Schwarznussbäume ihre Wurzeln schlagen. Auf einem weiteren Areal wurden Hybridnussbäume gepflanzt, bei denen es sich um eine Ersatzbaumart handelt, die für den Klimawandel geeignet ist. 

Revierleiter Koch machte deutlich, dass es im städtischen Wald in den letzten zehn Jahren keine Flächenverluste gab und die Waldfläche sogar um mehr als fünf Hektar auf 1.551,7 Hektar zugenommen hat. Große Bedeutung wird derweil auch dem Auenwald bei Plittersdorf im Zuge des Forschungsprojekts „Waldklimafonds“ mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beigemessen. Untersucht wird, welche Baumarten von den Auswirkungen des Klimawandels am wenigsten beeinträchtigt werden. Um den Charakter und die Lebensräume der Auenlandschaft zu erhalten, sollen dabei auch die Rheinauen redynamisiert werden. Die Zugänge der ehemaligen Altrheinarme und Wassergräben im Auenwald sollen zu diesem Zweck an den Rhein angeschlossen werden, mit dem Ziel, dass mehr Fließwasser auch mehr Dynamik in die Rheinauen zurückbringt. Wie wichtig für den Klimaschutz ein artenreicher und lebendiger Stadtwald ist, machte Koch dann noch an einer Zahl fest: 370.000 Tonnen CO2  sind im Stadtwald Rastatt in den Bäumen gespeichert.

Bildergalerie der Waldbegehung. Fotos: Stadt Rastatt

 

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