Einschneidende Umwälzungen: Themenführung im Stadtmuseum zur wirtschaftlichen Entwicklung Rastatts in der Weimarer Republik

(3. Januar 2019) Am Donnerstag, 10. Januar, lädt Stadtarchivar Oliver Fieg ein zu einer Themenführung durch die aktuelle Sonderausstellung im Stadtmuseum. Los geht der Rundgang zur wirtschaftlichen Entwicklung Rastatts in der Weimarer Republik um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die 1920er-Jahre: Für Rastatts Handel, Industrie und Gewerbe eine schwierige Zeit

Der verlorene Erste Weltkrieg war wirtschaftlich für Rastatt gleich mehrfach eine Katastrophe: Die Stadt verlor mit dem Nordelsass ein wichtiges Absatzgebiet. Die Garnison wurde aufgelöst. Und für die leer stehenden Garnisonsgebäude musste eine Nutzung gefunden werden. Die neue Grenzlandlage erschwerte den Zuzug und die Gründung neuer Industriebetriebe, und die bestehenden mussten ihre Produktionen von Kriegs- auf Friedenszeit umzustellen. Unermüdlich bemühte sich Oberbürgermeister August Renner um die Konversion ehemals militärisch genutzter Flächen, stieß dabei aber immer wieder auf bürokratische Hindernisse bei der Reichsvermögensverwaltung, in deren Zuständigkeitsbereich die Rastatter Militärareale fielen. 

Architekt Eduard Degler beschrieb die ersten Jahre nach dem Krieg so: „Aber keine der Umwälzungen war so einschneidend wie die Auswirkung des verlorenen Weltkrieges. Alle wirtschaftlichen Werte kamen ins Schwanken, alte ansässige Industrien verloren über Nacht ihre Absatzgebiete und wurden durch Errichtung von Zollschranken in ihrer Konkurrenzfähigkeit beeinträchtigt. Die altrenommierten Herdfabriken gingen ein. Die Gesamtbevölkerung lebte bislang größtenteils von direkten und indirekten Einnahmen vom Militär und wurde plötzlich vor eine veränderte Tatsache gestellt. Ihre mühsamen Ersparnisse gingen in der Inflation unter, und ein jedermann mußte durch intensive Arbeit sich neue Erwerbsquellen schaffen.“

Die Ausstellung „Es lebe das Neue!“? Rastatt in der Weimarer Republik – Ein Stück Demokratiegeschichte ist noch bis zum 3. Februar 2019 im Stadtmuseum zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen: donnerstags bis samstags von 12 bis 17 Uhr, sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Sie ist Teil des länderübergreifenden Kooperationsprojektes „Netzwerk Museen“, das sich 2018/19 die „Zeitenwende 1918/19 Le tournant“ zum Thema macht. Nähere Informationen unter 07222 972-8400 oder-8402 oder per E-Mail an museen@rastatt.de.

Rastatts Wirtschaft leidet in den 1920er-Jahren unter fehlenden Aufträgen, mangelndem Gewerbe und nicht freigegebenen Kasernengebäuden. Stadtarchivar Oliver Fieg veranschaulicht die Situation bei einer Themenführung am 10. Januar im Stadtmuseum. Foto: Stadt Rastatt

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