„Was darf Satire? Alles!“ – Stadtmuseum präsentiert musikalisch-literarische Zeitreise und Museumstheater zum Nachtleben der Weimarer Republik

(15. November 2018) Ende November lädt das Stadtmuseum im Begleitprogramm der aktuellen Sonderausstellung zu zwei Veranstaltungen ein, die das Nachtleben der Zwanziger Jahre im Blickpunkt haben. Den Anfang machen am Freitag, 23. November, um 18.30 Uhr im Kellertheater der Schauspieler Klaus Winterhoff und der Musiker Helmut May mit einer musikalisch-literarischen Zeitreise unter dem Motto „Was darf Satire? Alles!“ Am Sonntag, 25. November, gibt es dann um 15 Uhr wieder Gelegenheit, Museumstheater im Museum zu erleben – bei der szenischen Führung „Freiheit, Tanz und Kampf ums Brot“ mit Eric Schütt und Martin Sax. 

Das Kabarett der Weimarer Republik am 23. November im Kellertheater
Klaus Winterhoff und Helmut May haben Tucholskys Motto „Was darf Satire? Alles!“ gewählt, um das Kabarett der Weimarer Republik für einen Abend auferstehen zu lassen. Es herrschten muntere und temperamentvolle Zeiten in der Weimarer Republik. Nur drei Tage nach dem Ende der Monarchie fiel am 12. November 1918 auch die Zensur. Die neue Presse- und Meinungsfreiheit erlaubte plötzlich all das, was bisher als undenkbar schien. Das Kabarett nutzte diese Chance, definierte sich neu, politisierte sich, gab sich kompromisslos und begriff sich als Opposition. Aber das Kabarett war nicht durchgängig politisch. Nach dem Ende der Inflation 1924 triumphierten bald Revuerummel und Tingeltangel über die scharfe Zeitkritik. Bald zählte man im Land mehr als 200 Kabaretts. Die Mehrzahl von ihnen lockte mit dem Namen „Cabaret“ in Leuchtschrift über dem Eingang die Besucher und ließ Welthits wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ oder „Kann denn Liebe Sünde sein“ erklingen. Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten in Folge der Weltwirtschaftskrise 1929 wurde das Kabarett wieder politischer. Engagierte Künstler erhoben abermals ihre Stimmen und warten lautstark und direkt vor der braunen Flutwelle. Das Programm dauert etwa 90 Minuten. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Museumstheater am 25. November im Stadtmuseum
Die szenische Führung „Freiheit, Tanz und Kampf ums Brot“ bietet für die ganze Familie einen ungewöhnlichen Rundgang durch die aktuelle Sonderausstellung. Während Museumspädagoge Eric Schütt die Szenen moderiert, lässt Martin Sax historische Personen lebendig werden. Er tritt als Berliner Dandy auf, der seine alte Heimat Rastatt besucht und vom abenteuerlichen Nachtleben in der Großstadt schwärmt. Als Kriegsveteran ruft er die traumatisierenden Kriegsereignisse in Erinnerung und hofft als Arbeiter darauf, dass mit der neuen Demokratie alles besser wird. 

Die Veranstaltung dauert etwa eine Stunde und ist kostenfrei. Lediglich der Eintritt ins Stadtmuseum (drei Euro, ermäßigt ein Euro) muss entrichtet werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Termine des Museumstheaters im Stadtmuseum sind am 13. Januar und am 3. Februar, jeweils um 15 Uhr. Weitere Informationen unter 07222 972-8400 oder -8402 oder per E-Mail an museen@rastatt.de.

Schauspieler Klaus Winterhoff und Musiker Helmut May bringen im Kellertheater das Kabarett der Weimarer Republik auf die Bühne. Foto: Stadt Rastatt.
Beim Museumstheater mimt Martin Sax den exzentrischen Berliner Dandy, der seine alte Heimatstatt Rastatt besucht. Foto: Stadt Rastatt.

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