Denkmal für die gefallenen Angehörigen des Feldartillerieregiments Nr. 30 von 1924 Foto: Stadtarchiv Rastatt

Am „Tag des offenen Denkmals“ am 9. September: Führung zu den Kriegerdenkmälern in Rastatt

(3. September 2018) Welche Kriegerdenkmäler gab es in Rastatt? Was verbindet uns mit ihnen und wie gehen wir damit um? Diesen Fragen geht Stadtarchivar Oliver Fieg am Sonntag, 9. September 2018, am „Tag des offenen Denkmals“ bei einem Spaziergang durch die Rastatter Militärgeschichte nach. Besucht werden die Kriegerdenkmäler, deren manchmal nicht einfaches Erbe diskutiert wird. Los geht’s um 15 Uhr. Treffpunkt für die Führung ist im Stadtmuseum Rastatt, Herrenstraße 11. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen unter Telefon 07222 972-8450. Leider nicht stattfinden kann die ebenfalls am „Tag des offenen Denkmals“ um 11 Uhr geplante Führung „Bücher verbinden“ – Entdeckungen in der Historischen Bibliothek“.

Vom Stadtmuseum Rastatt aus werden die Kriegerdenkmäler besucht. Erste Station ist der Postplatz mit dem Denkmal an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Angehörigen des Feldartillerieregiments Nr. 30. Bis 1913 war das Regiment in der Schlosskaserne und der Backsteinkaserne am Schlosspark untergebracht und bezog dann die neu errichteten Kasernen in der Ludwigvorstadt. 1924 wurde dort ein erstes, kleines Denkmal eingeweiht. 1934 wurde es durch das heute bestehende Kriegerdenkmal nach einem Entwurf des Architekten Hermann Göhler ersetzt. Die Ausführung erfolgte durch den Rastatter Bildhauer Michael Gaiser. 

Nächster Halt ist im Schlossgarten. Dort befand sich einst ein ganzes Ensemble von Kriegerdenkmälern. Heute ist davon nur noch das Denkmal für die Gefallenen des Infanterie-Regiments 111 Ludwig-Wilhelm erhalten, wenn auch nicht mehr am ursprünglichen Ort. 

Letzte Station ist der Stadtfriedhof. Seit 1918 befindet sich dort mit dem Ukrainischen-Ehrenmal das künstlerisch wohl bedeutendste der Rastatter Kriegerdenkmäler. Es erinnert an die in Rastatt verstorbenen ukrainischen Kriegsgefangenen. Im Münchfeld  war im Ersten Weltkrieg ein Kriegsgefangenenlager für mehr als 10.000 Gefangene eingerichtet worden, in dem überwiegend Ukrainer untergebracht waren. Eine eigene Infrastruktur mit Lagerdruckerei, Lagerzeitung und  Werkstätten entstand dort ebenso wie der Wunsch, ein eigenes Kriegerdenkmal für die hier Verstorbenen zu erstellen. Das Denkmal wurde nach einem Entwurf und unter Leitung des Lagerinsassen Professor Paraschuk auf dem Stadtfriedhof am 20. Oktober 1918 eingeweiht. Reichskanzler Max von Baden sollte zur Einweihung nach Rastatt kommen, war jedoch aufgrund der drängenden Waffenstillstandsverhandlungen und der Unruhen in Berlin verhindert.

111er Denkmal vor dem Rastatter Schloss Foto: Stadtarchiv Rastatt
Ukrainisches Ehrenmal Foto: Stadtarchiv Rastatt

Folgen Sie uns auf:


Ansprechpartner für die Presse

Pressestelle Stadt Rastatt

Telefon: 07222 972-1300
oder -1301

E-Mail: pressestelle@rastatt.de