WM-Alternativprogramm im Stadtmuseum: „Es lebe die Freizeit!“ am 5. Juli

(29. Juni 2018) iel Freizeit an den langen Sommertagen und keine Lust mehr auf Fußball nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft? Das Stadtmuseum Rastatt bietet in seinem Begleitprogramm zur aktuellen Sonderausstellung „Es lebe das Neue!“? Rastatt in der Weimarer Republik – Ein Stück Demokratiegeschichte“ eine spannende Alternative zur Fußball-WM. Am spielfreien Donnerstag, 5. Juli, lädt Volontärin Patricia Reister zu einer Führung durch die Sonderschau ein und erklärt, was es mit der Freizeit auf sich hat. Los geht es um 15 Uhr. Die Führung ist kostenfrei, der Eintritt ins Museum beträgt drei Euro, ermäßigt einen Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Freizeit ist tatsächlich untrennbar mit der Weimarer Republik verknüpft. Denn erst die Einführung des Achtstundentages ermöglichte breiten Bevölkerungsschichten einen Ausgleich zum Arbeitsalltag. Bereits am 23. November 1918 setzte der Rat der Volksbeauftragten die alte Forderung der Arbeiterbewegung um. Zunächst profitierten nur die Arbeiter, seit 1919 auch die Angestellten. Damit wurde erstmals überhaupt Freizeit als wichtiger Teil des Lebens staatlich anerkannt und geschützt. Kinos, Tanzlokale und Sportstätten waren nun voll und stillten nach dem Weltkrieg die Sehnsucht nach Alltag und Normalität. Gerade Sport wurde zu einem wahren Massenphänomen, von dem besonders die Vereine profitierten. In Rastatt nahmen die bestehenden Vereine daher noch im Herbst 1918 ihre Arbeit wieder auf. Neue Vereine folgten. So entstanden der Athletenverein, der spätere Kraftsportverein (KSV), die Ortsgruppe der Naturfreunde und der Instrumentalverein. 

Die Ausstellung „Es lebe das Neue!“? Rastatt in der Weimarer Republik – Ein Stück Demokratiegeschichte“ ist bis zum 3. Februar 2019 im Stadtmuseum zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen: donnerstags bis samstags von 12 bis 17 Uhr, sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Führungen für Gruppen auf Anfrage per Telefon unter 07222 972-8400 oder-8402 oder per E-Mail an museen@rastatt.de. Weitere Infos unter www.stadtmuseum-rastatt.de. 

Mit der Ausstellung beteiligt sich das Stadtmuseum Rastatt am länderübergreifenden Kooperationsprojekt „Netzwerk Museen“, das sich 2018/19 die „Zeitenwende 1918/19 Le tournant“ zum Thema macht. Das Netzwerk umfasst mehr als 20 Museen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Es ist außerdem Teil des Netzwerks „100 Jahre Weimarer Republik – Deutschlands erste Demokratie“.

Durch die Einführung des Achtstundentages wird Freizeit in der Weimarer Republik erstmals zu einem Massenphänomen. Foto: Stadt Rastatt
Besonders die Sportvereine profitierten von der Einführung des Achtstundentages und der neuen Freizeit. Foto: Stadt Rastatt
Vorführung beim Sport-Werbetag 1924 in Rastatt (Bild aus dem ausgestellten Fotoalbum des Fotografen Sidlecki anlässlich des Werbetages des Verbands für Leibesübungen und Jugendpflege in Rastatt, 1924). Foto: Stadt Rastatt

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