Vergangene Sonderausstellungen


Von 5. Juli 2018 bis 3. März 2019: Ausstellung „Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648 in Büchern und Bildern“ mit Vortragsreihe

Vor 400 Jahren begann mit dem Prager Fenstersturz der Dreißigjährige Krieg, der 1618 bis 1648 vor allem das Gebiet des Deutschen Reiches in weiten Teilen verwüstete. Der Dreißigjährige Krieg galt lange Zeit als verheerende Katastrophe, Schreckensszenarien und hohe Verluste prägten die Wahrnehmung. Dieses Bild, wie es zeitgenössische Quellen vermitteln, wird aber mittlerweile von einigen Historikern differenzierter betrachtet. Denn nicht umsonst wird der Dreißigjährige Krieg auch als „erster Medienkrieg“ bezeichnet, als ein Krieg der Bilder und Worte. Viele noch erhaltene Flugschriften aus dieser Zeit zeigen, wie es den Kriegsparteien darum ging, die öffentliche Meinung für sich zu gewinnen.

Diesem spannenden Thema widmet die Historische Bibliothek der Stadt Rastatt in Zusammenarbeit mit dem Historiker Dr. Christoph Kunz die Ausstellung „Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648 in Büchern und Bildern“. Begleitet von Vorträgen namhafter Historiker, Lesungen und Führungen wird das dramatische historische Ereignis anhand außergewöhnlicher, zeitgenössischer Exponate aus dem Fundus der Historischen Bibliothek näher beleuchtet. Die Ausstellung umfasst 26 Vitrinen mit zirka 100 Objekten – Drucken, Bildern, materiellen Objekte und szenische Darstellungen – und behandelt einzelne Schwerpunkte innerhalb des Themas Dreißigjähriger Krieg.

Idealer Ort für die Ausstellung 

Die Historische Bibliothek der Stadt Rastatt, die ihren Ursprung 1716 hat und lange Zeit Schulbibliothek war, ist aufgrund ihrer umfangreichen Sammlung historischer Bücher prädestiniert, um der Geschichte und vor allem der Rezeptionsgeschichte des Dreißigjährigen Krieges nachzugehen. Die Historische Bibliothek Rastatt enthält nicht nur Geschichtswerke aus den letzten vier Jahrhunderten, sondern auch Quellen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, in denen die Ereignisse von zeitgenössischen Autoren dokumentiert und bereits interpretiert werden. Insgesamt verfügt die Historische Bibliothek über einen Bestand von ca. 80.000 Bänden. Aufgrund von Größe, Alter und Struktur dieses Bestands zählt die Einrichtung heute zu den bedeutendsten Sammlungen ihrer Art in Deutschland. 


20. April 2017 bis 25. Februar 2018: Begleitausstellung zur Vortragsreihe „Das bewegte 16. Jahrhundert und seine Folgen“

Die Ausstellung zeigt Werke aus dem Bibliotheksbestand, die während des 16. Jahrhunderts in unterschiedlichen Bereichen, wie Theologie, Humanismus, Wissenschaften, Geographie, Literatur und Kunst, entstanden sind und unsere Sicht auf den Beginn der frühen Neuzeit mitbestimmten.

Sie stellt wichtige Persönlichkeiten dieser Zeit mit ihren Werken und im Porträt vor, unter ihnen Erasmus von Rotterdam, Beatus Rhenanus, Justus Lipsius, Gerhard Mercator, Tycho Brahe und Nikolaus Kopernikus, Hans Sachs, François Rabelais und Niccolo Macchiavelli.

Präsentiert werden daneben Bücher zu bedeutenden Ereignissen dieses bewegten Jahrhunderts: zur Reformation mit Martin Luther, seinen Gefährten (Philipp Melanchthon, Martin Bucer, Johannes Brenz) und seinen Gegnern (Johannes Eck), zu Reformationsgesprächen, den verschiedenen Reichstagen des 16. Jahrhunderts, zur „Confessio Augustana“ und dem Augsburger Religionsfrieden, aber auch zu heute weniger beachteten politischen Erscheinungen, wie dem Bauernkrieg in Süddeutschland und den Türkenfeldzügen.


2. Oktober 2016 bis 26. Februar 2017: Sonderausstellung zum 300. Geburtstag der Historischen Bibliothek: „Die edele Kunst der Truckerey. Inkunabeln und frühe Drucke aus der Historischen Bibliothek Rastatt“

Als Büchersammlung des Rastatter Piaristenkollegs 1716 gegründet, begeht die Historische Bibliothek im Jahr 2016 ihr 300-jähriges Bestehen. Zur Erinnerung an dieses Jubiläum präsentiert die Ausstellung ihren ältesten Bestand mit einer Auswahl frühester Druckwerke aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, sogenannter Inkunabeln, ergänzt um einige wertvolle Drucke aus der Zeit nach 1500.

Beginnend mit einer Darstellung der Produktion von Büchern im Mittelalter wird der Übergang zum Druckwerk gezeigt, der sich nach der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg ab 1450 vollzog. In den Jahrzehnten darauf breitete sich die neue Kunst schnell in ganz Europa aus. Anhand der ausgestellten Bücher kann ihr Weg in die verschiedensten Regionen Deutschlands, nach Bayern, den Südwesten, den Oberrhein und den Mittel- und Niederrhein bis nach Frankreich und Italien mitverfolgt werden. Sie zeigen, dass die frühen Buchdrucker ihre Erzeugnisse in Schrift und Ausstattung recht vielfältig gestaltet haben. Zu sehen sind auch Unikate, Beispiele für originale Einbände und für die Illustrationstechnik dieser frühen Bücher, den Holzschnitt. 

Flyer zur Ausstellung

Für Aktionen gibt es die digitale Präsentation eines oberrheinischen Drucks von 1482 zum virtuellen Blättern, Miniaturmodelle von Buchdruckerpressen und eine Malecke für Kinder.


Jubiläumsausstellung des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums in Kooperation mit der Historischen Bibliothek der Stadt Rastatt „300 Jahre Schulgeschichte(n)“ vom 1. März bis 22. November 2015

Von 1. März bis 22. November zeigte das Ludwig-Wilhelm-Gymnasium (LWG) anlässlich seines 300-jährigen Bestehens in Zusammenarbeit mit der Historischen Bibliothek eine Ausstellung zum Thema „300 Jahre Schulgeschichte(n)“ im Bibliothekssaal der Historischen Bibliothek.

Am 22. Juni 1715 unterzeichnete Markgräfin Sibylla Augusta die Stiftungsurkunde für das Rastatter Piaristenkolleg. Daraus sind bis dato nicht nur 300 Jahre Schulgeschichte erwachsen, sondern auch unzählige Schulgeschichten: Erlebnisse, Anekdoten, Erinnerungen. Auf diese Spuren begaben sich Schülerinnen und Schüler aus dem diesjährigen Abiturjahrgang im Rahmen eines Seminarkurses.

Auf der Grundlage der vielfältig angelegten Schülerarbeiten ist in Zusammenarbeit mit der Historischen Bibliothek eine Ausstellung entstanden, die die Stationen der LWG-Geschichte zeigt sowie einen Eindruck von dem vermittelt, was das LWG ausmacht. Die Ausstellung beleuchtet die Anfänge mit den Piaristen und ihrer Bibliothek und geht dann insbesondere auf die Zeiten der 1848er Revolution, des Kaiserreichs und des Nationalsozialismus ein. Darüber hinaus werden die Themen Architektur, Schultheater, Abiturkarten, Fahrschüler, Konvikt und Schülerverbindungen präsentiert. Auch Filminterviews mit Zeitzeugen aus den 1940er bis 1960er Jahren können angeschaut werden. 

So wurden bei manchen Besuchern womöglich Erinnerungen an die „alten Zeiten“ wach – anderen wird sich vielleicht ein neuer, bisher unbekannter Blick auf „unser“ Ludwig-Wilhelm-Gymnasium eröffnen.

Kontakt:

Historische Bibliothek
Lyzeumstr. 11
76437 Rastatt
Tel. 07222 972-8420
Fax 07222 37227

Bibliothekarin:
Heike Endermann, M.A., Wissenschaftliche Bibliothekarin
E-Mail: historische-bibliothek@rastatt.de, heike.endermann@rastatt.de   


Öffnungszeiten:

Während der Sprechzeiten der Bibliotheksverwaltung:

Mo, Di, Do 9 - 12 Uhr, 14 - 15 Uhr
Mi 9 - 12 Uhr, 14 - 17 Uhr
Fr 9 - 12 Uhr


Eintrittspreise & Führungen:

Erwachsene 3 Euro
Ermäßigt 1 Euro

Gruppenführungen auf Anfrage:
Montag bis Freitag 40 Euro
Samstag, Sonn- und Feiertag 50 Euro