Nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch schmackhaft für Insekten ist der Kriechende Günsel. Foto: Peter Kübler

Kriechender Günsel ist Pflanze des Monats Mai

(27. April 2018) Zur Pflanze des Monats Mai 2018 hat die Umweltstiftung Rastatt den weit verbreiteten Kriechenden Günsel (Ajuga reptans) ernannt. Sein markanter Name rührt daher, dass er mit seinen bis zu 30 Zentimeter langen, oberirdischen Ausläufern förmlich über den Boden zu kriechen scheint.

Die hübsch anzusehende, 15 bis 30 Zentimeter hohe Pflanze wächst besonders gerne auf frischen, meist nährstoffreichen Böden, in lichten Wäldern und Gebüschen, auf Wiesen und Zierrasen und an Wegrändern. Der Kriechende Günsel gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler. Deren Blumenkronblätter sind zu einer Unter- und einer Oberlippe verwachsen und bilden so einen Schlund, in den Insekten hineinkriechen können. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis August. Beim Kriechenden Günsel sitzen die meist blauen, selten auch rosa oder weißen Blüten um den vierkantigen Stängel so nah beieinander, dass sie von weitem wie ein Ährenstand aussehen. Diese „Scheinähre“ ist das Unterscheidungsmerkmal zu anderen Lippenblütlern. 

Strichsaftmale bringen Insekten zum Ziel 

Die Blüten haben deutlich sichtbare „Strichsaftmale“ und dienen dazu, Insekten den Weg zu weisen. Da der Nektar sehr weit in der Blütenröhre versteckt ist, kommen nur Insekten mit langen Rüsseln wie langrüsselige Bienen und Hummeln an den Nektar heran. An den Samen des Kriechenden Günsels befinden sich spezielle Ölkörper, sogenannte Elaiosomen. Sie sind im Volksmund besser bekannt als Botenbrot für Ameisen. Sie enthalten neben Ölen auch Zucker, Fette und Stärke, was sie für Ameisen zu einer schmackhaften und nährstoffreichen Delikatesse macht. Im Gegenzug helfen die Ameisen der Pflanze bei der Ausbreitung. Denn beim Transport zum Bau verlieren die Ameisen hin und wieder Samen. Dadurch kann sich die Pflanze weit verbreiten. 

Früher wurde der Kriechende Günsel  zur Wundheilung genutzt. Die feinherb bis bitter schmeckenden Blätter sind als Würze für Salat und Gemüse geeignet.  

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